|
|
|
|
|
Presse |
|
Aktuelles
|
Programm |
Rückschau |
Kontakt |
Über uns
|
Links |
Presse |
home |
|
|
|
|
|
|
|
Südkurier 13.12.2011
Bonndorf –
Mit dem Duo „Süß &
Mix“ beendete der
Folktreff Bonndorf
seine diesjährige
Veranstaltungsreihe
im vollbesetzten
Foyer der
Stadthalle. Vor
Programmbeginn
erfolgte eine
Bescherung der
besonderen Art für
zehn treue
Folktreff-Besucher,
die im vergangenen
Jahr bei neun oder
zehn
Folktreff-Veranstaltungen
zu Gast waren.Über
je einen
Folktreff-Eintrittsgutschein
für zwei Personen
dürfen sich Cornelia
Andris, Henning
Rathgen, Franz Rogg,
Brigitte Weiler,
Lothar Andris,
Ursula Spradau,
Sybille
Strittmatter, Monika
Rogg, Norbert
Zöllner und Bettina
Greitmann freuen.
Zusätzlich wurden
Cornelia Andris und
Henning Rathgen als
Gewinner der
begehrten
Folktreff-Medienpakete
ermittelt.
Folktreff-Vorsitzende
Gudrun Deinzer
freute sich „dass es
einen harten Kern,
aber auch immer
wieder andere
Besucher beim
Folktreff gebe“.
Auf Nachfrage der
beiden Künstlerinnen
kamen Besucher
sowohl aus Erfurt
als auch aus
Stühlingen – „da
stirbt man aus
Langeweile!“. In der
Empfangshalle zum
Paradies stellten
Engel Heike Mix und
Teufelin (Birgit
Süß) lapidar fest,
dass Himmel und
Hölle auch nicht
mehr das seien, was
sie einmal waren!
„Ein Teil arbeitet
Teilzeit, der Rest
in der
Pharmaindustrie!“
Auch als schreiende
und lispelnde
Unterschicht- und
Yuppie-Babies Horst
und Walburga, die
zum erschreckenden
Fazit gelangen „Mein
Vater sieht so aus
wie du“ waren die
beiden
Kabarettistinnen
einfach nur zum
Brüllen komisch.
Ausgestattet mit
Laptops, zeigten die
Seniorinnen Berta
und Lissi, wie
unterschiedlich sie
mit dem neuen Medium
umzugehen wussten
und attackierten die
Lachmuskeln des
Publikums ständig
aufs Neue. Einig
waren sich beide,
dass sie „früher
E-lan, heute nur
noch W-lan hätten!“
Stilgerecht im
Dirndl und
weiß-blauer Flagge
gab es einen
kostenlosen
„Bayrisch für
Anfängerkurs“ mit
Schwerpunkt Fluchen.
Beim
Weihnachtsspecial im
zweiten Teil ließen
sich die beiden
pfiffigen
Verwandlungskünstlerinnen
über den
alljährlichen
Weihnachtsstress
aus. Hundesitting,
Abholdienst,
Plätzchen- und
Torten backen –
„aber dann wird sich
erholt!“ Das klappt
bei den beiden
Powerfrauen
erfahrungsgemäß erst
am ersten
Arbeitstag.
Geschenke gibt es in
diesem Jahr keine,
gab das Duo im Lied
„Morgen kommt der
Weihnachtsmann, aber
nur nach nebenan!“
bekannt. Völlig
gefrustet beklagten
sie sich als
Schneeflöckchen,
dass sie nur
„pünktlich zum
Heiligen Abend und
am besten mit
schriftlicher
Ankündigung
erwünscht seien“.
Zugabe für das
begeisterte Publikum
war ein Minikonzert
der beiden
vielseitig begabten
Künstlerinnen. Als
verruchte
französische
Chansonette stellte
Birgit Süß unter
Beweis, dass sie
auch in diesem Genre
klasse ist.
Kollegin Heike
Mix, nicht minder
überzeugend,
lieferte die
entsprechenden
gesanglichen
Übersetzungen in
Deutsch. Den
Folktreff-Besuchern
bescherte das Duo
Süß&Mix mit ihrem
genialen Auftritt
eine äußerst
vergnügliche Auszeit
im allgemeinen
Vorweihnachtsrummel.
|
Badische Zeitung
13.12.2011
"Morgen Kinder
wird’s nix geben"
Das Comedy-Duo "Süss
& Mix" nimmt im
Folktreff
schonungslos die
Schwächen beliebter
Weihnachtsbräuche
aufs Korn.
BONNDORF. Weihnachten
komödiant-kabarettistisch
aufs Korn zu nehmen
ist – zumal im
süddeutsch
ländlichen Raum –
ein gewagtes
Unterfangen.
Andererseits wäre es
geradezu schade,
würden Bühnentalente
der Kleinkunstszene
das "Fest der Feste"
gänzlich aus ihren
Programmen
verbannen.
Zweifelsohne
exzellent ist dem
Comedy-Duo "Süss &
Mix" die "X-Mas
Celebration" bei der
jüngsten
Folktreffveranstaltung
gelungen. Ein
rappelvoll besetztes
Foyer legt überdies
die Vermutung nahe,
dass dieses Thema
das Publikum zum
Jahresende durchaus
anspricht.
Spritzig, zynisch,
zuweilen
stutenbissig und
derb, aber auch mit
einer gehörigen
Portion
augenzwinkerndem
Humor und
ansteckender
Fröhlichkeit legten
eine deftig "fränkelnde"
Birgit Süß und
Ruhrpottgewächs
Heike Mix
schonungslos die
Schwächen beliebter
Weihnachtsbräuche
offen. Denn, nachdem
der Christstollen
auf dem Friedhof
eingegraben,
Glühwein gsoffen und
Plätzle gfressen,
für die
vegetarischen
Nachbarn
Ökoplätzchen und für
den Besuch der
Verwandten Torten
backen san – aber
dann wird sich
erholt! Macht ja
alles keine Arbeit!
Muss ja sein! In
einer furiosen
schauspielerischen
Glanzleistung setzt
Heike Mix dem noch
eins drauf, bekennt
ihren ganz
persönlichen
Weihnachtsfrust: Ich
bin nicht fröhlich!
Die Überlegung, was
sie wohl geschenkt
bekommt, raubt ihr
in dieser
vorweihnachtlichen
Zeit der
Besinnungslosigkeit
den Schlaf. All das
selbst gebastelte
Geraff geht ihr auf
den Wecker und sie
entscheidet: Morgen
Kinder wird’s nix
geben! Nicht minder
genial gerät der
Backexzess von
Birgit Süß, wo im
Puderzuckergestöber
gekämpft wird, ein
willenloser Teig zu
Vanillekipferln
gerät und diese in
Reih und Glied auf
dem Backblech
angeordnet werden.
Derweil beschäftigen
noch ganz andere
Lebensbereiche die
beiden
Comedy-Talente. Da
wäre die Begegnung
von Engel und
Teufel, die
neuerdings nach dem
Aussehen
entscheiden, wer in
den Himmel und wer
in die Hölle kommt.
Schließlich will
auch der Teufel was
fürs Auge haben und
nur die CSU, die
noch einen Stock
höher als der Himmel
angesiedelt ist,
nimmt alles, was sie
kriegt. Allein in
den ersten drei
Reihen der Zuschauer
vermutet das Duo 23
Todsünden, spannt
dabei feixend den
Bogen von der
Fleischeslust der
Ergo-Vertreter bis
zur "Geiz ist geil
Mentalität" der Hypo
Real Banker, die in
der Hölle sofort in
leitende Positionen
kommen. Zum Brüllen
komisch gerät der
Erfahrungsaustausch
von Walburga und
Horst, die
glücklicherweise
nicht einem
prominenten Beispiel
folgend nach dem Ort
ihrer Zeugung
benannt sind. Sonst
hieße Walburga
womöglich Lausheim.
Während Horst an den
Kaugeräuschen seiner
Mutter das exakte
Stadium
nachmittäglicher
Gerichtssendungen
festmacht, hat
Walburga Ökowindeln
und Babyjoga satt.
Bei dem ganzen
Ökozeugs wachsen ihr
schon Sprossen
zwischen den Zehen.
Häkeldeckchen contra
Bildschirmschoner
ist angesagt, wenn
sich die betagten
Berta und Lissi Toni
Marschall in "Jutube"
anhören und
bedauern, dass man
jetzt zwar WLAN,
dafür aber in
früheren Zeiten noch
weitaus mehr ELAN
hatte. Beim Chatten
tauschen die beiden
Alten eine
Bettpfanne gegen
Sex, betrachten im
Internet
Schweinekram und
träumen von Toni
Marschall auf ihrer
Bettkante, ehe sie
die Hypo Real um ein
hübsches Sümmchen
via Schweiz und
Cayman Inseln
erleichtern.
In einer
schonungslosen
Charmeoffensive
eroberte das
Würzburger Comedyduo
im Handumdrehen die
Herzen der
Zuschauer, packte
jedoch trotz
vordergründigem
Nonsens bei genauem
Zuhören so manche
Zeit- und
Gesellschaftskritik
in ihr Programm.
Dass Klaus-Martin
vom Technikteam des
Folktreff zuweilen
zum Hauptdarsteller
geriet, ist ein
weiteres Indiz für
die professionelle
Spontaneität der
Künstlerinnen, die
ob dem technischen
Durcheinander am
Ende selbst Tränen
lachen mussten, ehe
sie in der Zugabe
ihr herausragendes
Gesangstalent als
deutsch-französische
Chansonetten unter
Beweis stellten.
|
|
Südkurier 29.11.2011
Bonndorf –
Sie kam nach
Bonndorf und
eroberte die Herzen
der Fans des
Liedguts aus dem
frühen vergangenen
Jahrhundert. Anna
Janina Weis hatte
eigens für den
Folktreff ein
Premierenprogramm
ausgearbeitet.
„Ich bin von Kopf
bis Fuß…Anna Janina
Weis“ ist der Titel
ihres neuen
Programms, der
freilich auf den
berühmten
Marlene-Dietrich-Hit
verweist.
Operngesang am
Münchener
Leopold-Mozart-Konservatorium
hat die junge
Sängerin mit der
glockenklaren Stimme
studiert und das
hörte man deutlich.
„Die hat eine
tolle Stimme“,
schwärmte Norbert
Zöllner, der treue
Folktreff-Besucher,
nach dem Konzert.
Dass mit dem
Programm weder
Rockiges noch Comedy
geboten wurde,
störte ihn wenig.
„Es ist die
Abwechslung, die ich
beim Folktreff so
mag“, sagte Zöllner,
„jedes Mal kommt
etwas anderes und
alles ist auf seine
Weise gut“. Das
Foyer der Stadthalle
war gut gefüllt,
trotz des
terminreichen
Bonndorfer
Wochenendes. Freunde
der Künstlerin aus
München waren ebenso
angereist, wie
Verwandte aus
Villingen und
Musikbegeisterte aus
Wehr und Karlsruhe,
die aus der Zeitung
von dem Programm
erfahren hatten. Sie
alle erlebten eine
zuweilen mädchenhaft
Sehnsuchtsvolle
(„Irgendwo auf der
Welt“), eine bis zum
Hauch verstummend,
leidende Liebende
(„Bitte geh nicht
fort“) und dann die
erstaunlich
temperamentvolle
„Fesche Lola“, die
das Publikum fast
von den Stühlen
riss. Schlicht
hinreißend gesungen
und gespielt war der
einzig richtig neue
Song des Programms,
deshalb wohl als
zweite Zugabe: „The
Girl in 14 G“ von
Jeanine Tesori. Die
lispelnde graue Maus
zieht in ein
Appartmenthaus, will
eigentlich nur ihre
Ruhe und landet
genau zwischen einer
Opernsängerin und
einer Jazzerin.
Anna-Janina Weis
springt virtuos in
die verschiedenen
Rollen, stellt
gekonnt und mit viel
Witz die doch sehr
unterschiedlichen
Frauentypen dar und
weiß selbstredend
die akustischen
Belästigungen, denen
sie, die graue Maus,
nun ausgesetzt ist,
bestens zu
interpretieren.
Hier bot sie, was
man ihr speziell am
Anfang des Programms
zuweilen wünschte:
Den Mut, vollends
aus sich
herauszugehen. Denn
wenn sie es tut,
können Fans dieser
Musik kaum genug von
Anna-Janina Weis
bekommen.
Dietmar Helmrich
war eigens aus Wehr
angereist und sagte
nach der
Veranstaltung
hellauf begeistert:
„Das war einfach
herrlich, solche
Liederabende könnte
man öfter machen, es
muss doch nicht
immer Kitsch sein.“
Das ist wohl wahr.
Etwas erläuternde
und das Publikum
ansprechende
Moderationen
zwischen den Titeln
hätten die
Vorstellung dennoch
abgerundet. |
Badische Zeitung
04.07.2011
Graeme Lockhart beim
Folktreff Bonndorf
zu Gast / Eingehende
Melodien mit
gefühlvollen Texten
zum Besten gegeben.
BONNDORF. Gefühlvoll,
charismatisch,
eingehend, rockig -
Graeme Lockhart, der
diesjährige Künstler
beim Open Air des
Folktreff Bonndorf,
kann durchaus sehr
vielseitig
beschrieben werden.
Rund 240
Musikliebhaberinnen
und Musikliebhaber
lockte der gebürtige
Schotte trotz der
kühlen
Schwarzwaldluft in
den Schlossgarten,
wo es sich dank
Glühwein und heißen
Würstchen gut
aushalten ließ.
Zusammen mit den
Musikern von "The
Curious Bullets
Band" gab der Sänger
und Songwriter seine
eingehenden Melodien
zum Besten. Die
Themen, die in den
Songs musikalisch
bearbeitet werden,
sind sehr
weitreichend. Mal
werden individuelle
Schicksale besungen,
mal die
Grausamkeiten des
Krieges, mal das
fröhliche Leben in
verschiedenen
Regionen auf der
Welt und auch das
häufig geschilderte
Thema Liebe darf
natürlich nicht
fehlen. Neben
Eigenkompositionen
wie "San Francisco
Stopover", oder
"Walk on" erklang in
den Ohren der
Zuschauerschar auch
die eine oder andere
bekannte Melodie.
Bei der
musikalischen
Mischung aus Folk,
Folk Rock und Rock
wurden in die
besinnlich ruhigen
Momente immer wieder
schottisch-fröhliche
und anders flippige
Gesangseinlagen
untergemischt.
Nicht
nur in der Auswahl
der begleitenden
Musikinstrumente
zeigt Graeme
Lockhart
Facettenreichtum.
Neben dem Drumset
und der elektrischen
Bassgitarre
erklingen
abwechselnd die Töne
einer Violine, eines
Keyboards, eines
Akkordeons und nicht
zuletzt der Gitarre
Lockharts selbst,
wobei jeder der
Musiker
einwandfreies Können
auf dem jeweiligen
Instrument vorzeigen
kann. Graeme
Lockhart tritt mit
einer unglaublichen
Bühnenpräsenz auf,
die den Funken der
Musik schnell auf
das Publikum
überspringen lässt.
Sein "Scottish
Soul", wie er seinen
Musikstil selbst
nennt, lässt die
Fantasien der
Zuhörerinnen und
Zuhörer schweifen
und gedanklich die
endlosen Weiten der
Schottischen
Hügellandschaften,
bedeckt von den lila
Blüten der Erika,
zahlreichen kleinen
Seen und riesigen
Schafherden wandern,
bevor man sich im
Trubel einer
Großstadt wie San
Francisco
wiederfindet. Im
Großen und Ganzen
laden die zarte
Stimme des Künstlers
und das musikalisch
hohe Niveau zum
Träumen und
Vergessen der Zeit
ein. Aufgewachsen
ist Graeme Lockhart
in der schottischen
Hauptstadt
Edingburgh. Schon
früh nahm er seine
erste CD zusammen
mit seiner Band "Shibboleth"
auf. Nachdem er eine
Weile in London
gelebt hatte, zog er
1998 nach München
und lebt seither in
Deutschland. Für
sein Album "Listen
like Trees", welches
er 2006 aufnahm,
erhielt Lockhart
zahlreiche nationale
und internationale
positive
Bewertungen.
Heute tritt der
schottische
Soulsänger in
England, Frankreich,
Deutschland und
sogar den USA auf.
Wenn Graeme Lockhart
mit einer seiner
vielen Gitarren auf
der Bühne steht und
in der
Abenddämmerung mit
geschlossenen Augen
harmonische Melodien
mit gefühlvollen
Texten zum Besten
gibt, sind die
Sorgen des Alltags
für einen Abend lang
vergessen. Und dass
diese Musik unter
die Haut geht, wäre
damit auch geklärt. |
Badische Zeitung
10.05.2011
Da
musste das Publikum
einfach mit
Die
drei Jungs von "acoustic
revolution" sorgten
im Folktreff für
Begeisterungsstürme
/ Spielfreude und
Leidenschaft
steckten an.
BONNDORF. Woran
liegt es, dass das
Publikum beim
Gastspiel von "acoustic
revolution" auf der
Folktreffbühne vom
ersten Ton weg
nahezu ausflippt?
Ganz einfach: An der
exzellenten
Bühnenperformance
dieser drei Musiker,
die Spielfreude und
Leidenschaft
ungekünstelt
rüberbringen und
sich für jeden
einzelnen ihrer
Songs begeistern
können. Außerdem
liegt es daran, dass
alle drei ihr
"Handwerk" aufs
Beste verstehen. "Es
wird anstrengend für
euch!", warnt Germar
– und behält damit
recht, denn einfach
zurücklehnen geht
bei dieser
mitreißenden Musik
wahrlich nicht.
Beinahe urig wirken
Germar und Dennis in
Schottenröcken und
derbem Schuhwerk,
Tom wirkt zwischen
ihnen fast wie ein
ruhender Pol. Was
die musikalische
Qualität anbelangt,
sind jedoch alle
drei auf gleicher
Höhe. Germar
überzeugt an
Akustikgitarre,
Banjo oder
Mandolino, Tom
ebenfalls an der
Gitarre und Dennis
–"der noch in der
Lehre sein soll" –
holt das Optimale
aus dem Kontrabass
heraus. Ihr
Zusammenspiel ist
grandios.
Gleichgültig ob
Covers oder Songs
aus eigener Feder,
acoustic revolution
verpassen jedem Lied
ihren
unverwechselbaren,
eigenen Stempel.
Irish Folk, Classic
Rock, Pop, Country,
Blue Grass und
fetzige Polka finden
sich im bunt
gemixten Repertoire
der Band, die auch
auf der neuesten CD
"The Abyss of Greed"
perfekt aufeinander
abgestimmt sind.
Titel wie "I was
always free", "Alone"
oder "Curious moon"
folgen in spontaner
Reihenfolge nahtlos
aufeinander und
werden frenetisch
beklatscht.
Melancholische
Kontrabassklänge
wechseln sich mit
quirligem
Banjospiel, derweil
Germar lapidar
feststellt: "Mein
Banjo ist heute
wieder sehr
aufgelegt!"
Coverhits wie
"Highway to Hell"
erklingen durch die
eigenwilligen
Interpretationen von
"acoustic revolution"
in Bestform und mit
Eric Claptons "Lay
down Sally", dem
Country-Klassiker
"Rolling, rolling,
rolling", sowie
Popsongs wie "Those
were the days" oder
"Boat on the river"
lösen Germar, Tom
und Dennis
Begeisterungsstürme
aus.
Immer mehr Zuhörer
hält es nicht länger
auf ihren Sitzen.
Allseits gern
gehörte Ohrwürmer
wie "Ring of Fire",
"Sweet home Alabama"
oder "Rama, Rama
ding dong" runden
die eigenen Songs
von "acoustic
revolution" ab, die
das Publikum oft und
gerne in ihr
Programm
einbeziehen. Langer
Aufforderungen
hierzu bedarf es
nicht – die Zuhörer
brennen förmlich
darauf, die ihnen
auferlegten "Lalala"-Prüfungen
in Bestform zu
bestehen. Bei so
viel Spiellaune und
Begeisterung ist es
am Ende nicht
verwunderlich, dass
beim CD-Verkauf der
Band dichtes
Gedränge herrscht. |
Badische Zeitung
19.04.2011
Operndiva und
Komödiantin
Mit ihrem Programm
"Oper rette sich,
wer kann" begeistert
Annette Postel im
Folktreff.
BONNDORF. Kleinkunst
ist ein Genre, das
sich nicht in jedem
Fall präzise
definieren lässt.
Dass mit Annette
Postel jemand auf
die Idee kommt, just
dafür "große" Kunst
wie die der Opern zu
parodieren, ist eine
herausragende
Bereicherung des
breiten Feldes der
Kleinkunst. Zumal
wenn diese Parodie,
Comedy oder wie
immer man es nennen
mag, von einem
exzellenten
Pianisten wie Klaus
Webel begleitet
wird. Annette Postel
indes überzeugt ihr
Publikum mit
hervorragend
sopranistischer
Gesangskunst,
gepaart mit
frappanter Mimik,
rasantem
Wortschwall,
ausgezeichnet
komödiantischer
Schauspielkunst und
natürlichem Charme.
Im
Jahresprogramm des
Folktreff ist das
Engagement von
Annette Postel eine
wunderbare
Bereicherung und
steht für die
bewährte Vielfalt
der Programmauswahl.
Freunde der
Kleinkunst sind
jedoch nicht per se
Opernfans. Daran mag
es gelegen haben,
dass so mancher
treue Anhänger der
Kleinkunstinitiative
offensichtlich
zauderte, ob denn
Operngesang
tatsächlich
"folktrefffähig"
sein kann. Annette
Postel bewies als
skurrile Operndiva,
dass Klassik und
Kleinkunst gespickt
mit Witz, Theatralik
und schrillen
Übertreibungen
durchaus einen
gemeinsamen Nenner
haben können. Und
klärte das Publikum
an den Großmeister
der Oper, nämlich
Verdi, erinnernd
auf, dass Opern
absolut nicht
langweilig sind,
sondern jede Menge
"Sex and Crime"
bergen. Über
Soubretten-Schlampen,
die weder Hirn noch
Rückgrat haben,
plauderte sie
brisantes
Insiderwissen aus.
Schon im nächsten
Moment schwärmte die
Diva in höchsten
Tönen von Bratwurst
und Ochsenmaulsalat
oder "schawachen"
Herzen, um sodann
wieder das Geheimnis
zu lüften, dass
Opernsänger mit
Koloraturen richtig
reich werden können
– sofern sie nach
der Anzahl der
gesungenen Töne
honoriert werden.
Annette Postel
zeigte sich
erstaunlich
vielseitig, egal ob
im Stehen, Sitzen,
Liegen oder
gebückter Haltung:
mal als Pfälzer
Hausfrau, dann
wieder als Chanteuse,
die mit
osteuropäischem
Akzent überlegt, was
wäre, "Wenn ich ein
Tenor wär'...", oder
originalgetreu
Chansonstar Milva
imitiert.
Unübertrefflich
geriet Postels
näselnde
Schelllackplatten-Interpretation
der "Donna Clara",
die mal zu schnell,
mal zu langsam
"lief" und bei der
sogar die Kratzer
unüberhörbar waren.
Weiterer Höhepunkt
war zweifelsohne
ihre Darstellung der
Carmen, die als
hässlich mannstoller
Vamp urkomisch
geriet, oder auch
ihr konsequent
gelispelter Auszug
aus "Dido und Aeneas".
Und so wie Pianist
Klaus Webel bei "I
will survive" zu
Höchstform auflief,
so steigerte sich
auch die
Begeisterung des
Publikums, als
Annette Postel diese
Ohrwürmer der
Opernmusik gemischt
mit moderner
Literatur
parodierte. Die eher
schwer verdaulichen,
tragischen Arien
gerieten so in den
Hintergrund. Gudrun
Deinzer hat mit der
Verpflichtung von
Annette Postel Mut
bewiesen, der am
Ende belohnt wurde.
Die Vorsitzende der
Kleinkunstinitiative
überraschte das
Publikum aber auch
mit einer
Programmänderung:
Der Folktreff wird
künftig nicht mehr
im Schloss präsent
sein. Bereits in
diesem Jahr wird das
Konzert mit
Anna-Janina im Foyer
der Stadthalle
aufgeführt, und zwar
eine Woche später
als ursprünglich
geplant, am 25.
November. In der
Aula des Schlosses
habe der Folktreff
"den Rahmen
gesprengt". Eine
kleine Scharte am
Flügel nach der
vorjährigen
Novemberveranstaltung
habe "im besten
Einvernehmen" zu
dieser Entscheidung
geführt.
Dankenswerterweise
habe die Stadt die
Kosten für den
Schaden übernommen.
Die Leihgebühr für
den Flügel der
Freitagsveranstaltung
sponserte übrigens
die Sparkasse. |
Badische Zeitung
25.03.2011
Beim
Tango wallen die
Gefühle
León
und Aldo Martinez
begeistern
Folktreff-Publikum
mit
leidenschaftlichen
Rhythmen.
BONNDORF. Er
war begleitet von
einem Hauch von
Urlaub, der jüngste
Folktreff in der
Stadthalle Bonndorf.
León (Gesang) und
Aldo Martinez
(Piano) wussten ihr
Publikum nicht nur
in den Bann zu
ziehen, sondern
verbreiteten
südländisches Flair
mit einem Hauch von
Leidenschaft.
Sänger León Martinez
entführte seine
Zuhörer in die Welt
des
hochmusikalischen
Alltags
Argentiniens.
Stimmgewaltige
Gefühle kamen dabei
genauso zum
Ausdruck, wie
zärtliche kleine
Wogen, untermalt mit
einer unglaublich
authentischen Gestik
und Mimik.
Bereits mit dem
ersten Stück aus dem
Jahre 1917 zog er
das Publikum in
seinen Bann und ließ
dieses bis zum Ende
der Veranstaltung
nicht mehr los. Der
deutsch-spanische
Sänger mit seiner
kraftvollen Stimme
hauchte mit einer
großen Variabilität
Gefühle sowohl in
seinen Gesang als
auch in seine
Ausführungen, was
die Bedeutung der
einzelnen Lieder
anbelangte. Mal
lustig, mal
melancholisch, mal
sinnlich, aber vor
allem immer ehrlich!
So präsentierte
Martinez seine
Stücke, deren Inhalt
mehrheitlich von der
Liebe und der Klage
des verlassenen
Mannes an seine
Verflossene – eines
der Hauptthemen des
Tangos – handelte.
Aber auch eigene
Kompositionen
verdeutlichten den
jungenhaften Charme
des charismatischen
Sängers. So handelte
eines der Lieder von
"Deinen Küssen",
entstanden in einer
durchzechten Nacht,
in der Aldo dem
Salsa frönte und
León eine schöne
Unbekannte näher
kennenlernte. Wusste
León Martinez durch
seinen Gesang zu
verzaubern, so
berauschte Aldo
Martinez durch seine
leidenschaftliche
Spielfreude am
Piano. Dass sich
darunter auch schon
mal ein wilder
Dreivierteltakt
finden ließ, damit
hätte wohl keiner
der Anwesenden
gerechnet. In der
"Ballade für einen
Verrückten" brachte
León Martinez sein
gesamtes Repertoire
zum Ausdruck,
rhythmisch,
gefühlvoll,
stimmgewaltig und
leidenschaftlich, so
präsentierte sich
das dargebotene
Stück – tosender
Applaus war der Dank
dafür!
Einblick in das
leidenschaftliche
Argentinien
Doch Martinez bewies
auch durchaus
Zeitgeist. So
handelte eines
seiner selbst
komponierten Stücke
davon, dass Frauen
von der Venus den
Tango erfunden
hätten. Kein Wunder
also, dass man sich
seitens des
weiblichen Publikums
das Grinsen nicht
verkneifen konnte,
beschlich einen doch
der Verdacht, dass
León Martinez
unlängst zu einem
Frauenratgeber
gegriffen hatte.
Summa summarum hätte
dieses Konzert
eindrucksvoller
nicht sein können.
Neben dem hörbaren
Genuss war es vor
allem das
südamerikanische
Flair, das die
eigenen Gedanken auf
Reisen schickte und
somit ein Eintauchen
in die Welt der
beiden Künstler León
und Aldo Martinez
ermöglichte. |
Badische Zeitung
21.02.2011
Mal
derb, mal charmant,
mal sexy
Die
Band "Vivid Curls"
zeigt im Folktreff
ganz
unterschiedliche
Gesichter /
Exzellente Musiker,
die zu ihrer
Herkunft stehen.
BONNDORF. "Vivid
Curls" stehen zu
ihrer Herkunft und
damit auch zu ihrem
Allgäuer Dialekt.
Entsprechend musste
sich das Publikum
bei der jüngsten
Folktreffveranstaltung
anstrengen, um all
die tief gehenden
Texte der beiden
Ausnahmemusikerinnen
zu verstehen, wenn
sie nicht gerade
englisch, spanisch
oder österreichisch
sangen. Doch auch
ohne Textverständnis
war das Konzert mit
Inka Kuchler und
Irene Schindele
einzigartig, treffen
doch bei "Vivid
Curls" neben zwei
begnadeten
Sängerinnen drei
weitere exzellente
Musiker zusammen.
Matt
Schaffer prägt an
der Akustikgitarre
eindrucksvolle
Melodien, Peter
Wachter sorgt am
Bass für den
richtigen Groove und
Markus Wohner gibt
an Cajòn und Kongas
den Rhythmus vor.
Allen fünf gemeinsam
ist überschwappende
Spielfreude,
überzeugende
Authentizität und
der zuweilen etwas
derb sympathische,
typische Allgäuer
Charme, dem man sich
nicht entziehen
kann. Derb deshalb,
weil man diesen
beiden zarten Frauen
nicht zutraut, dass
sie in ihren
Liedtexten gnadenlos
mit
Kindesmisshandlung,
Umweltzerstörung,
Hochstaplern oder
Gotteskriegern
abrechnen. Im
Dialekt kommen diese
zeit- und
gesellschaftskritischen
Töne deutlich
forscher daher als
in hochdeutscher
Sprache, aber genau
das ist es, was den
unverwechselbar
eigenen Stil der
Band ausmacht. Man
könnte zwar
bemäkeln, dass
Musikstil und
Sprache nicht bei
allen Liedern
synchron wirken,
andererseits ist
genau die
selbstbewusste
Entscheidung für den
Dialekt
Markenzeichen der
beiden
Allgäuerinnen, die
erfrischend anders
sind. "Vivid Curls"
können so gesehen
gut auf populäre
Coverhits
verzichten, obwohl
sie auch hier mit
wenigen ausgesuchten
Stücken ihren hohen
künstlerischen
Anspruch unter
Beweis stellten und
etwa bei Amy
McDonalds "This is
the life"
Beststimmung beim
Publikum auslösten.
So
überzeugend in
Liedern wie dem
Schurkenstück "Gloifl",
das dem "sakraverlogenen
Siech" gewidmet ist,
der die beiden
Sängerinnen maßlos
über den Tisch
gezogen haben muss,
oder "Geiz isch
geil", die Wut der
beiden Texterinnen
und Sängerinnen
daher kommt, so zart
und emotional sind
ihre Liebeslieder.
Während "D’Aufstand"
apokalyptische
Umweltbedingungen
thematisiert,
drücken sich in "I
ka fliaga"
Selbstzweifel,
Rastlosigkeit und
der eiserne Wille,
sich nicht verbiegen
zu lassen aus.
"Obwohl i di liab"
ist ein trauriges
Lied über
unerwiderte Liebe
und auch die Hommage
an Hubert von
Goisern mit "Weit,
weit weg" ist
äußerst gelungen.
Allerdings fühlte
sich ein Teil des
Publikums in
Anbetracht solch
trauriger Lieder in
entsprechende
Melancholie versetzt
und vermisste hier
oder da mal einen
Stimmungsaufheller.
Dass Kinder im Leben
der Bandmitglieder
eine wichtige Rolle
spielen, zeigt sich
nicht allein darin,
dass – wie Inka
Kuchler behauptet –
"Vivid Curls" wohl
die kinderreichste
Band ist. In
nachdenklichen
Liedern, wie "G’stutzte
Fliegl" oder
"Sternenkind" setzen
sich die beiden
Frauen vielmehr mit
dem Seelenheil ihrer
Kinder auseinander
und geben dabei viel
persönliches von
sich preis.
Sämtliche
Botschaften
präsentieren "Vivid
Curls" in
einzigartiger
Rhythmik, mal Pop
oder Folk, mal Jazz
oder eher Blues oder
auch schon mal in
kernigem Rock.
Und freilich
enthielten sie dem
Publikum auch ihren
Song, mit dem sie
jüngst als beste
Popgesangsgruppe den
Deutschen Rock- und
Poppreis gewannen,
nicht vor. Der war
allerdings nicht im
allgäuer Dialekt,
obwohl dieser
durchaus "sexy" ist,
eben so, wie diese
beiden Frauen, die
ihr spontanes
Programm mit einem
traditionellen
Allgäuer
"Emanzenkracher"
abrundeten. |
Badische Zeitung
25.01.2011
Sieber
nimmt kein Blatt vor
den Mund
Der
Kleinkünstler macht
sich im Folktreff
seine ganz eigenen
Gedanken über
Promis, Politiker
und andere
Zeitgenossen.
BONNDORF. Ist
er nun Kabarettist,
Comedian oder am
Ende gar Philosoph?
Egal wie – Christoph
Sieber ist einer,
der was zu sagen
hat, der seine
Zeitgenossen mit all
ihren Schwächen
offensichtlich sehr
genau beobachtet und
der profanem Klamauk
die besten Pointen
entlockt. Vor allem
ist er einer, der
sein Handwerk aus
dem "Effeff"
beherrscht.
Dem
aus Niedereschach
stammenden Künstler
eilte ein guter Ruf
voraus. Entsprechend
dicht drängte sich
ein bestens
aufgelegtes Publikum
beim jüngsten
Folktreff nach dem
obligatorischen
Neujahrssekt in das
Foyer der Stadthalle
– und wurde nicht
enttäuscht. Denn
schon nach wenigen
Worten wusste man:
Christoph Sieber
wird den
Vorschusslorbeeren
mehr als gerecht.
Mit exzellentem
Sprachwitz,
skurriler
Sprachkunst und
gekonnter Pantomime,
die ihresgleichen
sucht, streift er
alle nur denkbaren
Themen. Bei seiner
unvergleichlichen
Boris-Becker-Parodie
brüllt das Publikum
vor Begeisterung und
ahnt, welch
grandiose
Körperbeherrschung
diese Schaueinlage
abverlangt. Doch
nicht allein Boris,
auch unsere Formel 1
Elite wird kritisch
beäugt. Allerdings
befindet Sieber
Männer, die
zugucken, wie andere
im Ring herum
fahren, noch
schlimmer als die
Schumis und Vettels
selbst.
Sport
ist freilich ein
Thema für Jedermann.
Erinnerungen an
missglückte
Bocksprünge aus der
Turnstunde, an
Ausflüge auf
quietschenden
Rollschuhen und an
Nordic-Walker, die
mit Helm unterwegs
sind, werden wach.
"Wie sehr müssen die
sich selbst
misstrauen",
sinniert der
charmante
Kabarettist, der
schon zu Zeiten
Maikäfer aß, als man
vom Dschungelcamp
noch gar nichts
wusste, und er ahnt
schon die nächste
Welle: Nordic
cycling, aber bitte
mit Handbremse, denn
Sicherheit geht vor.
Um die Jugend sorgt
sich Sieber
besonders, denn die
muss Lösungsmittel
schnüffeln, um
überhaupt noch
irgendwelche
Matheaufgaben lösen
zu können. Den
aufrechten Gang
schafft ein
Jugendlicher
allenfalls noch zum
nächsten
Zigarettenautomaten
und wo man früher
Erkältungen
fürchtete, muss der
rundum gepiercte
Nachwuchs heute eher
aufpassen, dass er
nicht rostet. Also
verwundert es nicht,
dass der
Lehreralltag heute
schlimmer als ein
Afghanistaneinsatz
bei der Bundeswehr
ist.
Doch Christoph
Sieber spannt den
Bogen der
Skurrilitäten noch
weiter: Der Fahrplan
der Bahn richtet
sich als Folge von
Stuttgart 21 nach
der Brunftzeit des
Juchtenkäfers, den
eine nackte Claudia
Roth im Chiffonschal
gleich einem
ekstatischen
Eichhörnchen im
Schlosspark
einsammelt.
Deutscher
Gründlichkeit
verdanken wir
Klarheit darüber,
dass eine
Dienstreise als
beendet gilt, wenn
der Dienstreisende
stirbt. Als genialer
Sprachparodist
erweist sich Sieber
bei Talkmeisterin
Anne Will, wo
Gerhard Schröder den
Don Testosteron der
SPD gibt und die
Problemlösung am
Ende im allseits
bekannten,
unverständlichen
Kauderwelsch endet.
Derweil scheint die
Republik Angela
Merkel nicht mehr
los zu werden. "Die
ist wie ein
One-Night-Stand, den
man nicht
rechtzeitig
rausschmeißt!" Als
perfekter "Gefühlsdienstleister"
lässt Christoph
Sieber die
aufgestaute Wut des
Publikums raus und
beweist damit seine
Spontaneität und
Aktualität.
Gleichgültig, ob mit
intelligentem Witz,
platter
Stammtischideologie
oder philosophischen
Attitüden – Sieber
überzeugt ein rundum
begeistertes
Publikum von seinen
vielseitigen
Talenten und lässt
aufhorchen, wenn er
in aller
Bescheidenheit am
Ende Berthold Brecht
zitiert: Die
schönste und größte
aller Künste, ist
die Kunst, zu leben.
|
Südkurier 25.01.2011
Kabarettist mit
spitzer Zunge
Christoph
Sieber kennt bei
Politikern kein
Pardon. 180 Besucher
beim Folktreff
begeistert
Bonndorf – Der
Gewinner des
Baden-Württembergischen
Kleinkunstpreises
2010, Christoph
Sieber, hat 180
Besucher beim
Folktreff Bonndorf
begeistert. Die
Vorschusslorbeeren
auf den in
Niedereschach
aufgewachsenen
Kabarettisten waren
nicht
ungerechtfertigt,
wie er mit seinem
Programm „Das gönn‘
ich euch“ beim
Folktreff Bonndorf
eindrücklich unter
Beweis stellte. Die
Besucher, nach dem
traditionellen
Neujahrsumtrunk in
bester Stimmung,
wurden geradezu mit
unerwarteten
Pointen, eine
scharfzüngiger als
die andere,
bombardiert.
Bei
Allround-Talent
Christoph Sieber
blieb nichts und
niemand verschont.
Die anfangs
zurückhaltenden
Folktreff-Besucher
brüskierte er mit
der sarkastischen
Feststellung, dass
Bonndorf ein
humoristischer
Hexenkessel sei,
dessen Stimmung er
allenfalls aus
seiner schwäbischen
Heimat kenne. Auch
Politiker waren
seine bevorzugten
„Opfer“. Angela
Merkel verglich er
gar mit einem alten
Gebrauchtwagen, der
es trotz aller
unterlassenen
Inspektionen alle
vier Jahre wieder
durch den TÜV
schafft. Endlager
für Merkels
verbrauchte
Politiker sei
übrigens in Brüssel,
weiß Christoph
Sieber.
Grünen-Vorsitzende
Claudia Roth musste
dem Vergleich „eines
Eichhörnchens auf
Extasy“ standhalten,
die nackt im
Stuttgarter
Schlosspark umher
rennt und
Juchtenkäfer
aufsammelt, nach
deren Brunftzeit
sich der DB-Fahrplan
künftig richten
wird. Und überhaupt:
„Wer will schon 20
Minuten früher in
Ulm sein?“ stellt
Sieber das Projekt
„Stuttgart 21“ in
Frage.
Dass er vom
deutschen
„Bildungsfernsehen“
nicht allzu viel
hält, zeigte der
spitzzüngige
Bühnenkünstler mit
seiner grandiosen
Persiflage auf die
Talkshow „Anne
Will“. Gekonnt
imitierte er
Ex-Bundeskanzler
„Don Testosteron“
Gerhard Schröder,
der beweist, dass
man aus Gas Kohle
machen kann, den
schwäbischen
Müsli-Magnaten
Seitenbacher oder
auch den stets
verzückten und
weinseligen
Fernsehkoch Alfred
Biolek. Im zweiten
Programmteil
sinnierte der
Kabarettist über
seine ganz
persönliche Vision
vom Paradies und
warf dabei Fragen in
den Raum, wie: „Darf
im Himmel geraucht
werden?“ oder
„Gehört Fallobst vom
Baum der Erkenntnis
in den Biomüll?“
Philosophisch wurde
Christoph Sieber
beim Zitieren von
Friedrich Hölderlin,
der die
Zerrissenheit der
Deutschen damals
(1798) schon kannte.
Als „Glück“
bezeichnete er,
„wenn man dem Elend
anderer zusehen
kann“, war aber
nicht sicher, ob
diese Definition von
Sokrates oder Otto
Waalkes stammt.
Pantomimisches
Talent bewies
Christoph Sieber
beim Imitieren von
Boris Beckers
Tennisspiel in
Zeitlupe. Für seinen
authentisch
inszenierten
Wutanfall und die
brillante
Gesamtvorstellung
erntete er viel
Beifall vom
begeisterten
Publikum.
|
Badische Zeitung
12.12.2010
Frech, bissig und
dennoch charmant
Guido Westerwelle
scheint eine
Reizfigur für Jens
Neutag zu sein. Doch
nicht nur der
FDP-Chef, auch viele
andere Politiker,
Spießbürger, Wähler,
Konsumenten,
Freizeitsportler und
Leute wie Sie und
ich bekamen beim
Kabarett des
Folktreffs ihr Fett
ab.
BONNDORF. Guido
Westerwelle scheint
eine Reizfigur für
Jens Neutag zu sein.
Hat er nun
Junggesellenabschied
gefeiert oder nicht,
ehe er den Bund fürs
Leben einging?
Forderte der
Standesbeamte ihn
womöglich auf: "Sie
dürfen den Braut
jetzt küssen!"? Doch
nicht nur der
FDP-Chef, auch viele
andere Politiker,
Spießbürger, Wähler,
Konsumenten,
Freizeitsportler und
Leute wie Sie und
ich bekamen beim
Kabarett des
Folktreffs ihr Fett
ab.
Die
Rezeptur des Jens
Neutag ist dabei
durchaus abgewogen:
Bissiger Spott und
Häme gleicht er mit
augenzwinkerndem
Charme aus, so dass
die Zuhörer der
vordersten Reihe
nicht ernsthaft böse
sein können, dass
sie auf den
Kabarettisten "sarglastig"
wirken.
Schonungslose
Aufklärung und
knallharte Fakten
enden in witzigen
Übertreibungen bis
Angela Merkel zur
Lady Gaga der
Uckermark und
Friedrich Merz zum
Hells Angels Rocker
im Körper eines
Versicherungsfachverkäufers
geraten. Die
Vorstellung, dass
Roland Pofalla und
Dirk Niebel sich in
Merkels Magen
begegnen, erklärt
Neutag dergestalt:
Merkel hat Niebel
gefressen. Pofalla
gelangte aus der
anderen Richtung in
das Verdauungsorgan
der Kanzlerin.
CSU-Politiker
dagegen taugen
bestens zum
Spargelstechen, weil
sie – ohne Rückgrat
– davon keine
Rückenschmerzen
kriegen können.
Jürgen Trittin ist
das Mensch gewordene
Dosenpfand, derweil
Christian Wulf in
einem weißrussischen
Boxstall als
Sandsack herhalten
muss und Claudia
Roths Beinbehaarung
apokalyptische
Vorstellungen weckt.
Menschliche
Unzulänglichkeiten
deckt Jens Neutag
rücksichtslos auf,
so dass vermutlich
manch ein Zuhörer
beim Vorschlag des
Kabarettisten, den
ehelichen Beischlaf
auf die
Betriebsweihnachtsfeier
outzusourcen
nachdenklich wird.
Auch der kleine
Spießbürger von
nebenan wird
bedient, ist es für
den doch schon pure
Anarchie, wenn er
das Altpapier unter
den Hausmüll mischt.
Urkomisch zeigt sich
Jens Neutag im
Outfit und
überzeugendem Slang
eines Che Guevera,
der sich darüber
ereifert, sein
Konterfei auf der
Vorderseite von
String Tangas bei
H&M zu entdecken.
Aus Fiedel wird da
mal eben Schniedel
Castro. Auch
Körnerfresser und
Baumumarmer kommen
nicht ungeschoren
davon, denn wer
allen Ernstes in
Tütensuppen frischen
Spargel vermutet
("ist der etwa zum
Aufblasen?"), der
kauft sicher auch
guten Gewissens
nikotinfreien
Apfelkorn. Die
Antibiotikadosis
zweier
Hühnchenbrüste
empfiehlt Jens
Neutag gegen Grippe
und topmodische
Lidl-Kollektionen
für die
Altkleidersammlung
in Usbekistan.
Doku-Soaps geißelt
er als
Heuschreckenplage
des
Medienzeitalters.
Jens Neutag versteht
sein Handwerk. Der
Themenmix seines
gesellschaftskritischen
und politischen
Kabaretts ist ebenso
genial wie seine
Bühnenpräsenz.
Anspruchsvolle
Gedankengänge enden
in schlichten,
witzigen
Quintessenzen. Jens
Neutag bringt neue
Überlegungen ins
Spiel. Der Mann hat
es nicht nötig, sich
althergebrachter
Dauerthemen des
politischen
Kabaretts zu
bedienen. Vielmehr
präsentiert er
sprachlich brillant
eine frische, freche
Version dieses
Genres.
Da lässt er auch
schon mal eine
Straßenschlacht in
Mannheim als
Stadtverschönerungsaktion
durchgehen und
bewertet Eva Hermann
im Vergleich mit
Oskar Lafontaines
Ehefrau Christa
Müller als
linksradikale
Kampflesbe.
Überhaupt scheint
Oskar schon so weit
links zu sein, dass
er am rechten Ende
des politischen
Spektrums rausguckt.
Sicher weiß auch er,
dass sich auf hohlen
Köpfen besonders gut
trommeln lässt.
Dem Folktreff gelang
mit Jens Neutag ein
hochkarätiger
Jahresabschluss, der
für einige treue
Besucher darüber
hinaus mit einer
angenehmen
Überraschung endete.
Ursula Spradau,
Sibylle Strittmatter
und Norbert Zöllner
wurden für ihre
Treue mit
Eintrittsgutscheinen
belohnt. Dorothea
Olböter und
Hans-Peter
Hofgärtner gewannen
bei der Verlosung
Medienpakete der
Folktreffkünstler
2010
|
Südkurier 23.11.2011
Pointen in Ass-Dur
Bonndorf – Sie sind
Asse, Benedikt
Zeitner und Dominik
Wagner.
Der eine studiert
Operngesang, der
andere Opernregie,
beide zusammen
heißen Ass-Dur und
sie waren im
Bonndorfer Schloss
mit ihrem Programm
„1. Satz – Pesto“.
Hochmusikalisch und
herzerfrischend
komisch nahm dieses
Duo allerlei
Hochgestochenes aus
dem Studium aufs
Korn. Während
Benedikt Zeitner
doziert, schläft der
Studi Bededikt
Wagner schier ein,
beschäftigt sich
ausgiebig mit seiner
Nase oder fällt
durch jugendliche
Albernheiten auf.
Zum Beispiel durch
mitten in den
Vortrag gestreute
Kalauer vom Kaliber:
„Was ist Blau und
steht am
Straßenrand? – Die
Frostituierte!“. Die
verschärfte Rüge des
professoralen
Konterparts bleibt
nicht aus und das
wiederholt dahin
gemurmelte: „Ich
fand's lustig“,
gerät zum „running
Gag“.
Seinen grotesken
Fachvortrag über die
„fabelhafte
Bühnenfiguren im
philosophisch
theatralischen
Wandel unter
Expression der
vokalen Geste in der
mittleren Spätphase
des frühen
neokitschigen
Retroamerikanismus“,
garniert der
Opernsänger Zeitner
mit ebenso virtuosem
wie schmalzigem
Liebesgesang, den er
eine Zuschauerin
anschnauzend
unterbricht mit
„würden Sie mich
gefälligst ankucken,
wenn ich Sie
verliebt ansinge!“,
um sofort wieder
emphatisch zu
tirilieren. Auch dem
Publikum gegenüber
geriert sich der
Musikwissenschaftler
als Professor:
„Ruhe, sonst
schreiben Sie mir
100 Mal:
‚Hysterische
Heiterkeit führt zu
psychogener
Impotenz'.“
Die
Pointen des
zauberhaft „neben
der Kappe“ wirkenden
Studenten (Dominik
Wagner), der
überdies auch
zaubert, tun ihr
Übriges. Vor dem
Finanzamt hat er nun
endgültig Ruhe,
meint er, denn
kürzlich sei „die
letzte Mahnung“
gekommen. Erstaunt
war er darüber, dass
der Papst seine
E-MailAdresse der
ganzen Welt
mitgeteilt hat: „urbi
et orbi“. Freilich
hat er auf seine
Mail keine Antwort
bekommen,
„wahrscheinlich“
sinniert er, „ist
sie im Spamfilter
gelandet“. Überhaupt
hat er so seine
liebe Not mit den
richtigen
Verbindungen. Bei
den Weightwatchers
hat niemand
abgenommen und als
er bei Spiderman
anrief, hatte der
kein Netz. Wenn
dieser Mann aber in
die Tasten greift
und das einfache
„Happy Birthday“ von
Beethoven, Mozart
oder Tschaikowsky
spielt, stimmt
alles. Das große
Finale: ein Medley
aus allen im
Programm gespielten
Stücken. Zwei bis
vierhändig spielen
die beiden an Flügel
und Kleidung bis sie
sich vor den Augen
aller, vom
Professor-Studenten-Outfit
in die Montur
normaler Mitmenschen
umgezogen haben.
|
Badische Zeitung
23.11.2011
ZWEI KÜNSTLER MIT
VIELEN TALENTEN
"Ass-Dur":
Genialität mit
trockenem Humor
Benedikt S. Zeitner
und Dominik Wagner
boten mit "Ass-Dur:
1. Satz – Pesto"
grandiose
Unterhaltung, die
sowohl für das
Training der
Lachmuskeln sorgte
als auch in geradezu
akrobatisch
dargebotener Musik
schwelgen ließ.
BONNDORF. Wer
kennt sie nicht, die
geschniegelten
Weißclowns und die
dummen Auguste
dieser Welt, die
zusammen ein
einzigartiges Paar
ergeben. Das
begeisterte Publikum
des Folktreffs
konnte ein solches
Paar im
ausverkauften
Bonndorfer Schloss
bewundern. Benedikt
S. Zeitner und
Dominik Wagner boten
mit "Ass-Dur: 1.
Satz – Pesto"
grandiose
Unterhaltung, die
sowohl für das
Training der
Lachmuskeln sorgte
als auch in geradezu
akrobatisch
dargebotener Musik
schwelgen ließ.
Die
Rollen werden gleich
zu Beginn eindeutig
verteilt, wenn
Zeitner die Ansage
seines Partners ins
Englische
"übersetzt", dabei
keine Möglichkeit
auslassend, sich
über den des
Englischen nicht
Mächtigen
despektierlich
auszulassen. Das
Publikum – an diesem
Abend muss speziell
die in der ersten
Reihe sitzende
Astrid herhalten –
wird gleich in die
Performance mit
einbezogen, und das
nicht nur bei den
Zaubertricks. Auch
die in Musik
gesetzte Geschichte
der Rettung einer
Katze, bei der die
Zuhörer
leitmotivisch
eingesetzt werden,
ist ein großartiger
Wurf.
Herrlich kurios sind
die Programmpunkte,
in denen Zeitner in
gestelztem
Fachchinesisch
Vorträge hält,
während sein
Partner, in
Wartestellung am
Klavier sitzend,
sich augenscheinlich
mit dem Inhalt
seiner Nase
beschäftigt, die
Augen chamäleonhaft
in alle Richtungen
verdreht oder den
Einwurf eines
eigenen schlüpfrigen
Witzes ("Was ist
blau und steht am
Straßenrand? – Eine
Frostituierte") mit
dem wiederkehrenden
lakonischen
Kommentar "Ich
fand’s lustig"
versieht. In seinem
musikwissenschaftlichen
Vortrag über "Es
tanzt ein Biba
Butzemann" als
Meisterwerk frühen
Minnesangs etwa,
muss Zeitner ob des
über die Grimassen
seines Partners
feixenden Publikums
mit einem
Strafmantra drohen,
den Anwesenden gar
den mit zwei
ausgestreckten und
drei spitz
zusammengefügten
Fingern
dargestellten
Schweigefuchs ("Mund
zu, Ohren auf")
zeigen. Ganz
nebenbei begleitet
Dominik Wagner sein
Gegenüber
tatsächlich
kongenial am
Klavier, und Zeitner
demonstriert
hinreißend
überzogene
Gesangskultur.
Apropos
Gesangskultur: Die
Musik, die diese
beiden
Unterhaltungskünstler
bieten, ist wirklich
grandios. Aus der
schrägen Darstellung
eines nicht über die
ersten Töne
hinwegkommenden,
"Für Elise" übenden
Klavierschülers
macht der durch das
Hören traumatisierte
Wagner im Zuge einer
Therapie einen
Tango, einen Boogie
und – gemeinsam mit
Zeitner an der
Blockflöte, einen
Salsa. "Happy
Birthday" wird in
Form der
Beethovenschen
Mondscheinsonate,
als pfiffiger Mozart
und als
schwermütiger
Tschaikowsky mit dem
unverwechselbaren
Beginn des ersten
Klavierkonzertes
interpretiert, kommt
aber auch als James
Bond und im Kleid
von Star Wars daher.
Ein besonderer
Leckerbissen ist
auch der à la Victor
Borge handgreiflich
am Klavier
ausgetragene Streit
darüber, wer von
beiden Liszts
Ungarische Rhapsodie
Nr. 2 vorspielen
darf, nur noch
getoppt durch die
Schlussnummer, ein
Medley der Musik des
Abends, kombiniert
mit dem Umkleiden
auf offener Bühne.
Womit die Beiden
endgültig bewiesen
haben, dass sie in
allen Lebenslagen
pausenlos eine gute
Figur machen. |
|
|
Südkurier 21.09.2010
Zwischen Vamp und
Mauerblümchen
Bonndorf – In den
Genuss eines echten
Leckerbissens kamen
die
Kleinkunstliebhaber
beim Auftritt der
Kölner Kabarettistin
Nessi Tausendschön,
den man sicher als
einen der Höhepunkte
in der
Veranstaltungsreihe
des Folktreffs
bezeichnen kann.
Auch bei dieser
Vorstellung war das
Foyer der Bonndorfer
Stadthalle wieder
voll besetzt, was
zeigt, dass die
Verantwortlichen mit
ihrem
anspruchsvollen
Programm den
Geschmack des
Publikums
treffen.Vielen
Besuchern war die
Kabarettistin schon
aus zahlreichen
TV-Auftritten
bekannt, aber auch
den anderen wurde
bald klar, dass sie
für ein „paar
lumpige Euro“ in den
Genuss einer echten
„Konifere“ des
anspruchsvollen
Kabaretts kamen.
Für ein
Vorher-Nachher-Foto
wurde das Publikum
gebeten, doch bitte
hübsche Gesichter zu
machen. Genau drei
Witze wollte sie in
ihr Programm
einbauen,
tatsächlich folgte
jedoch ein Gag dem
anderen. Nessi
Tausendschön, klärte
auf, dass
„praktizierter
Frustschutz ein
Abhärten gegen
Sorgen, Seelennässe
und depressives
Dahindämmern ist.
Das ist Lachen, wenn
es nichts zu lachen
gibt“ und führt als
Beispiel die
Italiener an, denen
das Lachen trotz
Berlusconi noch
immer nicht
vergangen ist.
Ihren
Bühnenpartner, den
kanadischen
Gitarristen und
Komiker William Mc
Kenzie, hat Nessie
Tausendschön
angeblich erst auf
dem Weg nach
Bonndorf („eine
kleine Stadt neben
Ewattingen“)
aufgegabelt. In
Wahrheit ist es ihr
Lebenspartner und
die beiden ergänzen
sich auf der Bühne
optimal. Sie
verstehen es, Musik
und Kabarett genial
zu vereinen, wobei
Nessis
variantenreiche
Stimme durch diverse
Instrumente, wie
Gitarren, Theremin,
Glockenspiel und
eine singende Säge
noch stärker betont
wird. Bevorzugte
Tonarten sind
jedenfalls
„Biss-Dur“ und
„Schiss-Moll“.
Obwohl es laut
einer kanadischen
Studie keine
Frühlingsgefühle
gibt, besingt die
Künstlerin diese im
Lied „Eisprung“. Der
zuweilen frivole
Liedtext wird von
Stöhnen und lasziven
Bewegungen
begleitet. Scham
gehört eindeutig
nicht in ihr
Repertoire und
gerade deshalb
scheint das Publikum
begeistert. Aus
ihrer Biographie „Es
kann nur einen
geben“ stülpt sie
dem Publikum Lyrik
auf, lässt es die
Endungen erraten,
die sich auf „-urzen“,
„-iften“ und“-icken“
reimen, um dann
lauthals „falsch“,
oder „das war ja nun
wirklich einfach“
ins Publikum zu
brüllen.
Als Höhepunkt des
verbalen Ausdrucks
kann Nessi
Tausendschöns
Einlage als
Sportmoderatorin
bezeichnet werden,
mit der sie bereits
im TV bei „Oliver
Pocher“ und „Harald
Schmidt“ zu Gast
war. Bei den
„verschrumpelten
Bonndorfern“ wollten
die Lachsalven kaum
abebben, als die
Vollblut-Entertainerin
unglaublich
einfallsreich und
eloquent über die
„Deutsche
Meisterschaft im
Kunstvögeln“
berichtete. Nach der
Pause kam dann sogar
Besuch aus dem
Himmel. Frau
Tausendschöns leicht
angetrunkener
Schutzengel wusste
Amüsantes von ihren
Kollegen zu
berichten. Der
Schutzengel von
Horst Seehofer
beispielsweise sei
zum zweiten Mal
schwanger und der
von Guido
Westerwelle hätte
ein Arschgeweih. Am
schlimmsten hätte es
jedoch den
Schutzengel der SPD
getroffen, denn
dieser sei am linken
Flügel amputiert.
Als Zugabe gab es
schließlich ein Lied
„auf kyrillisch“,
den versprochenen
dritten Witz und
jede Menge
begeisterten Applaus
für das geniale
Bühnenspektakel.
|
Badische Zeitung
20.09.2010
Skurrile
Wortschöpfungen mit
Witz
Nessi Tausendschön
und William
Mackenzie
begeisterten
Publikum beim
Folktreff in
Bonndorf /
Auftaktveranstaltung
im Herbst.
BONNDORF. Nessi
Tausendschön steht
für Kleinkunst
allererster Klasse –
dies bewies die mit
vielen namhaften
Preisen dekorierte
Künstlerin gemeinsam
mit dem kanadischen
Gitarristen William
Mackenzie bei der
Auftaktveranstaltung
des Folktreffs zu
einem
abwechslungsreichen
Herbstprogramm.
Die
Frau ist wie ein
Chamäleon, zündet
sie doch in
atemberaubendem
Tempo ein Feuerwerk
an Charakteren,
Themen, Stimmungen,
Mimik oder Gestik
ab. Sie überzeugt
sowohl als
Schauspielerin,
Sängerin wie auch
als Tänzerin. Ihr
scheinbar
spielerischer Umgang
mit der Sprache ist
mit intelligentem
Witz gespickt und
zeigt auf, wie gut
sie sich auf ihr
Handwerk versteht.
Sie bombardiert das
Publikum förmlich
mit ständig neuen,
skurrilen
Wortschöpfungen über
Dauer-, Nacht- oder
Beckenbodenfrust,
füllt es mit lyrisch
autobiografischem
Poem ab, um sodann
die Lachsorten der
Zuschauer zu
bewerten.
Als Konifere des
Ausdruckstanzes
tanzt sie Missgunst
und Löschblatt
besonders gut. Dem
Publikum rät sie:
"Werden Sie wie die
Italiener. Die haben
Berlusconi und
lachen immer noch!"
Schon im nächsten
Augenblick brüllt
sie in verblüffender
Spontaneität wie ein
Löwe und weist
vorlaute Zuhörer
unmissverständlich
auf die mittig und
erhöht stehende
Priorität im
hautengen roten
Kleid hin, das
übrigens ruckzuck
als Haarband
anderweitige
Verwendung findet.
Mit ihrer Kompetenz
auf dem Gebiet des
depressiven
Trauergesangs
bekennt Nessi
Tausendschön, schon
ganze Landstriche
verwüstet zu haben,
wobei es die fein-
und ebenso
hintersinnigen Texte
ihrer Chansons ganz
schön in sich haben,
egal ob diese in
Engelstonart C-Dur,
Schiss-Moll oder
Biss-Dur
daherkommen.
In einer
wortgewaltigen
Sportreportage
berichtet das
Multitalent von
nicht ganz
jugendfreien
olympischen
Disziplinen mit fein
gezwirbelten
Hüftzangen oder
eingegrätschtem
Schenkelkippen. "Hat
die Frau so was
nötig", fragt man
sich da. "Nein, aber
es macht ihr
Freude!" Da fügt es
sich doch prächtig,
dass Menschen mit
Charakterproblemen
einen Schutzengel
brauchen, wobei
Horst Seehofers
Schutzengel schon
zum zweiten Mal
schwanger ist und
der von Guido
Westerwelle ein
Arschgeweih trägt -
raten Sie mal wo.
Nessi Tausendschön
greift als Engel
gern zur Flasche und
macht mit ihrer
Betroffenheitslyrik
einem kindlichen
Trotzkopf alle Ehre,
ehe sie nach ihrem
Motivationskurs
selbstsicheres
Auftreten bei
totaler
Unzulänglichkeit an
den Tag legt. "Ich
bin aus Siegersamen
entstanden" – ja,
das glaubt man
diesem Tausendsassa
mit gelebter
Stutenbissigkeit auf
der Suche nach einem
potentiellen
Heiratskandidaten
ohne weiteres. Sie
will Freude in die
verschrumpelten
Herzen der
Bonndorfer bringen,
aber doch wieder
nicht so viel, dass
diese nicht mehr in
ihre Wohnungen oder
Erdlöcher
zurückkehren wollen.
Unumwunden fragt
sie: "Was hatten Sie
sich denn
vorgestellt für Ihre
lumpigen zwölf
Euro?", um dann mit
weiteren
wunderschönen
Liedern auf deutsch,
englisch, russisch
oder in
eigenwilligem
Sprachen-Mix zu
überzeugen,
untermalt von der
singenden Säge oder
dem Theremin, einem
Instrument, das ohne
Berührung Töne
erzeugt.
Mit umwerfendem
Charme vereinnahmte
Nessi Tausendschön
ein begeistertes
Publikum, ohne wenn
und aber. William
Mackenzie ergänzte
die exzellente
Bühnenshow mit
brillantem
Gitarrenspiel.
Folktreff-Vorsitzende
Gudrun Deinzer hatte
für die Besucher ein
weiteres Bonbon: das
druckfrische
Jahresprogramm für
2011. |
|
|
Badische Zeitung
10.05.2010
Italo-Schwabe haut
auf den Putz
"Im Auftrag des
Paten" gelang es dem
Comedian Roberto
Capitoni im
Handumdrehen, die
Zuschauer im
Folktreff zu
begeistern.
BONNDORF. Gute
Comedy zeichnet sich
unter anderem
dadurch aus, dass
allein mittels
professionellen
Minenspiels,
sprachlicher
Raffinesse und guter
Bühnenperformance
selbst alt bekannte
Kalauer und gängige
Klischees ein
Publikum zu
begeistern vermögen.
Just auf diese Weise
gelang es Roberto
Capitoni bei der
jüngsten
Folktreffveranstaltung
im Handumdrehen, die
Zuschauer in seinen
Bann zu ziehen und
eins ums andere Mal
Lachsalven
auszulösen.
Der
schwäbisch-italienische
Comedian aus Isny im
Allgäu wob seine
Pointen um den
spannungsgeladenen
Transport eines
Teppichs mit
ominösem Inhalt vom
Allgäu nach Palermo.
Allgegenwärtig bei
dieser Tour im
altersschwachen Fiat
Cinquecento: Onkel
Luigi, die latente
Bedrohung,
Betonschuhe verpasst
zu bekommen und der
Tipp: "Lass es wie
ein Unfall
aussehen!" Dieser
rote Faden bot
Capitoni reichlich
Gelegenheit,
manifestierte
Vorurteile gegen
italienisches
Improvisationsvermögen
zu untermauern.
Wobei genau hierzu
Folktreff-Vorsitzende
Gudrun Deinzer
gleich eingangs eine
köstliche
Begebenheit aus
ihrer eigenen
Italienzeit zum
Besten gab. Derweil
sinnierte Roberto
darüber, weshalb in
Deutschland
Routenplaner meist
gesuchter Begriff
bei Google ist, in
Italien hingegen
Sex. Was den
Italienern der
Gruppensex, ist den
Deutschen also der
Kreisverkehr – so
die konsequente
Schlussfolgerung.
Dass zwei fehlende
Finger beim
Italiener eine
Sprachbehinderung
bedeuten, erklärt
Capitoni damit, dass
dieser nur zu 50
Prozent mit dem Mund
spricht. Die anderen
50 Prozent werden
mittels lebhaften
Einsatzes beider
Hände erledigt. Auf
alle Fälle macht er
in jeder Situation "bella
figura", immer schön
locker aus der Hüfte
heraus.
Und
schon war das
nächste Stichwort
gegeben, nämlich die
Figur der
italienischen Mamas,
die neben den im
Durchschnitt 1,94
Meter großen
deutschen Frauen
selbst auf High
Heels mit kaum mehr
als 1,12 Meter wie
Pygmäen daher
kommen.
Nachvollziehbar
schilderte der
Comedian, weshalb
italienische Männer
in derart hohen
Tonlagen sprechen,
worauf hier jedoch
nicht im Detail
eingegangen wird, um
schon im nächsten
Moment über
traumatisierende
Kindheitserlebnisse
wie seine Angst vor
Isny (Iss-nie) oder
die Fahrt im völlig
überfüllten Auto als
Wackeldackel auf der
Hutablage zu
kommentieren.
Urkomisch geriet
Capitonis
Demonstration über
das zeitweilige
Aussetzen des
Sprachzentrums
angesichts hübscher
Frauen sowie seine
Erklärung, warum
Frauenfilme für
Männer langweilig
sind. Witziges
Sprachtalent bewies
der Halbitaliener
nicht nur im
allgegenwärtigen
Italo-Deutsch,
sondern auch bei der
Imitation
sächsischer
Italientouristen,
wenn diese "Dschiabadda"
oder "Knödschies mit
Görgönzölasösö"
ordern.
Frei von
intellektuellen
Ansprüchen vermag
diese Blödelei das
Publikum durchaus zu
begeistern, geraten
bei Roberto Capitoni
doch selbst
einfältige Witze
mittels
frappierender Mimik,
Charme und
professioneller
Sprachkunst zum
Clou, so wie auch
sein bedrohlich
wirkendes
Augenrollen ziemlich
einmalig sein
dürfte. Dass das
Foyer erneut voll
besetzt war zeigt,
dass Comedy im breit
aufgestellten
Programm der
Kleinkunstinitiative
einen berechtigten
Platz hat.
|
Südkurier 28.04.2010
Drei
Bayern rocken
Bonndorf
Bonndorf –
Ausgelassene
Stimmung und beste
Feierlaune
verströmte die Band
„acoustic revolution“
jüngst im Gasthaus
Schnitzer, wobei die
Wirtsleute Tom und
Diana Bauer ihre
Pforten an diesem
Abend nur für
Folktreffmitglieder
öffneten. Die drei
Jungs aus dem
Bayerischen heizten
von Anfang an mit
ihrem rockigen
Celtic-Folk sage und
schreibe 84
Mitgliedern des
Folktreff kräftig
ein, was für einen
Verein mit etwas
mehr als 100
Mitgliedern durchaus
bemerkenswert
ist.Statt eines
Vereinsausflugs hat
der Folktreff seinen
Mitgliedern diese
Sonderveranstaltung
beschert, was ihm
glatt zehn neue
Mitglieder
einbrachte.
Die Band hatte
nämlich sogar ihre
nagelneue CD „Ramle
& Roam“ mit im
Gepäck und die
Bonndorfer
Konzertbesucher
waren damit exklusiv
die ersten, die sie
erwerben konnten.
Aber auch viele
Lieder ihrer ersten
CD bereicherten den
Abend.
Der Funke sprang
schon bei den ersten
Klängen des Songs „The
Abyss of Greed“
über, was sowohl an
der mitreißenden Art
der Vollblutmusiker
lag, als auch an der
räumlichen Nähe zum
Publikum. Dennis
Hornung begeisterte
mit einer Stimme,
die Volumen in hohen
als auch in tiefen
Stimmlagen bewies.
Germar Thiele hatte
trotz beachtlichen
Volumens die kleine
Mandoline voll im
Griff und Tom Logan
spielte den
Kontrabass wie wohl
sonst kaum einer.
Die
Folktreffmitglieder
feierten, klatschten
und tanzten
begeistert.
Nach zweieinhalb
Stunden bester
Unterhaltung
forderte das
Publikum Zugaben,
die Tom, Germar und
Dennis bereitwillig
spielten, denn es
war zu spüren, dass
den Musikern der
Abend genauso viel
Spaß machte wie den
Zuhörern. Gegen
Mitternacht endete
das Konzert
schließlich, die
Party jedoch noch
lange nicht.
|
Südkurier 20.04.2010
Dresdner Medlz
rocken Bonndorf
A-Cappella Band mit
tollem Konzert.
Folktreff-Veranstaltung
in Bonndorf
ausverkauft
Bonndorf – Lange
Schlangen am Eingang
der Stadthalle
zeugten vom
übergroßen Interesse
am Konzert der
Dresdener
A-capella-Band „Medlz“.
Glücklich war, wer
eine Eintrittskarte
im Vorverkauf
erworben oder
wenigstens
reserviert hatte.
Petra Kaiser von der
Touristinformation
Bonndorf, die den
Vorverkauf regelte,
bestätigte: „Wir
hätten die Karten
für jeden Preis
verkaufen können.“
230 zahlende
Konzertbesucher
ließen das Foyer
schließlich fast aus
allen Nähten
platzen. Die
frechen,
selbstbewussten
Texte der „Medlz“
stammen überwiegend
aus eigener Feder.
Sie sind mitten aus
dem Leben gegriffen
und es lauern keine
tiefsinnigen
Botschaften
dahinter. „Sag' mal,
gibt's dich auch in
Schön? Sag' mal,
gibt's dich auch in
Nett? Sag' mal,
gibt's dich auch in
Klug? Ich hab' echt
von dir genug!“,
lauten sie etwa.
Fast alle
Konzerttitel wie:
„Entspann dich“,
„Sex am Telefon“,
„Unser Jahr“ stammen
aus der aktuellen CD
„Aufgetaucht“.
Aber auch mit
Pop-Klassikern wie „Toxic“
oder einem Medley
aus „We will rock
you“ (Queen), „They
don't are about us“
(Michael Jackson)
und „Rock me
Amadeus“ (Falco)
punkteten die
stimmgewaltigen
Sängerinnen. Die „Medlz“
– Bine, Lydia, Mary,
Nelly und Silli
sangen bereits im
Kindesalter im
philharmonischen
Kinderchor Dresden.
Durch ihre
„jahrzehntelang“
Zusammenarbeit, die
sich auf eine
klassische
Gesangsausbildung
stützt, gelingt dem
Quintett ein
perfektes
stimmliches
Zusammenspiel.
Trotzdem bleibt
jeder Sängerin
genügend Freiraum,
eigene Stärke zu
betonen. Mit
Ausnahme eines
Cajuns verzichten
die „Medlz“ auf
Instrumentalbegleitung
– selbst der Bass
ist mundgemacht.
Doch nicht nur
akustisch, auch
optisch sind die
fünf charmanten
Dresdenerinnen
äußerst attraktiv.
Kein Wunder also,
dass es solche
eingefleischten Fans
wie Jürgen Goy aus
der Nähe von Aachen
in
Nordrhein-Westfalen
gibt. In Bonndorf
besuchte er sein 45.
„Medlz“-Konzert. Als
wahrer Kenner der
Band meinte er: „Es
war ein ganz
besonderes Publikum
und eine
einzigartige
Stimmung bei diesem
Konzert.“
|
Badische Zeitung
15.04.2010
Medlz
haben den Bogen raus
Vollkommen
ausverkauft war die
Folktreffveranstaltung
am Freitagabend im
Foyer der
Stadthalle. Mit viel
Witz und Charme
rissen die fünf
jungen Dresdnerinnen
der
à-cappella-Popband "Medlz"
ihr Publikum mit.
BONNDORF. Vollkommen
ausverkauft war die
Folktreffveranstaltung
am Freitagabend im
Foyer der
Stadthalle. Mit viel
Witz und Charme
rissen die fünf
jungen Dresdnerinnen
der
à-cappella-Popband "Medlz"
ihr Publikum mit.
Egal ob jung, ob
alt; hier war für
Jeden etwas dabei.
"Hallo Bonndorf!"
lautete ihr
Begrüßungsruf, der
sofort von einigen "Medlz-Kennern"
mit "Hallo Medlz!"
erwidert wurde. Auf
diese Art und Weise
wurde das Publikum
zwischendurch immer
mal wieder in das
Programm mit
einbezogen.
Kurzerhand teilten
die Künstlerinnen
ihre Gäste in drei
Gruppen ein, von
denen jede einen
extra Teil zu singen
bekam und voller
Begeisterung den
vorgegebenen Text
zum Besten gab. Die
Medlz waren sich
sofort einig:
Bonndorf ist ein
super Publikum, die
bekommen das schon
ganz ohne Bine,
Nelly, Mary, Silli
und Lydia hin. Doch
die Bonndorfer
ließen die
Sängerinnen
natürlich nicht
gehen, was es auf
gar keinen Fall zu
bereuen galt. Sowohl
eigene Kompositionen
als auch gecoverte
Songs bekannter
Interpreten wurden
von den fünf flotten
Damen zum Besten
gegeben. Unter
anderem gab es hier
"We will rock you”
von Queen, Britney
Spears’ "Toxic” und
"Mercy” von Duffy zu
hören. Auch ihre
eigenen Titel, wie
"Mein Hund ist
schwul", "Unser
Jahr" und
"aufgetaucht", kamen
beim Publikum
bestens an. In ihren
eigenen Songs
beschäftigen sich
die Medlz
überwiegend mit
Liebe im
allgemeinen, mit
heimlichen
Beziehungen und Sex.
Mal bekommen die
Lieder eine
humorvolle Note, mal
eine besinnliche,
mal bringen sie
richtigen Schwung in
die Bude.
Hin und wieder
griffen die Medlz zu
einem Keyboard oder
einem Cajòn
(Schlagzeug) als
Begleitung,
größtenteils wurden
sie aber ihrem
Anspruch als
à-cappella-Popband
gerecht. Und ganz
ehrlich: Auf
Instrumente können
die fünf
ausgebildeten
Sängerinnen gut
verzichten. Guter
Sound, Melodie und
Rhythmus – all das
meistern die Medlz
allein mit ihren
Stimmen. Hinzu kommt
eine hervorragende
Bühnenperformance,
wobei die fünf Medlz
auch immer wieder
mit ihrem Publikum
flirten.
Mittlerweile nehmen
die Künstlerinnen
ihre CDs in ihrem
eigenen Tonstudio in
Dresden auf. Im
letzten Jahr
gründeten sie ihr
eigenes Label und
brachten gleich zwei
Alben raus. Auf
ihrem aktuellen
Album "aufgetaucht"
befinden sich nur
eigene Kompositionen
und auch jetzt sind
die Medlz wieder
dabei, ein neues
Album zu
produzieren. Wer
sich Autogramme der
Künstlerinnen
ergattern, oder ein
eigenes Foto mit
ihnen schießen
wollte, der hatte am
Freitagabend die
Gelegenheit dazu.
Einen runden
Abschluss bekam das
Konzert, indem es
mit dem gleichen
Lied beendet wurde,
mit dem es auch
begonnen hatte. Doch
selbst nach zwei
Zugaben wollte das
Publikum die Stars
des Abends noch
nicht gehen lassen
und mit Standing
Ovations gelang es
ihm, die Medlz zu
einem weitern Stück
zu "überreden". Hier
wurde nun noch die
eigene
Interpretation von
Beethovens "Ode an
die Freude" zum
Besten gegeben,
womit die Medlz
wieder auf ihr
Zusammenfinden im
Philharmonischen
Kinderchor Dresden
im Jahre 1996 Bezug
nahmen. Das
Gastspiel der Medlz
im Folktreff dürfte
vielen noch lange
als echter Höhepunkt
in Erinnerung
bleiben.
Wer mehr über die
Band, die Medlz
selbst und ihre
bevorstehende
Weihnachtstour am
Ende des Jahres
durch Deutschland
erfahren möchte,
kann sich unterhttp://www.medlz.de informieren. |
Südkurier 22.03.2010
Dieser Blues lässt
keinen kalt
Bonndorf –
Stimmungsvolle
Blues-Akkorde und
einfühlsame
Gospelsongs ertönten
beim Auftritt des
schwäbisch-pfälzischen
Duos „Making Blues“
im Foyer der
Stadthalle. Albert
Koch und Ignaz
Netzer zogen die
Bonndorfer
Blues-Liebhaber auf
Anhieb in ihren
Bann.
Die Musik ging
direkt ins Blut, so
dass das Publikum
den ganzen Abend
begeistert
mitklatschte, mit
den Fingern
schnipste und
mitsang.
Bei „Making
Blues“ ist der Name
Programm. Es wurde
Blues in vielen
Variationen geboten,
wobei die Texte
immer von
„Liebeskummer,
Pleiten oder beidem
zusammen handeln“,
wie Albert Koch
ironisch anmerkte.
Die mitreißende
Darbietung der
beiden
charismatischen
Musiker lebte auch
von lockeren
Sprüchen und
Anekdoten.
Mit neu
arrangierten
Coversongs, darunter
„Summertime“ und
„Bobby McGee“,
begeisterte das Duo
genau so wie mit
Eigenkompositionen.
Nachhaltig
beeindruckte das
sozialkritische
Stück „Brown Monkeys“,
zu dessen Entstehung
Ignaz Netzer durch
drei Neonazis mit
dem „IQ einer
Bachforelle“
inspiriert wurde.
Ignaz Netzer ist mit
einer Stimme
gesegnet, die kaum
„schwärzer“ und
bluesiger klingen
könnte. Auch auf der
Gitarre und der
Mundharmonika ist er
ein Meister. Doch
Band-Kollege Albert
Koch steht seinem
Partner in nichts
nach und erzeugt auf
seiner Mundharmonika
Klänge, die manchmal
unglaublich sanft,
dann aber wieder
voluminös wie ein
Orchester anmuten.
Während bei
tiefsinnigen
Balladen aufmerksame
Stille herrschte,
war das Publikum bei
den typischen
Blues-Rhythmen nicht
zu halten. Bereits
1998 schlossen sich
Albert Koch und
Ignaz Netzer zu „Making
Blues“ zusammen.
Durch die lange
gemeinsame Erfahrung
gelingt ihnen ein
perfektes
Zusammenspiel.
Trotzdem lässt jeder
dem anderen genügend
Spielraum, um die
eigenen Stärken zu
demonstrieren. Auch
als Solokünstler
oder in anderen
Bands sind die
beiden erfolgreich.
Bei ihrem Auftritt
im Folktreff
überzeugten das Duo
dermaßen, dass man
sich manchmal eher
auf einem
Baumwollfeld im
Süden der USA als in
der Bonndorfer
Stadthalle wähnte.
|
Badische Zeitung
21.03.2010
Eine
Stimme, zwei
Instrumente
Ignaz Netzer und
Albert Koch
starteten in den
jüngsten Folktreff,
und zwar unter der
Devise "Making
Blues". Dem Publikum
ging es angesichts
dieser beiden
herausragenden
Musiker mehr als
gut, bekommt man
doch nicht oft
derart gute Musik zu
hören.
"Bonndorf, tell me –
how are you?" Mit
dieser freundlichen
Aufforderung
starteten Ignaz
Netzer und Albert
Koch in den jüngsten
Folktreff, und zwar
unter der Devise "Making
Blues". Bonndorf
ging es angesichts
dieser beiden
herausragenden
Musiker in der Tat
mehr als gut,
bekommt man doch
nicht oft derart
gute Musik zu hören.
Blues hört sich
vordergründig
schlicht an, reichen
doch Gitarre,
Mundharmonika und
Gesang für die
Ur-Besetzung. Auch
die Botschaften der
Songs scheinen
thematisch eng
begrenzt, fängt der
klassische Blues
doch mit "I woke up
this morning" an, um
sich sodann im
Wesentlichen drei
Themen zu widmen:
dem Verlassenwerden,
dem Verlustes
sämtlicher monetärer
Mittel, oder – als "worst
case scenario" – dem
gleichzeitigen
Verlust von Weib,
Auto und Geld bei
leerem Kühl- und
Kleiderschrank. Eine
solch desaströse
Situation kann nur
noch im Blues
Ausdruck finden.
Was indes Ignaz
Netzer und Albert
Koch aus diesem
scheinbar schlichten
Grundmix zuwege
bringen, sucht
seinesgleichen. Zum
einen ist das
Gitarrenspiel von
Ignaz Netzer kaum zu
überbieten, sei es
hinsichtlich der
Präzision, des
Ausdrucks, der
Rhythmik oder der
Klangfülle. Albert
Koch an der
Mundharmonika,
besser gesagt an 22
unterschiedlichen
Harmonikas und
zeitweilig sogar
zweien gleichzeitig,
steht dem in rein
gar nichts nach. Die
Intensität, mit der
beide Musiker ihre
Instrumente
beherrschen – oder
sollte man eher
sagen liebkosen? –
dürfte nahezu
unübertroffen sein.
Professionell
wechselt das Duo die
Programmfolge und
nimmt das
hingerissene
Publikum eins ums
andere mal mit auf
eine abenteuerliche
musikalische Reise
in die Neue Welt.
Die Gesangsqualität
des Duos steht der
herausragenden
Performance an den
Instrumenten in
nichts nach, vor
allem Ignaz Netzer
entführt mit seinem
rauchigen Timbre in
die Saloons des
mittleren Westens.
Herausragend
interpretiert das
Duo "Summertime" aus
George Gershwins
Porgy and Bess oder
auch die legendäre
Janis Joplin mit "Me
and Bobby Mcgee".
Die beiden schaffen
unplugged mehr
Soundeffekt als
manch große Band und
begeistern mit ihren
exzellenten
Improvisationen.
Jeder Song bekommt
hier seine
individuelle Note.
Großen Raum nehmen
eigene Lieder ein,
die zuweilen einer
politischen Aussage
nicht entbehren,
etwa "Brown Monkeys".
In "Corinna", "Walk
on", "Harp Boogie",
"Walking Blues" oder
"Hey Baby" treten
die vielfältigen
Facetten des Blues
zutage. Bei "Talk to
me baby" lassen sich
die Zuhörer nicht
zweimal zum
Mitsingen
auffordern, wie
diese überhaupt
viele Songs
unvermittelt
mitschnipsen,
-klatschen oder
-singen.
Nur höchst ungern
entlassen sie die
beiden Musiker nach
einem packenden
Konzert. Dass das
Stadthallenfoyer bei
dieser
herausragenden Musik
nicht ganz so voll
besetzt ist, wie bei
anderen
Folktreffveranstaltungen,
tut der Stimmung
absolut keinen
Abbruch. Im
Gegenteil, die
Atmosphäre ist fast
schon intim, es hat
beinahe etwas
Elitäres, dabei sein
zu dürfen.
|
Südkurier 02.03.2010
Heiße
Rhythmen animieren
zum Tanzen
Lebenslust, Freude
und sonnige Gefühle,
trotz noch
winterlicher
Temperaturen
draußen, zauberten
die Reggae-Musiker
von Nyabinghia am
Freitagabend auf
Einladung des
Folktreffs ins Foyer
der Stadthalle. Die
Veranstalter
unterstützten mit
passendem Cuba Libre
an der Bar und so
gelang es der Gruppe
auf Anhieb, sich mit
ihrer authentischen
Reggae-Musik direkt
in die Herzen der
Gäste zu spielen.
Von Anfang an
wippten und tanzten
sie mit, ganz dem
Bandmotto
entsprechend,
„vergesst eure
Sorgen und tanzt“.
Der in Togo
geborenen Sänger und
Gitarristen Senah
Gbessaya alias „Iron
Leo“ gründete
Nyabinghia 2004. Mit
dabei sind Kay
Wegner (Keyboard,
Gesang), Andreas
Jessat (Bass) und am
Schlagzeug der
Brasilianer Tito
Araújo.
Die vier sind
absolut souveräne
Vollblutmusiker und
„Showman“ Leo
spielte seine
E-Gitarre zeitweise
sogar mit den
Zähnen. Coversongs
des Band-Idols Bob
Marley wie „Exodus“,
„No woman, no cry“,
„I shot the Sheriff“
gehörten genauso zum
Repertoire wie
eingängige
Eigenkompositionen.
Die Songs handeln
von den typischen
Rastafari-Themen wie
Freiheit,
Unabhängigkeit,
Toleranz und
Frieden. Viele der
eigenen Lieder
stammen aus der
aktuellen CD „Dreams
Reloaded“ und
beweisen, dass
Reggae keine
Sprachgrenzen hat,
das funktioniert in
afrikanischer,
englischer,
französischer und
deutscher Sprache.
Als Reggae klingt
selbst ein Titel wie
„Regentropfen“ nach
Sonne. Einige
Lieder, wie „Rebel
in Zion“ oder „Torpido“
sind unverkennbar
vom Ska Rhythmus
geprägt, der seinen
Ursprung übrigens
nicht in England
sondern in Jamaika
hat. Die Jungs von „Nyabinghia“
wirkten keine Minute
müde, hüpften,
tanzten, strahlten
unentwegt und zum
Abschluss
überraschten sie
noch mit ihrer ganz
eigenen
Interpretation des
Jimi-Hendrix-Klassikers
„Hey Joe“. Als
Zugabe zelebrierte
die Band „Are you
ready“ und bezog das
Publikum ein. Mit
ihrem Konzert ist es
der Band gelungen
für zweieinhalb
Stunden Lebensfreude
nach Bonndorf zu
holen.
|
Badische Zeitung
01.03.2010
Nicht
nur Musik, auch
Lebensgefühl
Reggaeband "Nyabinghia"
heizt im Folktreff
kräftig ein /
Spielfreude der
Musiker schwappt
schnell aufs
Publikum über.
"Vergesst eure
Sorgen und tanzt."
Mit diesen Worten
kündigte sich die
Reggaeband "Nyabinghia"
beim Bonndorfer
Folktreff an. In der
Tat konnte man beim
mitreißenden Sound
der vier Musiker die
Sorgen vergessen und
mit ihnen auch die
anhaltende
Winterkälte im
Schwarzwald. "Nyabinghia"
heizten dem Publikum
nämlich mächtig ein,
mit Reggae, Rock,
Funk, Ska oder auch
Hip-Hop. Die
meisten Songs sind
Eigenkreationen und
finden sich auf der
neuesten CD der Band
wieder, aber
natürlich fehlte
auch Reggae-Idol Bob
Marley nicht im
Repertoire. Dieser
hätte seine wahre
Freude gehabt an der
Art, wie die vier
Jungs aus Rostock
seine Welthits "No
woman no cry" oder
"I shot the Sheriff"
interpretierten –
die Reaktionen des
Publikums jedenfalls
waren eindeutig
nicht zu toppen.
Begeisternd war auch
die Spielfreude von
Frontmann Iron Leo,
Bassist Andreas
Jessat, Schlagzeuger
Tito Aranjo und
Pianist Kay Wegner,
die um die Wette zu
strahlen schienen,
hüpften, tanzten,
wippten und damit
eben nicht nur Musik
machten, sondern von
der Bühne aus ein
neues Lebensgefühl
rüberbrachten.
Anders formuliert:
Die Jungs zeigten
einfach eine geniale
Bühnenpräsenz. Der
Funke ins Publikum
sprang gleich über,
schon nach wenigen
Liedern hielt es
viele nicht mehr auf
den Plätzen – sofern
sie überhaupt einen
hatten –, Tanzbeine
wurden geschwungen
und der Aufforderung
zum Mitsingen nur
allzu gerne gefolgt.
Iron Leo und seine
Band nahmen das
Publikum mit auf
einen Trip in ihre
Philosophie, die
ebenso Toleranz wie
Zivilcourage oder
das Eingestehen
begangener Fehler
fordert. Allerdings
hört die Toleranz
beim Terrorismus
auf, wenn im Namen
der Religion getötet
wird, stellte Leo
klar. "Change your
life", "Man no run",
"Get up", "Babylon”
oder "Rebel in Zion"
sprechen allein
schon vom Titel her
für sich.
"Regentropfen"
dürfte so ziemlich
der einzige
deutschsprachige
Reggae sein und wer
die Hautfarbe von
Frontmann Leo oder
Schlagzeuger Tito
berücksichtigt, den
verwundert es nicht,
dass der Titel so
lautet.
|
Südkurier
26.01.2010
Auf
der Suche nach
Entschleunigung
Am
Freitagabend begab
sich beim Bonndorfer
Folktreff der
österreichische
Kabarettist Werner
Brix als gestresster
Manager auf die
Suche nach
Entschleunigung.
„Allein im Megaplexx“
heißt sein
Soloprogramm, das er
im vollbesetzten
Foyer der Stadthalle
aufführte und für
welches er 2005 mit
dem Salzburger
Radio-Kabarett-Preis
„Salzburger Stier“
ausgezeichnet wurde.
Zahlreiche weitere
Kleinkunst-Preise
und
Fernsehproduktionen
(„Kommissar Rex“ und
„Stockinger“)
machten den Künstler
bekannt.
Ganz allein
agierte der Künstler
auf der Bühne und
vermittelte trotzdem
die Illusion, als
hielte er
Zwiesprache mit
einem unsichtbaren
Therapeuten, dessen
Rolle das Publikum
einnahm. Sein
Programm ist die
grandiose Abrechnung
mit dem schnellen
und oberflächlichen
Zeitgeist. Als
hyperaktiver Manager
wird er quasi zum
Patienten wider
Willen, der ständig
behauptet, dass mit
ihm alles in bester
Ordnung sei. Ja,
dass Stress sein
Lebenselixier,
erwiesenermaßen
sogar gesund sei und
sich konstruktiv auf
ihn auswirke. Keine
ruhige Minute gibt
es für den
Workaholic, es sei
denn, der Akku gibt
seinen Geist auf.
Und so klingelt
auch während seiner
Therapiestunde
ständig das Handy.
Völlig entnervt
wimmelt er seine
Mutter ab, gibt
seinem Angestellten
Instruktionen bei
Computerproblemen
oder rezitiert für
seine intelligente
sechsjährige Tochter
skurrile
Dada-Gedichte zum
Einschlafen.
Der Tagesablauf
des ständig unter
Druck stehenden,
erfolgreichen
Managers ist
natürlich minutiös
geplant und lässt
ihm rein rechnerisch
gerade einmal 1,24
Pinkelpausen pro
Tag. Da kann auch
schon mal was
danebengehen, wenn
die Toilette zu weit
entfernt war.
Glücklicherweise
kennt er zahlreiche
Methoden, um Zeit
einzusparen. Dafür
hat der pfiffige
Manager eine
Software namens „Pinkel-Spy“
erfunden, die nach
Lücken im Organizer
sucht.
Auch beim Kochen
und Essen spart er
wichtige Zeit, indem
er auf
Instant-Fertiggerichte
mit den wertvollen
„Vitaminen“ E621 und
E637 zugreift. Mit
dem Strohhalm
„gegessen“, bleiben
die Hände frei zum
Arbeiten.
Schnelligkeit ist
für ihn eine Frage
des Images und ein
Urtrieb. Er ist
froh, dass die
heutige Jugend
multitasking-fähig
ist und beim
Schreiben von
SMS-Nachrichten
keine wertvolle Zeit
verliert. Die
frustrierten
Franzosen hingegen
verschwenden
beispielsweise für
ein einziges „O“
ganze 4 Buchstaben
wie er anhand des
Wortes „Bordeaux“
verdeutlichte.
Zuweilen schnell,
wie aus einem
Maschinengewehr
kommen die Pointen
des großartigen
Kabarettisten, die
scheinbar nie enden
und das Publikum
nonstop zum Lachen
bringen. Eine vom
Therapeuten
verordnete
fünfminütige
Sprechpause wird für
Brix zur reinsten
Tortur und er gerät
völlig aus der
Fassung. Der
eigentlich coole
Yuppie schlägt um
sich, zuckt, kratzt
und rauft sich die
Haare. Überhaupt
lebt Werner Brix
Auftritt von seiner
genialen
Schauspielkunst, die
er gekonnt mischt
mit einzigartiger
Mimik und Gestik.
Ein Übriges tut der
liebenswerte
Original Wiener
„Schmäh“ Dialekt.
Der Zusammenbruch
ist vorprogrammiert
und ausgerechnet in
der Drehtür des
Einkaufszentrums „Megaplexx“
muss er eine
Vollbremsung machen
und sich von allen
seinen Idealen
verabschieden.
„Bisher habe ich nur
an die Kraft von
Geschirrspülertabs
geglaubt“, verrät
der Zeitfreak. Doch
auf einmal sieht er
sich Gott gegenüber
und sinniert über
ein Leben in
Anarchie. Nach
seiner Erleuchtung
ist „Entschleunigung“
das neue
Lebensmotto.
Plötzlich ist er
relaxt, wie
ausgewechselt und
legt auch dem
Publikum dringend „Entschleunigung“
ans Herz.
Mit verblüffender
Authentizität, einer
gehörigen Portion
Schalk und seinem
unglaublich
komödiantischen
Talent machte Werner
Brix den Auftritt
beim Folktreff zu
einem echten
Highlight.
|
Badische Zeitung
26.01.2010
Publikum wird zum
Psychiater
BONNDORF. Am
Freitagabend begab
sich beim Bonndorfer
Folktreff der
österreichische
Kabarettist Werner
Brix als gestresster
Manager auf die
Suche nach
Entschleunigung.
"Allein im Megaplexx"
heißt sein
Soloprogramm, das er
im voll besetzten
Foyer der Stadthalle
aufführte und für
das er 2005 mit dem
Salzburger
Radio-Kabarett-Preis
"Salzburger Stier"
ausgezeichnet wurde.
Zahlreiche weitere
Kleinkunst-Preise
und
Fernsehproduktionen
("Kommissar Rex" und
"Stockinger")
machten den Künstler
bekannt.
Ganz
allein agierte der
Künstler auf der
Bühne und
vermittelte trotzdem
die Illusion als
hielte er
Zwiesprache mit
einem unsichtbaren
Therapeuten, dessen
Rolle das Publikum
einnahm. Sein
Programm ist die
grandiose Abrechnung
mit dem schnellen
und oberflächlichen
Zeitgeist. Als
hyperaktiver Manager
wird er quasi zum
Patienten wider
Willen, der ständig
behauptet, dass mit
ihm alles in bester
Ordnung sei. Ja,
dass Stress sein
Lebenselixier,
erwiesenermaßen
sogar gesund sei und
sich konstruktiv auf
ihn auswirke. Keine
ruhige Minute gibt
es für den
Workaholic, es sei
denn, der Akku gibt
seinen Geist auf.
Und so klingelt auch
während seiner
Therapiestunde
ständig das Handy.
Völlig entnervt
wimmelt er seine
Mutter ab, gibt
seinem Angestellten
Instruktionen bei
Computerproblemen
oder rezitiert für
seine intellektuelle
sechsjährige Tochter
skurrile
Dada-Gedichte zum
Einschlafen. Der
Tagesablauf des
ständig unter Druck
stehenden,
erfolgreichen
Managers ist
natürlich minutiös
geplant und lässt
ihm rein rechnerisch
gerade einmal 1,24
Pinkelpausen pro
Tag. Da kann auch
schon mal was
danebengehen, wenn
die Toilette zu weit
entfernt war.
Glücklicherweise
kennt er zahlreiche
Methoden, um Zeit
einzusparen. Dafür
hat der pfiffige
Manager eine
Software namens "Pinkel-Spy"
erfunden, die nach
Lücken im Organizer
sucht. Auch beim
Kochen und Essen
spart er wichtige
Zeit, indem er auf
Instant-Fertiggerichte
mit den wertvollen
"Vitaminen" E621 und
E637 zurück greift.
Mit dem Strohhalm
"gegessen", bleiben
die Hände bleiben
frei zum Arbeiten.
Schnelligkeit ist
für ihn eine Frage
des Images und ein
Urtrieb. Er ist
froh, dass die
heutige Jugend
multitasking-fähig
ist und beim
Schreiben von
SMS-Nachrichten
keine wertvolle Zeit
verliert. Die
frustrierten
Franzosen hingegen
verschwenden
beispielsweise für
ein einziges "O"
ganze 4 Buchstaben
wie er anhand des
Wortes "Bordeaux"
verdeutlichte.
Zuweilen schnell wie
aus einem
Maschinengewehr
kommen die Pointen
des großartigen
Kabarettisten, die
scheinbar nie enden
und das Publikum
nonstop zum Lachen
bringen. Eine vom
Therapeuten
verordnete
fünfminütige
Sprechpause wird für
Brix zur reinsten
Tortur und er gerät
völlig aus der
Fassung. Der
eigentlich coole
Yuppie schlägt um
sich, zuckt, kratzt
und rauft sich die
Haare. Überhaupt
lebt Werner Brix
Auftritt von seiner
genialen
Schauspielkunst, die
er gekonnt mischt
mit einzigartiger
Mimik und Gestik.
Ein Übriges tut der
liebenswerte
Original Wiener
"Schmäh" Dialekt.
Der Zusammenbruch
ist vorprogrammiert
und ausgerechnet in
der Drehtür des
Einkaufszentrums "Megaplexx"
muss er eine
Vollbremsung machen
und sich von allen
seinen Idealen
verabschieden.
"Bisher habe ich nur
an die Kraft von
Geschirrspülertabs
geglaubt" verrät der
Zeitfreak. Doch auf
einmal sieht er sich
Gott gegenüber und
sinniert über ein
Leben in Anarchie.
Nach seiner
Erleuchtung ist "Entschleunigung"
das neue
Lebensmotto.
Plötzlich ist er
relaxt, wie
ausgewechselt und
legt auch dem
Publikum dringend "Entschleunigung"
ans Herz.
Mit verblüffender
Authentizität, einer
gehörigen Portion
Schalk und seinem
unglaublich
komödiantischen
Talent machte Werner
Brix den Auftritt
beim Folktreff zu
einem echten
Highlight. Das
begeisterte
Bonndorfer Publikum
bedankte sich bei
ihm dafür mit
kräftigem Applaus.
|
Südkurier 15.12.2009Nibelungensage als Spektakel
Wenn Bea von Malchus die Nibelungen spielt, reduziert sich das nicht nur auf Heldensage, Kultur und Theater. Denn was Bea von Malchus in diese Sage aller Sagen reinpackt, ist unübertroffen. Da ist zum einen ihre umwerfende Mimik, die sie von hässlicher Fratze zu allerliebstem Augenaufschlag in ebenso rasanter Abfolge verändert wie ihre Tonlage. In einem Augenblick zuckersüß säuselnd, brüllt sie schon im nächsten los, dass dem Zuschauer hören und sehen vergeht, sie rülpst, grunzt oder schnarcht, um in nicht minder raschem Wechsel sodann wieder zu distanziertem Erzählton zurück zu finden.
Ihre brillante Sprachkunst und Mimik ergänzt Bea von Malchus mit überzeugendem Schauspiel, so dass sie mit spärlichsten Requisiten hervorragende Bühnenperformance bietet. Unspektakulär geschminkt und kostümiert genügen der Künstlerin gerade mal eine Eisenbahnsitzbank und ein goldenes Köfferchen. Damit fesselt sie ihr Publikum derart intensiv, dass sich nach mehr als 90 Minuten Schauspiel einige richtiggehend erschlagen fühlen. Bea von Malchus schont die Zuhörer nicht. Sie fordert uneingeschränkte Aufmerksamkeit, trägt aber auch das ihre dazu bei, dass sich ihr niemand entziehen kann.
Mehr als 25 Personen spielt die Frau, überzeugt mit jeder einzelnen dieser vielen Rollen, vereint in ihrer Bühnenshow bravourös den klassischen Inhalt der Nibelungensage mit der aktuellen Situation und menschlichen Schwächen, lässt dabei dennoch Spielraum für die Fantasie der Zuhörer. Als Tante Hilde reist sie mit ihrem kleinen Neffen Siggi – der mit dem Überbiss – im Zugabteil von Dresden nach Passau, von original sächsischen Lautsprecherdurchsagen durchdrungen. Natürlich ergibt sich Kontakt zu den Mitreisenden, skrupellose rheinländische Finanzmakler, die im ständigen mobilen Telfonkontakt mit „Richie“ sind.Tante Hilde erzählt ihrem kleinen Begleiter während der langen Reise die Heldensage aus dem finsteren Mittelalter und lässt die burgundische Königsfamilie mit Kriemhild, Gunter, Gernot, Giselher und Hagen ebenso wie Siegfried und Brunhild lebendig werden. Kriemhild gibt das anständige Edelfräulein, das sich in Gesellschaft von Kater Wagner nach Vorlage aus der Zeitschrift Brigitte im Kreuzstich übt, den man – wer weiß das schon? – irgendwann brauchen könnte. Der gesellige Gunter spricht nur allzu gerne Hochprozentigem zu und Giselher gibt den Schwulen, mutiert dabei gar zu Gisèle. Siegfried ist nicht nur schön und blond, der ADHS-geplagte Königssohn aus Xanten (ADHS: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) hat schon als Fünfjähriger im Spiel aus Versehen eine ausgewachsene Sau erdrückt. Im spannendsten Moment bekommt klein Siggi Lust auf „Ritter Sport“, Tante Hilde jedoch weist ihn zurecht: Ritter Sport hat man nicht, das macht man. Derweil stößt der edle Siegfried auf seiner Entdeckungsreise in einer badischen Schmiede auf Mobbing und Fremdenhass, sieht sich unversehens in der Situation, dass er einen Drachen erschlug, unverwundbar wurde, nach einem klassischen win-win-Deal im Besitz eines Schatzes und einer Tarnkappe und am Ende sogar eines Anlageberaters ist. Gunter, der an das Bier aus dem Schwarzwald erinnert, verlangt es nach Brunhild, Walküren werden zu Fremdenführerinnen, Alberich zu Albert Rich, Krim- und Brunhild zanken sich im klassischen Zickentheater. Dazwischen fragt klein Siggi doof: „Ist die Ehe eine Strafe?“, freut sich am Ende aber doch, dass bei dieser coolen Horrorgeschichte schließlich alle tot sind, sogar die Guten. Hagen zieht am Ende nach Bayern, baut einen Tempel für Wagner und Tante Hilde träumt mit klein Siggi von ihrem Häuschen auf Island…
Spätestens hier war den staunenden Besuchern klar, weshalb Folktreff-Vorsitzende Gudrun Deinzer, wie sie einleitend bekannte, beim ersten Kontakt mit Bea von Malchus bereits nach drei Minuten wusste, dass sie diese Ausnahmekünstlerin auf der Bonndorfer Bühne haben musste! Das abwechslungsreiche Jahresprogramm des Folktreffs wurde mit Bea von Malchus um eine beachtliche Facette reicher. Der Mut, ein solches Nischenprogramm auf die Bonndorfer Bühne zu holen, wurde belohnt, kamen doch nicht nur unerwartet viele Besucher ins Foyer der Stadthalle, sondern sogar Gäste aus Berlin und Frankfurt, die ob dieser anspruchsvollen Vorführung restlos begeistert waren.
|
|
|
Badische Zeitung 13.12.2009
Bea von Malchus begeistert im Folktreff
Multitalent schlüpft in 25 Rollen
Wenn Bea von Malchus die Nibelungen spielt, reduziert sich das nicht nur auf Heldensage, Kultur und Theater. Denn, was Bea von Malchus in diese Sage aller Sagen reinpackt, ist unübertroffen. Davon konnten sich die Besucher des Folktreffs am Freitagabend überzeugen.
BONNDORF. Wenn Bea von Malchus die Nibelungen spielt, reduziert sich das nicht nur auf Heldensage, Kultur und Theater. Denn, was Bea von Malchus in diese Sage aller Sagen reinpackt, ist unübertroffen. Davon konnten sich die Besucher des Folktreffs am Freitagabend im Foyer der Bonndorfer Stadthalle überzeugen.
Da ist zum einen ihre umwerfende Mimik, die sie von hässlicher Fratze zu allerliebstem Augenaufschlag in ebenso rasanter Abfolge verändert wie ihre Tonlage oder die Dialekte. In einem Augenblick zuckersüß säuselnd, brüllt sie schon im nächsten los, dass dem Zuschauer hören und sehen vergeht, rülpst, schnarcht und grunzt, um in nicht minder raschem Wechsel sodann wieder zu distanziertem Erzählton zurück zu finden. Ihre brillante Sprachkunst und Mimik ergänzt Bea von Malchus mit überzeugendem Schauspiel, so dass sie mit spärlichsten Requisiten hervorragende Bühnenperformance bietet. Unspektakulär geschminkt und kostümiert, genügt der Künstlerin gerade mal eine Eisenbahnsitzbank und ein goldenes Köfferchen. Damit fesselt sie ihr Publikum derart intensiv, dass sich nach mehr als 90 Minuten Schauspiel einige richtiggehend erschlagen fühlen. Bea von Malchus schont die Zuhörer nicht. Sie fordert uneingeschränkte Aufmerksamkeit, trägt aber auch das ihre dazu bei, dass ihr die tatsächlich zuteil wird.
Mehr als 25 Personen spielt die Frau, überzeugt dabei mit jeder einzelnen dieser vielen Rollen, vereint in ihrer Bühnenshow bravourös den klassischen Inhalt der Nibelungensage mit der aktuellen Situation und menschlichen Schwächen und lässt dabei noch Spielraum für die Fantasie der Zuhörer. Als Tante Hilde reist sie mit ihrem kleinen Neffen Siggi – der mit dem Überbiss – im Zugabteil von Dresden nach Passau, von original sächsischen Lautsprecherdurchsagen durchdrungen. Natürlich ergibt sich Kontakt zu den Mitreisenden, skrupellose rheinländische Finanzmakler, die im ständigen mobilen Telefonkontakt mit "Richie" sind. Tante Hilde erzählt ihrem kleinen Begleiter während der langen Reise die Heldensage aus dem finsteren Mittelalter und lässt die burgundische Königsfamilie mit Kriemhild, Gunter, Gernot, Giselher und Hagen ebenso wie Siegfried und Brunhild lebendig werden. Kriemhild gibt das anständige Edelfräulein, das sich in Gesellschaft von Kater Wagner nach Brigitte-Vorlage im Kreuzstich übt, den man – wer weiß? – irgendwann brauchen könnte. Der gesellige Gunter spricht nur allzu gerne Hochprozentigem zu und Giselher gibt den Schwulen, mutiert dabei gar zu Gisèle. Siegfried ist nicht nur schön und blond, der ADHS-geplagte Königssohn aus Xanten hat schon als Fünfjähriger im Spiel aus Versehen eine ausgewachsene Sau erdrückt. Im spannendsten Moment bekommt klein Siggi Lust auf Ritter Sport, Tante Hilde jedoch weist ihn zurecht: Ritter Sport hat man nicht, das macht man. Derweil stößt der edle Siegfried auf seiner Entdeckungsreise in einer badischen Schmiede auf Mobbing und Fremdenhass, sieht sich unversehens in der Situation, dass er einen Drachen erschlug, unverwundbar wurde, nach einem klassischen win-win-Deal im Besitz eines Schatzes und einer Tarnkappe und am Ende sogar eines Anlageberaters ist. Gunter, der an das Bier aus dem Schwarzwald erinnert, verlangt es nach Brunhild, Walküren werden zu Fremdenführerinnen, Alberich zu Albert Rich, Krim- und Brunhild zanken sich im klassischen Zickentheater.
Dazwischen fragt klein Siggi doof: "Ist die Ehe eine Strafe?", freut sich am Ende aber doch, dass bei dieser coolen Horrorgeschichte schließlich alle tot sind, sogar die Guten. Hagen zieht am Ende nach Bayern, baut einen Tempel für Wagner und Tante Hilde träumt mit klein Siggi von ihrem Häuschen auf Island…
Spätestens hier war den staunenden Besuchern klar, weshalb Gudrun Deinzer, wie sie einleitend bekannte, beim ersten Kontakt mit Bea von Malchus bereits nach drei Minuten wusste, dass sie diese Ausnahmekünstlerin auf der Bonndorfer Bühne haben musste! Das abwechslungsreiche Jahresprogramm des Folktreffs wurde mit Bea von Malchus um eine beachtliche Facette reicher. Der Mut der Folktreff-Vorsitzenden, ein solches Nischenprogramm auf die Bonndorfer Bühne zu holen, wurde belohnt, kamen doch nicht nur unerwartet viele Besucher ins Foyer der Stadthalle, sondern sogar Gäste aus Berlin und Frankfurt, die ob dieser anspruchsvollen Vorführung restlos begeistert waren.
|
|
Badische Zeitung
23.11.2009 |
Tom Haydn: Trotz deftiger Wortwahl nie verletzend
BONNDORF (kss). "A bisserl a Mozart, a bisserl a Strauss, a bisserl a Haydn", das gehöre zum Wiener Klischee, sang Kabarettist Tom Haydn im Rahmen des Folktreffs im Bonndorfer Schloss – natürlich mit einem leichten Fingerzeig auf sich selbst. Und das Wiener Klischee scheint dieser fantastische Entertainer geradezu mit der Muttermilch eingesogen zu haben, auch wenn er im Laufe des Abends in Form einiger hinreißend makabrer Beiträge bekennt, aus dem niederösterreichischen Mostviertel zu stammen.
So sei er Ministrant geworden wegen des sich an jede Beerdigung anschließenden Leichenschmauses, bei dem es immer sein Leibgericht, "Rindfleisch mit Semmelkren", gegeben habe. Auch später habe er sich immer unter irgendwelche Trauergemeinden gemischt. Dabei verweist er auf die Alternative "Pietät oder Nulldiät" mit einem derart herrlich schicksalsschwangeren Gesichtsausdruck, dass ihm jeder noch eine Extraportion gönnen würde.
Überhaupt dieses Gesicht! Tom Haydns Texte sind eine wunderbare Melange aus in Schmäh verpackten Unverschämtheiten, amüsant aufbereiteten bitterbösen Zynismen und schwermütig angehauchter Morbidität. Die Musik spielt gekonnt mit Anklängen an die unterschiedlichsten Stile, wozu das in der Tat "wunderbare Orchester" mit Gitarrist Andreas Blüml und Pianist Michael Flügel ein gerüttelt Maß beiträgt. Aber vor allem dieses Gesicht spricht Bände, dazu der jeweils passende Tonfall, von larmoyant über süffisant und ausgesprochen charmant bis leicht keck – einfach zum Quietschen schön. Haydn sucht den Blickkontakt, beißt frivol von der Seite her ins Publikum, wenn er beschreibt, wie er der Hunde versessenen Lady "den Yorkshire-Terrier" machte, geht auch mal durch die Reihen bei der unverblümten Aufforderung "Lass’ uns ganz einfach eine Affäre haben", bei der er sogar den eigenen Charme als Klischee zelebriert. Im Laufe des Abends wird die Erwartungshaltung der Anwesenden immer fantasievoller, da reicht es bereits, dass Haydn wie beiläufig Begriffe in den Raum wirft – "die Ehe…" -, anschließend eine vielsagende Gedankenpause einlegt, und schon kichert, gluckst und prustet es im Saal.
Das bevorzugte Thema von Haydns "Pikanterien" – so der sprechende Titel seines Programms - ist eindeutig das menschlich Allzumenschliche, die vielbeschworene Krise zum Beispiel streift er nur, insoweit sie ihm als Aufhänger dienlich ist, um etwa die (optimistische) deutsche von der (fatalistischen) österreichischen Mentalität abzugrenzen oder die Frage zu stellen, warum sich die modernen Sklavenhalter mit Kündigungen aus nichtigen Gründen plötzlich selbst ihres Betriebseigentums berauben. Sehr aussagekräftig für Haydns speziellen Blick auf die Dinge des Lebens ist dagegen, dass in seiner menschlichen Charakterschau die von Georg Kreisler so trefflich besungene österreichische Lieblingsbeschäftigung des Taubenvergiftens ebenso ihren festen Platz hat wie eine auf die eigene Biografie umgemünzte, ausgesprochen eindrückliche Version von Hildegard Knefs "Für mich soll’s rote Rosen regnen".
Genüsslich schildert er das bäuerliche Milieu seiner Kindheit anhand der Frauen mit ihrer unvermeidlichen ärmellosen Kittelschürzen-Uniform, die dank des synthetischen Materials im Laufe der Jahre "mitwächst" und sich dabei vom zierlichen Blumenmuster zur vollen Blütenpracht entfaltet. Aber auch das eigene Geschlecht bekommt sein Fett, "wenn die Männer alt sind und ihre Wünsche jung…", wenn der Frühling zur Qual wird und ganz neue Berufsgruppen aus der Osteopathie oder Chiropraktiker ins Blickfeld rücken. Dabei wird Haydn trotz deftiger Wortwahl nie verletzend. Davor schützen ihn seine geradezu überbordende Selbstironie, seine immer wieder grandios eingesetzte Sprechkunst und nicht zuletzt seine Musik.
|
|
|
Südkurier 19.10.2009
Unterhaltung ganz ohne Wort
Eine außergewöhnliche Vorstellung ganz ohne Worte bot das Clown-Duo ExtraArt beim Auftritt im Bonndorfer Folktreff.
Etwa 600 Schüler des Bildungszentrums Bonndorf konnte das Clown-Duo ExtraArt bereits in einer Sondervorstellung am Vormittag begeistern (wir berichteten). Manche Schüler waren so fasziniert von den Clownereien, dass sie mit ihren Eltern noch einmal die Abendvorstellung des Folktreffs besuchten. Diese fand nicht im Foyer, sondern in der Stadthalle selbst statt, weil das Foyer für die Jonglier-Nummern zu niedrig war.
Auch das erwachsene Publikum war von Anbeginn der Vorstellung begeistert von der außergewöhnlichen Kunst der beiden Clowns. In der Rolle des ewigen Verlierers glänzte Fabian Flender, der seine runden Kulleraugen und seinen ausdrucksstarken Mund für eine unnachahmliche Mimik einsetzte und entgegen dem Slogan „The winner takes it all“ das Publikum sofort für sich gewann. Bernd Schwarte, in Titisee-Neustadt geboren, gab den „Chefclown“ und wurde nicht müde, seinem Kompagnon mittels Gestik Anweisungen zu geben, die dieser aber meist geflissentlich übersah. Ebenbürtig waren sich die beiden Clowns allerdings in ihrer tollen Akrobatik-Nummer nachdem sie es endlich geschafft hatten, die Matte akkurat auszulegen. Toll auch der Stepptanz, bei dem die typischen Steppgeräusche jedoch mithilfe von aneinander klatschenden Schuhsohlen erzeugt wurden. Vom hohen künstlerischen Niveau von „ExtraArt“ zeugte die darauffolgende flotte Jonglier-Nummer.
Bei ihrem magischen Kistentrick erschloss sich den Zuschauern nicht wirklich, wie Tobias Schwarte aus einer verschlossenen Kiste herauskam, um Fabian den Schlüssel für das Vorhängeschloss zu geben, mit dem dieser die Kiste schließlich öffnete, um Tobias danach wieder herauszulassen. Für wahre Lachsalven im Publikum sorgte eine Nummer mit genialer Choreographie, bei der aus zwei tanzenden Schuhpaaren hinter dem Vorhang plötzlich vier Paare wurden und man sich nicht nur wegen der skurrilen Figuren fragte, welche Fußpaare denn nun echt waren. Da Fabians Faust beim nächsten Programmpunkt in Bernds Saxofon stecken blieb, hätte dieser beinahe nicht spielen können. Anschließend schritten die beiden Clowns zum Duell zu Michael Jackson´s „Thriller“ und boten eine klasse Jonglier-Nummer mit Bällen. Als weiteren Höhepunkt zeigten die beiden außergewöhnlichen Künstler erneut eine atemberaubende Artistik-Einlage und beendeten ihre begeisternde Aufführung mit einer temporeichen Keulen-Jonglage. Während des ganzen Abends wurde übrigens kein einziges Wort gesprochen und so verabschiedete sich das Duo auch auf ganz spezielle Weise vom begeisterten Publikum, indem sie ihren geschriebenen Dank auf Schiefertafeln präsentierten.Annette Friedrich
|
|
|
Badische Zeitung 19.10.2009
Auf schwankenden Rollen in die Höhe
BONNDORF. Mit Artistik, Jonglage und Clownerie begeisterten "extra art" bei der jüngsten Folktreffveranstaltung gleich doppelt, und zwar am Vormittag 600 Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums, am Abend im gewohnten Rahmen der Bonndorfer Kleinkunstinitiative.
Wenn 600 Heranwachsende länger als eine Stunde mucksmäuschenstill eine Bühnenshow verfolgen, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass diese perfekt inszeniert ist. Bernd Schwarte und Fabian Flender wollten jedenfalls am Freitag hoch hinaus. Daher musste diese Kleinkunstveranstaltung vom Foyer in die Stadthalle verlegt werden. Hier überzeugten die herausragenden Artisten in jeder Hinsicht. Mit perfekter Körperbeherrschung und präziser Akrobatik präsentierten sie scheinbar schwerelos atemberaubende Turnübungen, denen man so gespannt folgte, dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. Und wenn Bernd Schwarte auf bedrohlich schwankenden Rollen und Brettern immer höher stieg, unterstützte ihn das Publikum mit rhythmischem Klatschen. Solch akrobatische Höchstleistungen live zu erleben hat eben eine ganz besondere Qualität.
Schon im nächsten Augenblick irritierten die Magier ihr Publikum mit rätselhaften Illusionen. Dabei blieb völlig ungelöst, wer wie in irgendwelchen Kisten und Säcken verschwand, um daraus in Windeseile wieder aufzutauchen. Ihre Vielseitigkeit demonstrierten Bernd Schwarte und Fabian Flender zudem in außergewöhnlichen Jonglierkünsten, die sowohl im Solo als auch im Doppel imponierten.
Und immer wieder belustigten die Clowns mit einer grandiosen Mimik, die ihresgleichen sucht. Hier überzeugte vor allem Fabian Flender, dessen unschuldigen Kulleraugen kaum widerstanden werden kann, so dass er die Herzen der Zuschauer im Handumdrehen eroberte. Die pfiffig lustige Art, wie der Freiburger bei jeder Gelegenheit grinsend um die Gunst des Publikums buhlte, verschaffte ihm eben diese prompt vom ersten Augenblick an. Wenn das freche Lausbubengrinsen sich hin und wieder in Enttäuschung wandelte, konnte der Clown sich eines kollektiv mitleidsvollen "Oooohhs" absolut sicher sein.
Die hervorragend inszenierten Gags dieser charmanten Künstler waren in gut abgestimmter Regie arrangiert, so dass Staunen, Lachen und begeisterter Jubel unter den Besuchern ebenso kurzweilig abwechselten wie das Geschehen auf der Bühne, auf der wohlgemerkt kein Wort gesprochen wurde.
Die Verantwortlichen des Folktreff haben mit dieser Veranstaltung einmal mehr die bunte Vielfalt des Programms und damit eine Besonderheit der Bonndorfer Kleinkunstinitiative unter Beweis gestellt. Dies zeigten nicht zuletzt immer wieder neue Gesichter in den Zuschauerreihen. Im Fall von Extra Art waren darunter viele Familien mit ihren Kindern, die entweder die Vormittagsvorstellung nicht besuchen konnten oder so begeistert waren, dass sie die Show ein zweites Mal sehen wollten. Dass man mit ausgesuchten Künstlern auch gelegentlich den Schülern der örtlichen Schulen Einblick in kulturelle Vielseitigkeit gewährt, ist zudem eine Geste des Folktreff, die Lob verdient.
|
|
Südkurier
23.09.2009
Spritziger
Dauerangriff
aufs Zwerchfell
In
der
ausverkauften
Folktreff-Veranstaltung
machten
sich
Kabarettist
Stefan
Bauer
auf
die
„Suche
nach
dem
verlorenen
Mann“
und
dabei
auf
unvergleichlich
selbstironische
Art
seine
Gedanken,
wie
die
Männer
von
Unterdrückern
zu
Unterdrückten
mutierten.
Foto: Friedrich
Auf seine
äußerst
unterhaltsame
„Suche nach
dem
verlorenen
Mann“ nahm
der aus
Funk- und
Fernsehen
bekannte
Kabarettist
Stefan Bauer
die
Zuschauer
bei der
erneut
ausverkauften
Folktreff-Veranstaltung
im Foyer der
Stadthalle
mit. Die
Harald-Schmidt-Show,
Ottis
Schlachthof,
7 Tage – 7
Köpfe oder
zahlreiche
Auftritte im
„Quatsch-Comedy-Club“
sind nur die
wichtigsten
Stationen
seiner
steilen
Karriere als
Kabarettist.
Auch in
Bonndorf
konnte er
das Publikum
mit seiner
einzigartig
selbstironischen
Art von der
ersten
Minute an
völlig in
Beschlag
nehmen. Mit
Pointen am
laufenden
Band,
untermalt
mit
passender
Mimik und
Gestik,
verübte
Stefan Bauer
eine
Dauerattacke
auf die
Zwerchfelle
der
Zuschauer.
Den ganzen
Abend
sinnierte
der
krisengebeutelte
Single über
die Frage,
warum sich
die Frauen
quasi über
Jahrtausende
unterdrücken
ließen und
nun
plötzlich
auf der
Überholspur
an den
Männern
vorbeiziehen,
die somit
von den
Unterdrückern
zu den
Unterdrückten
geworden
sind.
„Den Mund
aufmachen
können
Männer heute
eigentlich
nur noch
beim
Zahnarzt“
stellte
Stefan Bauer
lapidar
fest, denn
männliche
Charaktereigenschaften
wie Mut und
Durchsetzungsvermögen
sind ihnen
völlig
abhanden
gekommen.
Von
Gleichberechtigung,
auf welche
die Frauen
lange Zeit
drängten,
ist keine
Spur mehr.
Vielmehr ist
das
vermeintlich
schwache
Geschlecht
den Männern
auf allen
Gebieten
haushoch
überlegen.
Als Beispiel
führte
Stefan Bauer
an, dass
Bücher zu 75
Prozent von
Frauen
gelesen
werden. Da
verwundert
es nicht,
dass der
moderne Mann
sein
Selbstbewusstsein
nicht aus
der Bildung,
sondern aus
der Ausübung
von
Extremsportarten
zieht. Aus
seiner
Therapie zur
Stärkung
seines Egos
hat Stefan
Bauer
lediglich
gelernt,
dass
Minderwertigkeitskomplex
auf
Minderwertigkeit
beruht.
„Charme und
gutes
Benehmen
spielen
heute keine
Rolle mehr“
wusste der
leidgeprüfte
Kabarettist.
Stattdessen
wünschen
sich die
Frauen echte
Kerle mit
Waschbrettbauch
und Knackpo
und fragt
sich laut:
„Wer will
schon Nüsse
mit dem Po
öffnen?“ In
den Augen
der Frauen
sollten
Männer die
Eigenschaften
einer
Küchenrolle
haben:
„Sanft,
saugstark
und immer
verfügbar.“
Seine
Kindheit
beschrieb
Stefan Bauer
als bisher
dunkelstes
Kapitel
seines
Lebens, denn
hier sieht
er die
Schuld all
seiner
männlichen
Defizite und
machte
seinen
„Luschenvater“
für seine
„verheerende
männliche
Entwicklung“
verantwortlich.
„Die Mutter
ist die
einzige
Frau, die
einen Mann
versteht“
behauptete
der
Kabarettist.
Seine eigene
Mutter laufe
noch heute
bei seiner
Verabschiedung
400 Meter
neben dem
Auto her.
Immer wieder
offenbarte
Stefan Bauer
selbstironisch
tiefe
Einblicke in
seine
familiäre
Situation,
wie zum
Beispiel
über die
nicht
stattgefundene
Erziehung,
oder seine
gescheiterte
Ehe. Werte
wie Treue
sind für ihn
unheimlich
wichtig. Als
Beispiel aus
der Tierwelt
führte der
Comedian die
Pinguine an:
„Pinguine
bleiben sich
ein Leben
lang treu –
aber die
sehen ja
auch alle
gleich aus!“
Großmütig
gab er zu,
dass er
durch die
Trennung
große
Probleme im
„hygienischen
Bereich“
bekam. Er
outete sich
als „Wutz“
und
beschrieb
äußerst
humorvoll
seine
vergebliche
Suche nach
einer Putz-
oder noch
besser einer
Trümmerfrau.
Ja, so ein
Kabarettist
hat nicht
wenige
Probleme:
Keine Zeit
für eine
geregelte
und
ausgewogene
Ernährung,
geschweige
denn eine
neue
Partnerin zu
suchen. Da
bleibt
manchmal gar
nichts
anderes
übrig als
ein
Bordellbesuch
– nur zum
Reden
selbstverständlich.
Genauso
schonungslos
ehrlich
gestand
Stefan Bauer
seine
Hypochondrie
und seine
Flugangst
und schoss
Verbalattacken
gegen „die
Arschlöcher
aus der
Business-Class“.
Zum
Abschluss
lieferte und
demonstrierte
er den
mathematischen
Beweis, dass
die oft
gehörte
Aufforderung
„Fick dich
doch ins
Knie“ auch
bei
absoluter
Gelenkigkeit
nicht
funktionieren
kann.
Klar, dass
die
Zuschauer
nicht genug
von diesem
Feuerwerk an
Pointen
bekommen
konnten und
dem genialen
Künstler
eine Zugabe
auferlegten.
So war es
bereits nach
elf Uhr, als
Stefan Bauer
seine „Suche
nach dem
verloren
Mann“
beendete.
Annette
Friedrich
|
|
Badische Zeitung
23.09.2009
Emanzipation macht aus
Männern Waschlappen
BONNDORF.
Vor ausverkauftem Haus
startete der Folktreff am
Freitag in sein
Herbstprogramm, wo Stephan
Bauer sich auf die Suche
nach dem verlorenen Mann
begab. Dem Kabarettisten
gelang es scheinbar mühelos,
ohne Requisiten,
Kostümierung oder sonstigen
Firlefanz – abgesehen von
einem einzigen Gummistiefel
– das Publikum zu
begeistern. Mit
intelligentem Kabarett,
Witz, natürlichem Charme,
sympathischem Minenspiel und
ohne intellektuelle
Winkelzüge hielt Stephan
Bauer die Spannung für mehr
als zwei Stunden lang. Und
bewies damit, dass es sie
also doch gibt, routinierte
TV-bekannte Kabarettisten,
die auch auf kleinen Bühnen
mit einer absolut
überzeugenden
Bühnenperformance
begeistern. Wenn Stephan
Bauer menschliche Schwächen
oder gesellschaftliche
Fehlentwicklungen aufdeckt,
braucht es keinen erhobenen
Zeigefinger, keiner im
Publikum wird vorgeführt.
Der Künstler projiziert all
die Unzulänglichkeiten
nämlich einzig und allein
auf sich oder sein
unmittelbares Umfeld und
erntet dafür nicht selten
ein kollektives mitleidiges
"Oohh" der Zuhörer, wenn
nicht gerade eine Lachsalve
die nächste ablöst. Manch
einer dürfte das, was
Stephan Bauer verriet,
sowieso schon geahnt haben:
Dass die Emanzipation aus
Männern Waschlappen gemacht
hat und ein männlicher
Händedruck zuweilen so
labberig ist, als wenn man
Marshmallows mit Zitzen
anfasst. In Zeiten, da es
als besonders chic gilt,
sich Körperhaare auf
schmerzlichste Art entfernen
zu lassen, konnte er, der
spät Pubertierende, es kaum
erwarten, bis sich bei ihm
endlich Körperbehaarung
einstellte – und die will er
jetzt gefälligst auch
behalten. Er hält nichts von
Zuchtebern in
Fitnessstudios, aus deren
Achselhemd Oberarme wie
Schweinehälften
hervorquellen, und bewundert
andererseits das hohe
Leistungsniveau bayerischer
Erstklässler, die
Abituraufsätze aus Bremen
korrigieren.
Väterlicherseits hat Bauer
wohl so manche Enttäuschung
erlebt, zählte doch sein
Vater zu der Sorte Mann, die
nach einem Crash im
Autoscooter die Polizei
rufen. Immerhin gewöhnte
sich der alte Herr mit 70
Jahren das Nägelkauen ab –
als man ihm sein Gebiss
versteckte.
"Treue ist wichtig", bekennt
Stephan Bauer, der Pinguine
für ihre lebenslange
Partnertreue beneidet.
Gleichwohl dürfte das diesen
auch nicht allzu schwer
fallen, sehen sie doch alle
gleich aus.
Mütterlicherseits ist
Stephan Bauer wie so viele
andere vom "nicht loslassen"
geprägt. Immerhin beschenkt
er Frau Mama zum Muttertag
mit einer herzförmigen
Schachtel voller
Schmutzwäsche – ja, sie
wollte doch ausgerechnet
etwas Persönliches! Hygiene-
und Schonbezuggeschädigt
wendet sich sein eigenes
Hygieneverhalten ins
Gegenteil. Bei Bauer spielen
Wollmäuse und Silberfische
"wer hat Angst vorm
schwarzen Mann". Anstelle
einer Putzfrau sucht er eher
eine Trümmerfrau, der es
nichts ausmacht, im
Kühlschrank Joghurt mit
einem Preisschild von 89
Pfennig oder Schimmelkäse
ohne Käse zu entsorgen und
die den verkrusteten Herd
unter sportlichen
Gesichtspunkten in Angriff
nimmt.
Horrorvorstellung eines
jeden Mannes – und auch von
Stephan Bauer – ist das
Klassentreffen, hat er doch
vom Zeitpunkt der Einladung
aus noch genau drei Monate
Zeit, etwas aus seinem Leben
zu machen. Sex mit der
Praktikantin, die jünger
sein sollte als der
Malt-Whiskey, den "Mann"
trinkt, gehört unabdingbar
dazu, mit oder ohne
Noppenkondom mit
tiefgekühlten Erbsen. Sei’s
drum, ein Mann sollte cool
genug sein, seine Zähne mit
harter Bürste zu bearbeiten
und insgesamt die
Eigenschaften einer
Küchenrolle haben: sanft,
saugstark und ständig
verfügbar – meint Stephan
Bauer beim Folktreff mit
einem abschließenden
Augenzwinkern.
|
Südkurier
23.06.2009
Viva Voce und Glühwein heizen ein
Ungeachtet der eher herbstlichen
Temperaturen, aber unter
Berücksichtigung der regionalen
Wettervorhersage, hatte sich der
Folktreff-Vorstand dazu durchgerungen,
den Auftritt wie geplant als
Openair-Konzertzu veranstalten. Einige
Besucher eilten nochmals nach Hause, um
sich wetterfest umzuziehen, andere waren
bereits dem Wetter entsprechend
ausgerüstet im Schlossgarten erschienen.
Passend zum nasskalten Wetter wurde
Glühwein am Verpflegungsstand angeboten,
mit dem sich die Zuhörer von innen
aufwärmen konnten.
Viva Voce, das
sind die drei Franken Jörg Fischer,
Bastian Hupfer und David Lugert, die ihr
gesangliches Handwerk von der Pike auf
bereits als Schüler im Knabenchor
erlernten. Heiko Benjes, der
Exil-Saarländer und Senior bei Viva Voce
ist die einzige Bassstimme in der Band.
Seit einigen Monaten wird die zunehmend
beliebte A-Cappella-Band vervollständigt
vom polnisch-thailändisch-stämmigen
Mateusz Phouthavong (MaTe), der im
badischen Freiburg geboren wurde.
Viva Voce wurde
1998 von Mitgliedern des Windsbacher
Knabenchors gegründet, von denen heute
nur noch David Lugert und Basti Hupfer
dabei sind. Mittlerweile sind aus den
Chorknaben Profimusiker geworden, die
schon viele Preise eingeheimst haben und
des öfteren auch im Fernsehen zu Gast
sind. Sechs CDs der Gruppe wurden
bereits veröffentlicht, die siebte ist
momentan in Arbeit. Auch in Bonndorf hat
Viva-Voce seit ihrem vorjährigen
Auftritt viele Fans gefunden,
Ihr zweites
Bonndorfer Konzert unter dem
Programmtitel „Tapetenwechsel“
eröffneten die fünf Vokalartisten mit
dem Titel „On the Road“, der einen
Einblick in die teilweise chaotischen
Anreisen zu ihren Konzerten gab. Jörg
Fischer und Heiko Benjes versetzten die
Zuhörer mit einer Kostprobe ihrer
Vokal-Imitationen zu Schlagzeug und Bass
ins Staunen, wobei absolut kein
wesentlicher Unterschied zu reellen
Instrumentaltönen festzustellen war.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter
mit schmissigen Eigenkompositionen wie
„Du“ oder Coverversionen wie „It's not
unusual“ von Tom Jones, die das Publikum
in die richtige Stimmung brachten.
Passend zum aktuellen Wetter war der
Song „Nasse Küsse im Regen“ und was
für's Herz gab es mit „Tears in Heaven“
von Eric Clapton.
Mit ihrer
souveränen Performance ließ Viva Voce
das Publikum die Kälte einfach
vergessen. Ein Höhepunkt des ersten
Konzertteils war sicherlich das
Bekenntnis von Basti Hupfer, der trotz
seines Nachnamens bekannte: „I can't
dance“ (Phil Collins), welches mit
Sequenzen aus „Everbody“ von den
Backstreet Boys gemischt wurde. Bei
allen stimmte die Choreographie, nur der
Hupfer tanzte aus der Reihe. Dazwischen
immer wieder lockere, aber
professionelle Moderationen der fünf
smarten Boys, die eine kleine Einführung
ins Fränkische gaben, der dann die
fränkische Hymne und der Fräggae
(Fränkischer Reggae) folgten.
Im zweiten
Konzertteil waren sich David Luger und
Basti Hupfer nicht ganz einig, welchen
Song ihres Jugendidols Madonna sie
spielen sollten und so entstand ein
einmaliger gesanglicher Wettstreit
zwischen „Like a virgin“ und „Like a
Prayer“. Heiko Benjes, mit seiner
Gänsehaut erzeugenden Bassstimme
rechnete in „Tach, Chef“ musikalisch mit
seinem Boss ab und sprach mit diesem
Lied wahrscheinlich vielen Zuhörern aus
dem Herzen. Ein Song wird fast sicher
zum Erfolg, wenn das Wort „Everybody“
darin vorkommt, stellten Viva-Voce fest
und bewiesen dies mit ihrem „Everybody“-Medley
quer durch alle Stilrichtungen. Den
krönenden Abschluss bildete hier der
Klassiker der Blues-Brothers. Mit
„Einmal wird es Zeit“, der
Viva-Voce-Version von „Time to say
goodbye“, bereiteten die Vokalkünstler
das Publikum auf das nahende Konzertende
vor.
Die begeisterte
Menge durfte sogar abstimmen, welche
Zugaben gespielt werden sollen und so
verpackten Viva-Voce den Modern-Talking
Ohrwurm „You're my heart“ in
verschiedene Sounds wie gar als
Hard-Rock-Version, als Reggae oder auch
als Jodler und Gospel. Aber auch das
reichte den völlig aus dem Häuschen
geratenen Zuhören noch lange nicht und
so gab es noch „Volare“ von den Gipsy
Kings zum Mitsingen und die lustige
Eigenkomposition „Fettnäpfchen“, ehe die
fünf Vollblut-Sänger von der Bühne
durften.
„Let me entertain
you“ hatten die fünf Jungs zu Beginn
gesungen und das ist Viva Voce mit ihrem
grandiosen Konzert in Bonndorf einmal
mehr bestens gelungen.
Annette Friedrich
|
|
|
|
|
|
|
Badische Zeitung 22.06.2009
Fetziger Reigen mitreißend dargebotener Musik
BONNDORF. Schirm festhalten oder Beifall klatschen? Beim Auftritt der Gruppe
"Viva Voce" im Bonndorfer Schlossgarten wurde diese Frage für manchen zur
Gewissensentscheidung. Von oben tropfte es nämlich und von vorn erklang
mitreißender Schlagergesang.
Da waren diejenigen gut dran, die einen der wenigen Plätze unterm
schützenden Blätterdach gefunden hatten oder gleich mit regenfesten
Kopfbedeckungen zur Vorführung gekommen waren. Die Entscheidung, trotz
regenverhangenen Himmels die Veranstaltung im Freien stattfinden zu lassen,
war den Folktreff-Verantwortlichen bestimmt nicht leicht gefallen. Am Tag
zuvor hieß es noch in einem Rundschreiben per E-Mail, es sei "offen, ob die
Jungs tatsächlich im Schlossgarten auftreten, oder in der Stadthalle."
Vorsorglich hatte man sich auch für einen Auftritt unterm Dach vorbereitet.
Aber dann kam, ebenfalls auf elektronischem Weg, am Freitagnachmittag die
Ansage: "Unser Konzert mit Viva Voce heute Abend findet draußen statt".
Diese rechtzeitig gestreute Information gab den Musikliebhabern die
Möglichkeit, sich auf die Verhältnisse einzurichten und sich mit Wolldecke,
Kissen, Regenjacke und -schirm zu bewaffnen. Dazu reichten die Veranstalter
an diesem kühlen Juniabend Glühwein, um auch von innen für Wärme zu sorgen.
Den Rest erledigten dann die fünf Jungs auf der Bühne, die inzwischen längst
nicht mehr als fränkische Boygroup gelten können, denn einer von ihnen,
Heiko Benjes, kommt aus dem Saarland, und der jüngste Neuzugang, Mateusz
Phouthavong, genannt Matte, hat eine asiatische Mutter und einen polnischen
Vater.
Von den vier Gründungsmitgliedern des Jahres 1998 sind lediglich Bastian
Hupfer und David Lugert noch mit dabei, 2001 gesellte sich Jörg Fischer
hinzu, der heute das fesche Hütchen des Conférenciers trägt. Bunt gemischt
und frisch aufbereitet kam dann auch die Musik im Rahmen des neuen Programms
"Tapetenwechsel" daher, eine Rundreise durch die Popkultur der neunziger
Jahre mit Songs unter anderem von White Stripes, Robbie Williams, Bon Jovi,
Genesis und den Backstreet Boys, dazu vielen eigenen deutschsprachigen
Kreationen sowie Persiflagen auf Madonna oder Modern Talking. Ein fetziger
Reigen mitreißend dargebotener Musik in ganz eigenem Klanggewand und ohne
jegliche instrumentale Begleitung. Letztere übernahmen die Sänger mit ihren
Stimmen, vor allem Vorsänger Jörg Fischer, der unnachahmlich virtuos ein
komplettes Schlagzeug imitierte, von der Snaredrum über unterschiedlich
große Becken bis zu den Tomtoms. Dazu Heiko Benjes, der die instrumentale
Bassbegleitung simulierte und dabei den Sound des Kontrabasses ebenso
perfekt traf wie den des elektrischen Gegenstücks. Das alles präsentierten
die stimmlich bestens ausgebildeten und aufgelegten Jungs in unauffälliger
Straßenkleidung und - bis auf ein paar farbige Scheinwerfer - ohne jegliche
Bühnendekoration, dafür aber mit ebenso viel Elan wie konzentrierter
Professionalität.
Einziges Ziel der Veranstaltung war es, mit musikalischen Mitteln gute Laune
zu verbreiten, "denn das Leben ist schön", wie es gleich im ersten Lied
hieß. Und dieses Ziel erreichten die fünf charmanten Sänger ohne Abstriche.
Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum, Mitklatschen, Singen,
Hüpfen inbegriffen. Da störte sich bald niemand mehr am ungemütlichen
Wetter. Eher daran, dass alles wie schon beim Auftritt der Band im Jahr
zuvor viel zu schnell zu Ende ging.
|
|
|
Südkurier 16.06.2009
Musik nur mit dem Mund
Viva
Voce rangieren unter den
angesagtesten Vokalensembles der
Republik. Nach Bonndorf kommen
sie am kommenden Freitag, 19.
Juni, auf Einladung des
Folktreffs zum Openair im
Schlossgarten.
Foto:
privat
Bonndorf - Viva
Voce, das sind fünf supernette junge
Männer, die gerne noch als Jungs
durchgehen – Marke
Lieblingsschwiegersohn, dennoch
keinesfalls langweilig. Die fünf
Vollprofis machen Musik nur mit dem
Mund, weit jenseits des „altersgrünen“
kleinen Kaktus'.
Viva Voce
rangieren unter den angesagtesten
Vokalensembles der Republik, sie treten
auf in Häusern wie der alten Oper in
Frankfurt, im deutschen Schauspielhaus
Hamburg, in der Meistersingerhalle
Nürnberg rund 150 Mal im Jahr. Nach
Bonndorf kommen sie am kommenden
Freitag, 19. Juni, auf Einladung des
Folktreffs zum Openair im Schlossgarten.
Voxpop nennen die
fünf Franken das was sie tun. Stimmlich
bestens ausgebildet beim Windsbacher
Knabenchor ist ihre Musik heute, nach
über zehnjähriger Bühnenpräsenz eben
reinster Pop, – mundgemacht, ohne
Schlagzeug, E-Gitarre und Synthesizer.
Das Ergebnis ist fetzig, hat Witz und
ist zudem noch charmant.
Viva Voce
beherrschen natürlich die Imitation von
Instrumenten. Schlagzeug und Bass
beispielsweise sind von so
beeindruckender Qualität, dass Kritiker
ihnen in der Vergangenheit ein
Hintergrundtonband angedichtet haben.
Eigene humorvolle
Songs würzen sie mit Klassikern aus der
Rock- und Popgeschichte. Einfach
köstlich ist ihre Madonna-Collage oder
die spaßige Modern Talking „You're My
Heart, You're My Soul“-Persiflage.
„Die Intonation
ist brillant, die Harmonien lupenrein
und die flinken Rhythmus- und
Tempiwechsel werden traumwandlerisch
sicher umgesetzt... Da stehen fünf
Profis auf der Bühne, trotzdem kommt
alles irgendwie kumpelhaft nett und
ehrlich rüber – genau das macht die
Musiker so sympathisch“, schreibt die
Backnanger Kreiszeitung im April.
Voriges Jahr hat
Viva Voce dem Folktreff in Bonndorf das
erste „Ausverkauft“ in der rund
30-jährigen Vereinsgeschichte beschert
und sich damit zum Stadtgespräch
gemacht. Deshalb hat der Folktreff die
Fünf zum Openair in den zauberhaften
Schlossgarten eingeladen. Diesmal mit
der Bühnenshow „Tapetenwechsel“. So
können diejenigen entschädigt werden,
die vor Jahresfrist weggeschickt werden
mussten.
In
Bonndorf selbst ist das lange bekannt,
es werden vielfach andere Termine
verlegt und schon vor Monaten wurden die
ersten Karten für dieses Oopenair
verkauft.
|
|
Badische Zeitung 12.06.2009
Kranz-Wirtin ist das 100.
Mitglied des Folktreffs
BONNDORF (BZ). 100
Mitglieder wollte der
Folktreff dringend noch in
diesem Jahr erreichen.
Bereits jetzt ist es
geschafft. 100. Mitglied ist
Kranz-Wirtin Claudia
Ketterer geworden.
Folktreff-Vorsitzende Gudrun
Deinzer bedankte sich bei
Claudia Ketterer mit einem
Blumenstrauß und gab ferner
bekannt, dass sie als 100.
Mitglied, ebenso wie das 99.
und 101. Mitglied, ein Jahr
lang keinen Beitrag zu
entrichten brauche. "Sie
haben ein Zeichen gesetzt,
das dem gesamten
Vorstandsteam des Folktreffs
am Herzen liegt", so die
Vorsitzende.
"Es geht bei der
Mitgliedschaft im Verein
nicht in erster Linie um
Beiträge oder Mitarbeit", so
die Vorsitzende, Gudrun
Deinzer, "wir freuen uns vor
allem auch über die ideelle
Unterstützung, die den
Aktiven damit zuteil wird."
Speziell in einer Stadt
dieser Größe könne es
mitunter schwierig sein, ein
qualitativ hochwertiges und
professionell gestaltetes
Programm anzubieten.
Genau das aber hat sich der
Folktreff auf die Fahnen
geschrieben. Die Anfänge vor
rund 30 Jahren waren
durchaus ambitioniert.
Künstlerisch von Beginn an
auf hohem Niveau, waren die
Besucherzahlen nicht
durchgängig
zufriedenstellend. Das hat
sich in den letzten Jahren
geändert. Inzwischen sind
Vorstellungen des Vereins
wiederholt ausverkauft
gewesen, durchschnittlich
haben im vergangen Jahr rund
145 Zuschauer die
Veranstaltungen des
Folktreffs besucht.
"Dies ist natürlich eine Art
von Anerkennung", so die
Vorsitzende, "über die sich
das gesamte hochmotivierte
Team sehr freut." Allerdings
sei so eine Mitgliedschaft
durchaus nochmals eine
besondere Bestätigung. Ein
Augenmerk gilt in den
nächsten Jahren der
Zukunftsentwicklung. Wie in
vielen gesellschaftlichen
Bereichen, verzeichnet auch
der Folktreff ein deutlich
steigendes
Durchschnittsalter der
Mitglieder.
Wohl wissend, dass
Kleinkunst in aller Regel
nicht die ganz Jungen
anspricht, möchte der Verein
doch gerade jüngeren
Menschen Türen öffnen: für
Programmpunkte, zum Beispiel
beim Schlossfest und auch
für Mitarbeit. Bereits jetzt
hat Aufbauminister Otmar
Weishaar ein engagiertes
junges Team
zusammengestellt, das den
Aufbau von Tischen und
Stühlen tatkräftig
unterstützt und so ganz
nebenbei in die "Welt der
Kleinkunst" hineinwächst.
Erst vor wenigen Tagen wurde
in einer Vorstandssitzung
noch etwas Positives zur
Bindung der Jugend
beschlossen. Und zwar kommen
in den Genuss von 50 Prozent
Ermäßigung künftig
"Jugendliche und Studenten"
(bisher Schüler und
Studenten). Damit hofft man,
auch Azubis zu erreichen,
die ja normalerweise keinen
Schüler- oder
Studentenausweis vorzeigen
können.
Von Anfang an durch Stadt
und Landkreis gefördert und
unterstützt, kann der
Folktreff Bonndorf
inzwischen rund zehn
Vorstellungen im Jahr
anbieten, zumeist im Foyer
der Stadthalle und im
November im wunderschönen
Ambiente des Schlosses. Die
Bühne im Schlosshof versorgt
der Folktreff samstags beim
großen Schlossfest mit einer
Band, was durchaus als
kleines Dankeschön an
Zuschauer und Stadt
verstanden werden kann.
Etabliert hat sich in den
vergangenen Jahren ebenfalls
ein Open-Air. Zunächst im
Schwimmbad, seit vergangenem
Jahr ist der
Veranstaltungsort dafür der
romantische Schlossgarten.
Das diesjährige Open-Air
findet übrigens Ende
nächster Woche am 19. Juni
statt. Es tritt die À
Capella Boyband "Viva Voce"
mit ihrem Programm
"Tapetenwechsel" auf. Noch
gibt es Karten im
Touristinformationszentrum
Bonndorf: Tel.: 07703-7607.
|
Südkurier 19.05.2009
Bandana lebt die Legende Johnny Cash
Vom
ersten Ton weg zündete „Bandana“
beim Folktreff, traf die Band
doch mit dem „Sound of Johnny
Cash“ exakt die Vorstellungen
des Publikums.
Foto: hel
Vom ersten Ton weg
zündete „Bandana“ beim jüngsten
Folktreff, traf die Band doch mit dem
„Sound of Johnny Cash“ punktgenau die
Vorstellungen des Publikums. Die
Bonndorfer Kleinkunstinitiative hat
damit die Palette der künstlerischen
Vielseitigkeit um ein weiteres Genre
erweitert und damit offensichtlich ins
Schwarze getroffen. Countrymusic hat
einen großen Fankreis und so füllte sich
das Stadthallenfoyer wieder im
Handumdrehen. Viele der Zuhörer
entpuppten sich im Verlauf des Konzerts
als veritable Kenner der Szene, die
genau wussten, was sie hier hören
wollten – und genau das auch bekamen.
Tatsächlich kann
man Bandleader und Sänger Andreas
Matthes attestieren, dass er den
Altmeister der Countrymusic ganz nah am
Original interpretiert, und zwar nicht
allein aufgrund der tiefen Stimme, die
pure Männlichkeit, Abenteuer und
Sehnsucht nach Freiheit suggeriert,
sondern auch mit einem instrumentalen
Hintergrund, bei dem sich jeder der
Akteure als Meister seines Fachs
erweist. Bodo Martin am Kontrabass
lockert die Szenerie zudem als Kaugummi
kauendes, spaßiges Bühnentalent auf, der
sein Instrument im Stehen, Sitzen und
Liegen gleichermaßen souverän
beherrscht.
Aber auch Markus Lang an der
Rhythmusgitarre sowie Oliver Sachs am
Schlagzeug sorgen für den richtigen
Groove. Als der Bandleader gar noch zwei
Mundharmonikas auspackt und darauf
täuschend echt ein durch die Prärie
dampfendes Stahlross imitiert, flippt
das Publikum restlos aus.
|
|
Badische Zeitung
17.05.2009
Countrysongs aus einer
anderen Welt
"Bandana"
nennt sich die Gruppe, die beim Folktreff ihr Publikum
mit Songs von Johnny Cash begeisterte. Bandana, das ist
das Halstuch, mit dem sich die Cowboys vor Staub
schützen. Zwar trug keiner der Musiker ein solches Tuch,
aber Cowboystimmung kam trotzdem auf.
BONNDORF. "Bandana"
nennt sich die Gruppe um den Sänger Andreas Matthes, die
am Freitag beim Folktreff ihr Publikum mit Songs von
Johnny Cash begeisterte. Bandana, das ist das Halstuch,
mit dem sich die Cowboys vor Sand und Staub schützen.
Zwar trug keiner der Musiker ein solches Tuch, aber
Cowboystimmung kam trotzdem auf, schon mit den ersten
Takten der Musik.
Ein
von Kontrabass und Schlagzeug getriebener galoppierender
Rhythmus verwandelte das Foyer der Bonndorfer Stadthalle
in einen virtuellen Western-Saloon, wie er in
John-Wayne-Filmen nicht eindrucksvoller dargestellt sein
könnte. Zwar fehlten bei dem Bonanza-Sound die echten
Pferde, dafür gab es einen ganz in Schwarz gekleideten
Sänger mit ebenso schwarzer Bassstimme, der dem 2003
verstorbenen Johnny Cash, dem berühmten "Man in Black",
eine Wiedergeburt bescherte. Ein Revival also, eine
durchaus gewagte Sache angesichts der überragenden
Bedeutung dieser Country-Legende.
Sänger Andreas Matthes und seine Begleiter beschränkten
sich deshalb ganz bewusst auf die Zeit, als Johnny Cash
bei Sun Records unter Vertrag stand, jener Plattenfirma,
die damals auch Elvis Presley betreute. Es war die Zeit
von 1955, seiner ersten Veröffentlichung zusammen mit
den "Tennessee Two", Luther Perkins und Marshal Grant,
bis 1967, dem Jahr, in dem Cash sich das Leben nehmen
wollte und eine wilde Phase von musikalischer
Kreativität, Erfolgsrausch und Drogenmissbrauch zu Ende
ging.
Die Hits aus jener Zeit wirken heute zum Teil weit
entfernt. Die nachdenklichen Texte über die Mühsal des
Lebens auf dem Lande (How high is the water, momma),
über Liebe (Ring of fire) und Einsamkeit (Where you go,
I still miss someone), über die Sehnsüchte der Jugend
(Hey Porter) ebenso wie über ihre Fehltritte (Folsom
prison blues), all diese Texte scheinen aus einer
anderen Zeit und einer anderen Welt zu kommen, doch mit
der tänzerisch lockeren musikalischen Umsetzung kamen
sie auch bei den Zuhörern in Bonndorf an. Dazu trug der
rhythmische Drive der Band ebenso bei wie der Gesang des
tief dröhnenden und bei den Ansagen leicht sächselnden
Andreas Matthes, bei dem man sich immer wieder fragte,
wo er das gewaltige Stimmvolumen herholt. Körpervolumen
jedenfalls ist es nicht, das brachte eher Bassist Bodo
Martin mit, der allerdings eher für die nicht verbalen
Spaßeinlagen zuständig war – abgesehen davon, dass er
neben Oliver Sachs am Schlagzeug und Markus Lang an der
Rhythmusgitarre für einen angemessen satten Sound
sorgte. Der mündete zwar nicht sofort in begeistertes
Mitklatschen, auch wenn der kaugummikauende Spaßvogel am
Stehbass dies wiederholt mit weit ausholender Geste
einforderte, aber nach und nach gewann doch die
drängende Suggestivität des Country-Rhythmus die
Oberhand. Ergänzend kam gelegentlich die Sängerin Miriam
Spranger in der Rolle von Cashs Ehefrau June Carter Cash
zum Einsatz.
Alles in allem wurde der
Abend dann auch für jene, die Johnny Cash nicht in ihrer
CD-Sammlung haben, zum nachhaltigen Ereignis. Und die
richtigen Fans bekamen nach dem offiziellen Teil des
Programms im Rahmen eines kleinen Wunschkonzerts noch
ihre Lieblingshits auf Zuruf nachgeliefert. Andreas
Matthes bewies dabei, dass er sich bestens im Repertoire
des Johnny Cash auskennt. Aber als es schließlich auf
Mitternacht zuging, mussten er und seine Band dann doch
endlich zum Schluss kommen. Auch wenn im Publikum nicht
wenige gern noch mehr gehört hätten.
|
Badische Zeitung 12.05.2009
Hommage an Johnny Cash
BONNDORF (BZ). Johnny
Cash ist die Ikone der Countrymusic, "Bandana" die
meistgebuchte Coverband im deutschsprachigen Raum. Ein
Muss für alle Country- und Cash-Fans ist demnach ihr
Auftritt im Folktreff am Freitag, 15. Mai, im Foyer der
Stadthalle Bonndorf.
Bandana – dahinter verbirgt sich nicht nur die aus dem
Mexikanischen stammende Bezeichnung für die bekannten
Halstücher der Cowboys, sondern auch ein
Instrumentalstück aus der Feder des 2003 verstorbenen
Johnny Cash.
Der Name ist Programm: die Songs des Altmeisters werden
im authentischen Johnny Cash-Sound mit Gesang,
E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Kontrabass, Snare, Piano und
Mundharmonika präsentieret.
Leadsänger Andreas Matthes erreicht einen schier
unglaublichen Echtheitsgrad. Alle Markenzeichen des
berühmten Vorbildes inklusive der markanten rauen Stimme
werden hier geboten. Bandana – Sound of Johnny Cash ist
am 15. Mai auf der Folktreffbühne in der Stadthalle zu
hören und zu sehen. Einlass 19.30, Konzertbeginn 20.30
Uhr.
|
|
|
|
Badische Zeitung 05.04.2009
Sanfte Balladen über Glück und Liebe
"In solch unruhigen Zeiten suchen wir doch alle unsere Oasen." Mit diesem
Bekenntnis eröffnete die Sängerin und Liedschreiberin Christina Lux ihren
Auftritt im voll besetzten Foyer der Stadthalle und schmeichelte gleich auch
dem Bonndorfer Publikum.
BONNDORF. "In solch unruhigen Zeiten suchen wir doch alle unsere Oasen." Mit
diesem Bekenntnis eröffnete die Sängerin und Liedschreiberin Christina Lux
ihren Auftritt im voll besetzten Foyer der Stadthalle und schmeichelte
gleich auch dem Bonndorfer Publikum. Dieser Ort hier im Schwarzwald sei doch
wahrlich eine Oase - auch wenn der kurvige Weg dorthin einen oft schwindlig
machen kann.
Die Kölner Songwriterin Christina Lux verbreitete beim Folktreff in Bonndorf
musikalischen und moralischen Optimismus ohne Ende. | Foto: Gerhard
Wiese.Und weil eine viel reisende Künstlerin nie genau weiß, was sie am
Auftrittsort erwartet, hat Christina Lux sich ihre kleine private Oase
gleich mitgebracht: einen roten Teppich und eine zierliche, sanft
geschwungene Bodenlampe mit Pergamenthaut bespannt. Die strahlt ein mildes
gelbliches Licht aus und verwandelt die Bühne in ein behagliches Wohnzimmer:
"Es ist doch schön kuschelig hier." Und in diesem geradezu intimen Rahmen
singt und spielt die in Karlsruhe geborene Musikerin ihre milden Balladen
mit sanfter, nur selten etwas lauter und ein wenig rauchiger werdender
Stimme, begleitet von einer virtuos gezupften, gestreichelten oder
geklopften Gitarre. Ihre meist in englischer Sprache verfassten lyrischen
Texte verbreiten Zuversicht, ihr großes Thema ist die Liebe, beginnend bei
der Liebe zu sich selbst: "Become your own best friend" - "Werde dein
eigener bester Freund", empfiehlt sie gleich im ersten Song. Und sie setzt
die musikalischen Bekenntnisse fort in den Moderationen zwischen den
Liedern, versucht, den Hörern, vor allem den Frauen unter ihnen, das
Bewusstsein zu vermitteln: "Hier bin ich, und das ist gut so." So sollte
jede von ihnen sich sehen, wenn sie in den Spiegel schaut und sich fragt:
"Mag ich denn das, was ich da sehe?" Das ist ihre Botschaft, dass jeder nach
seinen Glücksmöglichkeiten Ausschau halten möge, versuchen sollte, das
Gegebene unter dem Blickwinkel der Liebe zu betrachten. Dann erstrahlen am
dunklen Himmel der Nacht "Fireworks, beautiful Lights" -"Feuerwerke,
wundervolle Lichter". Wer sich bei den bitteren Seiten des Lebens aufhält,
wer sich zu sehr mit dem Unglück auseinander setzt, statt das Licht zu
bemerken, das uns umgibt, dem wird das Herz hart, beteuert Christina Lux und
hüllt das Publikum mit schmeichelnden Klängen ein, mal ein bisschen Folk,
mal etwas Soul und immer wieder auch jazzige Zwischentöne.
Und selbst vor dem Gestus eines schlichten deutschen Schlagers scheut die
Songwriterin nicht zurück, wenn es darum geht, die "wunderbaren" Momente des
Lebens zu beleuchten. "Es kann nichts wunderbarer sein, als wenn der Freund
in einer schwierigen Lage sagt: Hier ist meine Schulter, leg deinen Kopf
darauf." So tragen ihre Lieder Titel wie "Arms wide open" oder "Coming Home
At Last", sie besingen das Glück eines wohlgeordneten Zuhause, den Traum von
innerer wie äußerer Geborgenheit in einer ruhelosen Welt. Und dann wird
Christina Lux sogar etwas politisch, wenn sie sich, ohne allerdings weiter
auf Gründe einzugehen, darüber freut, dass die lange Ära des amerikanischen
Präsidenten George W. Bush jetzt zu Ende ist. Sie weiß sogar zu berichten,
wie am Tag zuvor der neue Präsident Barack Obama auf seinem Flug zum
Nato-Gipfel mit dem Hubschrauber über sie hinweg geflogen ist, und sie ihm
zugewinkt hat: "Hier bin ich, Christina Lux." Alles wird gut: "In diesem
Himmel voller Ewigkeit möchte ich tanzen." Das Publikum bedankte sich mit
begeistertem Applaus.
|
Südkurier
03.04.2009
Folktreff wartet auf 100. Mitglied
Auf ein
sehr erfolgreiches Vereinsjahr blickten
die Mitglieder in der Hauptversammlung
des Folktreffs zurück. Dabei machte die
seit einem Jahr amtierende Vorsitzende
Gudrun Deinzer deutlich, dass dieser
Erfolg nur dank der Unterstützung der
Stadt, des Kreises, zahlreicher Gönner
und der Hilfe etlicher Mitglieder
möglich ist.
Das
Vorstandsteam des Folktreff
Bonndorf berichtete in der
Hauptversammlung vom bisher
erfolgreichsten Jahr in der
Geschichte des Folktreff (von
links): Walter Zürn (Neuer
Koordinator Auf- und Abbau),
Vorsitzende Gudrun Deinzer, der
wiedergewählte stellvertretende
Vorsitzende Bernd Zimmermann,
Schriftführerin Ute Kaiser und
der wiedergewählte Kassierer
Klaus Pfendler.
Foto:
Friedrich
Bonndorf – Etwa
ein Viertel der derzeit 96 Mitglieder
nahmen an der Hauptversammlung teil.
Namentlich dankte Gudrun Deinzer der
Stadt mit Bürgermeister Michael Scharf,
dem Kulturdezernenten des Landkreises,
Jürgen Glocker und ganz besonders ihrer
Vorgängerin Martha Weishaar. Von ihr
habe sie einen bestgeordneten Verein
übernommen und sie stehe zudem als
„Beratungsministerin“ zur Seite.
Sie nannte auch
die vielen unentbehrlichen Helfer wie
das Technik-Team, das Bewirtungs-Team,
das Auf- und Abbau-Team und die
kompletten Vorstandsriege, deren Arbeit
oft über das übliche Maß hinausgehe.
Immerhin seien es zwischen 20 bis 25
Mitglieder, die bei jeder Veranstaltung
tatkräftig mithelfen würden. „Doch zum
richtigen Erfolg werden die
Folktreff-Veranstaltungen erst durch das
tolle Publikum“, befand die agile
Folktreff-Vorsitzende Gudrun Deinzer.
Schriftführerin Ute Kaiser erinnerte an
die Programmpunkte des vergangenen
Jahres und hob noch einmal die
besonderen Höhepunkte wie „Little Venus“
oder die A-Cappella-Boyband „Viva Voce“
im völlig ausverkauften
Stadthallen-Foyer hervor. Unvergesslich
sei auch das stimmungsvolle
Open-Air-Konzert im Schlossgarten mit
den „Paperboys“ oder der Auftritt des
grandiosen, mittlerweile unbezahlbaren
Damen-Quartetts „Salut Salon“ im
Schloss. Alles in allem sei 2008 das
bisher erfolgreichste Jahr in der
Geschichte des Folktreff gewesen.
Kassierer
Klaus
Pfendler
konnte
diese
Entwicklung
nur
bestätigen
und
berichtete,
dass
der
durchschnittliche
Besuch
um
zwölf
Prozent
auf
145
Besucher
pro
Veranstaltung
gestiegen
sei.
Die
Vereinskasse
wurde
vor
allem
durch
die
gestiegenen
Künstlergagen,
einen
Vereinsausflug
sowie
durch
einige
Anschaffungen
wie
Stehtische
und
technisches
Equipment
belastet.
Dennoch
sei
die
Kassenlage
stabil,
so
dass
der
Kassierer
auf
Antrag
von
Kassenprüfer
Jürgen
Wientzek
entlastet
wurde.
Bei
den
Neuwahlen
des
Kassierers
und
des
zweiten
Vorsitzenden
stellten
sich
die
beiden
bisherigen
Vorstandsmitglieder
Klaus
Pfendler
und
Bernd
Zimmermann
zur
Wiederwahl
und
wurden
für
weitere
zwei
Jahre
in
ihre
Ämter
gewählt.
Neu
im
Team
ist
Walter
Zürn,
der
den
stellvertretenden
Vorsitzenden
Bernd
Zimmermann
zukünftig
beim
Auf-
und
Abbau
unterstützen
wird.
Ein
besonderes
Augenmerk
will
der
Verein
auf
die
Mitgliederwerbung
legen.
Zwar
konnten
seit
2003
mehr
als
60
neue
Mitglieder
gewonnen
werden,
jedoch
hofft
die
Vorsitzende
Gudrun
Deinzer,
schon
bald
das
100.
Mitglied
begrüßen
zu
dürfen,
das
übrigens
ein
Jahr
lang
keinen
Beitrag
bezahlen
muss.
Gudrun
Deinzer
bat
die
anwesenden
Mitglieder,
kräftig
die
Werbetrommel
zu
rühren
und
stellte
Getränkebons
als
Werbeprämie
in
Aussicht.
Auch
im
zweiten
Halbjahr
stehen
illustre
Gäste,
zum
Teil
schon
bekannt
aus
Funk-
und
Fernsehen
auf
dem
Veranstaltungsprogramm
des
Folktreff.
In
ihrer
Vorschau
auf
das
kommende
Veranstaltungsjahr
verriet
Gudrun
Deinzer
schon
jetzt
einige
vielversprechende
Auftritte,
auf
die
sich
die
Folktreff-Besucher
wirklich
freuen
können.
|
|
|
Badische Zeitung 26.03.2009
Lux erleuchtet den
Folktreff
HOCHSCHWARZWALD. Eine
Melange aus Folk, Soul und Jazz, eine intensive Stimme
und bewegende Gedanken erwartet die Folktreffbesucher am
Freitag, 3. April: Von 20.30 Uhr an gastiert Christian
Lux in der Bonndorfer Stadthalle.
"Wie viel Lux mag diese Frau haben, gemessen in
gleichnamigen Beleuchtungsstärken, dass sie unsere
Seelen derart zum Leuchten bringen kann?" fragt das
Magazin Melodie & Rhythmus, "es müssen
respektabel viele sein…"
Die Stimme und das ungewöhnliche Gitarrenspiel der
Autodidaktin verschmelzen zu einer Einheit. "Ich
brauchte ein Werkzeug, um meine Songideen umzusetzen.
Und da war diese Gitarre. So hat sich mein Stil
entwickelt", sagt Christian Lux. Mit Hingabe und
Leidenschaft erzählt sie von ihrer Innen- und Außenwelt.
Ihre Musik zelebriert sie mit starker Dynamik, Mut zu
stillen Momenten, rhythmisch mitreißend und mit offenen,
fließenden Akkorden, die ihrer Stimme viel Raum lassen.
Die Texte erzählen von gestrandeten Seelen, von
Scheinheiligkeit, der ewigen Veränderung und der Kunst
damit seinen Frieden zu machen.
Christina Lux begann ihre Laufbahn 1989. Von 1994 bis 98
gehörte sie der A-cappella-Formation "Vocaleros" an.
Seither konzentrierte sich auf ihre eigenen Songs und
ihre Gitarre, tourte in Deutschland, in der Schweiz, in
Italien und Österreich, brachte sechs Alben heraus und
machte sich einen Namen als Songpoetin.
|
Badische Zeitung
31.03.2009
Erfolgreichstes Jahr in
der Geschichte des Folktreffs
BONNDORF (mhw). Die
Erfolgskurve der Kleinkunstinitiative Folktreff zeigt
auch unter der Ägide der neuen Vorsitzenden Gudrun
Deinzer weiter nach oben. Dies wurde in der
Mitgliederversammlung am Donnerstag deutlich. Das
künstlerische Niveau der Veranstaltungen konnte
abgesehen von ein oder zwei Ausnahmen eindeutig
gesteigert werden, was beim Konzert von "Viva Voce" zum
ersten "ausverkauft" im Stadthallenfoyer führte. Bereits
im Vorverkauf war auch die Novemberveranstaltung im
Schloss mit "Salut Salon" ausverkauft. Während "Viva
Voce" dieses Jahr beim Open-Air- Konzert im
Schlossgarten erneut ein Gastspiel geben werden und
damit all die Fans, die abgewiesen werden mussten, in
den Genuss kommen, die A-cappella-Boygroup live zu
erleben, gibt es mit "Salut Salon" aufgrund der
exorbitant gestiegenen Gage kein Wiedersehen, bedauerte
Gudrun Deinzer. Zauberhafte Stimmung bescherten die
"Paperboys" beim Open-Air Konzert im Schlossgarten, das
dank tatkräftigen Engagements von Bürgermeister Michael
Scharf und Mitarbeitern des Bauhofs kurzfristig an
diesen Veranstaltungsort verlegt wurde. Positiv wirkt
sich der Kartenvorverkauf in der Tourist-Information
aus.
Schriftführerin Ute
Kaiser ergänzte die Rückschau auf das abgelaufene
Vereinsjahr, das vom Ideenreichtum und der Umtriebigkeit
der neuen Vorsitzenden in Sachen
Veranstaltungsorganisation und Marketing geprägt war.
Sie bilanzierte rückblickend auf sämtliche
Veranstaltungen das Jahr 2008 als das wahrscheinlich
erfolgreichste in der bisherigen Geschichte des
Folktreff. In konkreten Zahlen belegte dies Kassierer
Klaus Pfendler, denn mit durchschnittlich 145 Besuchern
fiel die Statistik um zwölf Prozent besser aus als im
Vorjahr. Der Anspruch an hochkarätige Künstler bedingte
allerdings auch einen Anstieg der Gagen um 20 Prozent,
der sich auch im laufenden Jahr im zweistelligen Bereich
fortsetzen wird. Belastet wurde die Kasse ferner durch
die Anschaffung weiterer runder Tische für das Foyer
sowie diverser technischer Ausrüstung für Licht und Ton,
welche nun optimal verkabelt sind. Dennoch kann der
Verein mit einem soliden Kassenstand beruhigt die
nächsten Veranstaltungen angehen. Die Mitgliederzahl
konnte auf nunmehr 96 gesteigert werden. Sieben
Neuzugänge waren im Jahr 2008, drei weitere im laufenden
Jahr zu verzeichnen. 17 Mitglieder halten dem Verein
bereits seit Gründung vor 20 Jahren die Treue.
Die anstehenden Neuwahlen verliefen unter Wahlleitung
von Otmar Weishaar zügig, da sowohl der Stellvertretende
Vorsitzende Bernd Zimmermann als auch Kassierer Klaus
Pfendler ihr Amt für weitere zwei Jahre ausüben werden.
Unterstützt wird das Vorstandsteam künftig von Walter
Zürn als neuem "Abbauminister".
Um dem Folktreff weitere ideelle Unterstützung in der
Bevölkerung zu sichern, aber auch den Kreis der ungefähr
zwei Dutzend Helfer bei den Veranstaltungen auszuweiten,
sollten weitere Mitglieder gewonnen werden, appellierte
Gudrun Deinzer. Beim Blick auf die Entwicklung der
Mitgliederzahlen stellte sie fest, dass der Verein von
der Gründung bis zum Jahr 2003 konstant 29 Mitglieder
zählte. Bei ihrer Amtsübernahme im Jahr 2008 waren es 60
mehr und diese Tendenz soll nun fortgesetzt werden. Die
Idee sei zwar geklaut, aber künftig erhält jeder, der
ein neues Mitglied wirbt, zwei Freigetränke bei einer
Veranstaltung. Dem hundertsten Mitglied wird für das
erste Jahr der Beitrag erlassen.
Für die gewährte finanzielle und ideelle Unterstützung
der Kleinkunstinitiative dankte die Vorsitzende sowohl
der Stadt Bonndorf als auch dem Kulturdezernat des
Landratsamtes. Gudrun Deinzer dankte aber auch den Teams
von Technik, Auf- und Abbau sowie Bewirtung und ihren
Vorstandskollegen für das geleistete Engagement zum
Gelingen der Veranstaltungen.
Der Teamgeist sei beispielhaft und die Organisation
gelinge ohne jeweilige vorherige Zusammenkünfte, weil
jeder seinen Job super erledigt.
|
Südkurier 25.03.2009
Erleuchtung im Folktreff
Christina Lux im
Folktreff: Eine feine Melange aus Folk,
Soul und Jazzelementen mit einer
intensiven, großartigen Stimme und
bewegenden Gedanken erwartet die
Besucher am 3. April, im Foyer. „Wie
viel Lux mag diese Frau haben, gemessen
in gleichnamigen Beleuchtungsstärken,
dass sie unsere Seelen derart zum
Leuchten bringen kann?“ fragt das
Magazin Melodie & Rhythmus. „Es müssen
respektabel viele sein…“ Wer hier nun
wen umschmeichelt, die Gitarre die
Stimme oder umgekehrt, ist schwer zu
sagen. Diese Stimme, die so enorm
kraftvoll sein kann und im nächsten
Moment ganz zart, fast zerbrechlich und
das ungewöhnliche Gitarrenspiel der
Autodidaktin verschmelzen zu einer
höchst faszinierenden Einheit.
Mit Hingabe und
Leidenschaft erzählt sie von ihrer
Innen- und Außenwelt und berührt damit
zutiefst. Sie tut das mit Charisma,
Präsenz und Klarheit. Ihre Musik
zelebriert sie mit starker Dynamik, Mut
zu stillen Momenten, rhythmisch
mitreißend und mit offenen, fließenden
Akkorden, die ihrer großen Stimme viel
Raum lassen.
Und dann sind da
ihre Texte. Umwerfend offen, niemals
aber entzaubernd, sondern eher wie ein
Spiegel, in dem man sich selbst
entdecken kann, wenn man denn will.
1989 beginnt sie
ihre musikalische Laufbahn. Von 1994 bis
1998 ist sie ein Teil der A-Capella
Formation Vocaleros, mit der sie zwei
Alben veröffentlicht. 1998 verlässt sie
die Band, konzentriert sich ganz und gar
auf ihre eigenen Songs und ihre Gitarre,
tourt in Deutschland, in der Schweiz, in
Italien und Österreich, bringt sechs
Alben heraus und macht sich einen Namen
als Songpoetin.
Christina Lux am
3. April im Foyer der Stadthalle. Beginn
20.30 Uhr, Einlass 19.30 Uhr.
Kartenvorverkauf: Tourist Information,
Telefon 07703/7607
|
|
Badische Zeitung
17.03.2009
Klamauk mit Tiefgang
BONNDORF. Zwei Stunden
lang konnte sich das Publikum im drangvollen Foyer der
Stadthalle köstlich amüsieren, als "Butterfahrt 5" ihre
Comedyshow abzog. Dass es keine Sekunde langweilig wurde
bei dieser turbulenten Parade musikalischer
Stilrichtungen und Ausdrucksformen, lag am Tempo der
Szenenwechsel und an der Qualität der musikalischen wie
schauspielerischen Leistungen.
Außerdem umschifften die Essener Butterfahrtkapitäne
erfolgreich alle Klippen seichter oder peinlicher Gags
und hielten ihre Parodien und satirischen Spitzen auf
einem gleich bleibend hohen intellektuellen Niveau. Das
verhinderte manchem den allzu schnellen Zugang zu
Liedern, Texten und kabarettistischen Pantomimen, aber
von Nummer zu Nummer spürte man förmlich, wie das
Publikum sich dem Spiel öffnete und mitging.
Der Beginn: Ein wehmütiges Schifferklaviersolo kippte
unversehens um in derbe, feuchtfröhliche
Hafen-Schunkelmusik samt einem Hamburger
Fischhallenverkäufer, der mit kernigen Sprüchen Makrelen
und Aale feilbot. Von "Ik hev mol in Hamburg en
Veermaster sehn" ging es über zu Klaus Lages "Tausendmal
berührt", den die fünf Musiker in schwarzem Anzug und
mit Baseballkappen als zackigen Rap präsentierten. Dann
"Love me tender", Elvis Presleys großartige Schnulze,
neu komponiert als barockes Tanzliedchen, hauchzart
gesungen und galant begleitet von Laute und Cembalo.
Durch solche Wechselbäder
gejagt, verging den Zuhörern oft genug Hören und Sehen.
Gerade noch gelacht und schon wieder zu Tränen gerührt.
Eben haben die Musiker noch mit Kinderxylofonen "The
winner takes it all" von Abba als wahres musikalisches
Kabinettstückchen inszeniert, da säuseln sie plötzlich
mit venezianische Masken getarnt Cindy Laupers "Girls
just wanna have fun".
Und immer wieder verwirren sie durch abrupte
Stimmungswechsel im Stück selbst. Da stürzen sich die
fünf Verwandlungskünstler mit peruanischen Strickmützen
und landestypischen Instrumenten in einen expressiven,
virtuos instrumentierten Klagegesang und landen
plötzlich im seichten Panflötenkitsch der sogenannten
Anden-Musik.
Das alles ist von einer geradezu unglaublichen
Perfektion. Die Musik ist durchweg hervorragend, und
mancher große Hit der Vergangenheit gewinnt noch durch
die Neufassung. Dazu eine faszinierende
schauspielerische Leistung, und zwar bei allen fünf
Musikern, die immer ganz präsent sind, auch wenn sie mal
nichts zu tun haben. Zum Beispiel, wenn Gitarrist Markus
Rewinkel die Gehörgänge der Zuhörer mit "TNT" von AC/DC
aufs Schaurigste traktiert und dann auch noch, obszön
mit der Zunge wedelnd, ins Publikum hineinsteigt und den
einen oder anderen böse angeht.
"Butterfahrt 5" verballhornt nicht einfach Hits aus Rock
und Pop. Die Gruppe nimmt die Musik ernst, horcht hinein
und entwickelt daraus vollkommen neue Songs, im
fliegenden Wechsel zwischen lustig und ernsthaft,
schmerzvoll und absurd. Wobei die Spannung zwischen dem
ursprünglichen Stück und der neuen Fassung einen
wesentlichen Anteil hat an der bezwingenden Wirkung. So
bezwingend, dass Sänger Philipp Stempel, der sein
strahlendes Charmeurlächeln nach Belieben an- und
abschalten kann, nur zweimal kurz zu klatschen braucht,
bis das komplette Publikum mitgeht, und zwar in
atemberaubendem Tempo.
Am Schluss dürfen die Damen dann auch noch kreischen wie
die kleinen Mädchen bei den beliebten Boygroups und dann
endet die Vorstellung mit noch immer sich steigernden
Zugaben. Jetzt will keiner mehr, dass es je aufhört. Bis
auf die Musiker, denen dann doch die Mühe der großen
Kunst ins Gesicht geschrieben steht. Sie sollten
unbedingt wiederkommen.
|
|
|
Südkurier 18.03.2009
Butterfahrt der ganz anderen Art
Die
Essener Band „Butterfahrt 5“ bot
bei ihrem Auftritt im Bonndorfer
Folktreff ein ungewöhnliches,
jedoch spektakuläres Programm.
Spaß war garantiert bei dieser
Performance, bei der zahlreiche
Rock- und Pop-Klassiker
eigenwillig interpretiert
wurden.
Foto:
Friedrich
Wer eine
Verkaufsveranstaltung des Folktreffs
hinter dem Namen „Butterfahrt 5“
vermutete, war in diesem Fall schief
gewickelt. Vielmehr handelte es sich bei
der Essener Band „Butterfahrt 5“ um ein
geniales Quintett, das durch seine
eigenwilligen und witzigen
Interpretationen von Rock- und
Pop-Klassikern begeisterte. Dabei
bedienten sich die fünf
Multi-Instrumentalisten (Philipp
Stempel, Gesang, Volker Naves,
Schlagzeug, Robert Mayer, Keyboards,
Marcus Rehwinkel, Gitarre und Markus
Heijenga, Bass) solcher Instrumente wie
Akkordeon, Gitarre, Schlagzeug,
Keyboards, Saxofon, Tuba, Klarinette,
Querflöte, Ukulele, Panflöte und
Melodica, um ihr vielseitiges Können
professionell unter Beweis zu stellen.
Ansonsten
benötigten sie nur einige wenige
Requisiten und ihr komisches
schauspielerisches Talent, um von einer
Minute auf die andere in eine andere
Rolle zu schlüpfen und das Publikum zu
Lachtränen zu animieren.
Bei „Butterfahrt 5“ handelt es sich aber
bei weitem nicht um eine gewöhnliche
Coverband, sondern um fünf äußerst
kreative Ausnahmemusiker, deren
Repertoire vom stimmigen
A-Capella-Gesang einer Boygroup bis zur
Volksmusik-Blaskapelle reicht, die
Madonna's „Material Girl“ kurzerhand zum
„Bavarian Girl“ umfunktionierte. Zum
Brüllen auch die Nummer, in der die „B
5“-Jungs zu Zwergen mutiert waren und in
Begleitung ihrer Ukulelen den Ohrwurm
von Tokio-Hotel „durch den Monsun“
kreischten. Ein weiterer Angriff auf das
Zwerchfell folgte mit der eher
geflennten als gesungenen Heulorgie „Nothing
compares to you“ von Sinéad O'Connor,
wofür sich die Musiker kurzerhand
Glatzen zugelegt hatten.
|
|
Badische Zeitung
10.03.2009
Butterfahrt 5 auf
Schredderkurs
HOCHSCHWARZWALD.
Musik-Comedy für Fortgeschrittene ist angesagt am
Freitag, 13. März. Butterfahrt 5 nennt sich die
Formation, die von 20.30 Uhr an auf der Folktreffbühne
in der Stadthalle Bonndorf Klassiker aus dem
Kollektivmusikgedächtnis von AC/DC über Abba bis hin zur
neuen deutschen Welle in ihre Primfaktoren zerlegt, um
sie in neuem Gewand wieder auferstehen zu lassen.
Die fünf Herren in den dunklen Anzügen und weißen
Schuhen wirken auf den ersten Blick seriös. Wenn da nur
nicht diese Mützen wären. Wollenes aus Peru, kunstvoll
gewirkt, ganz so, wie es Anden-Cowboys mögen, wenn sie
mit Panflöte und Trommel in deutschen Fußgängerzonen den
Condor fliegen lassen. Bei Butterfahrt 5 fliegen Möwen.
Und die stehen auf "KISS". "I was made for loving You"
im südamerikanischen Folkmäntelchen.
Das Essener Quintett persifliert Hits "schreiend komisch
auf musikalisch und komödiantisch überragendem Niveau",
schrieb der Bonner Generalanzeiger. "Love me
Tender" als Kammermusik für E-Gitarre und Cembalo, "Don’t
stop me now" als französisches Chanson, Madonnas
"Material Girl" als bayerische Volksmusik und "Stayin’
alive" wird zum Heavy-Metal-Schocker.
Ein Abend mit Butterfahrt 5 ist ein Abenteuer, eine
Entdeckungstour durch die Musikgeschichte, eine
verblüffende Abrechnung mit den Hörgewohnheiten.
VHS-Rock, Mini-Band und Musikantenstadl – jeder Song ist
eine Neuentdeckung, jede Nummer funkelt vor Spielfreude
und anarchischem Witz.
Der Humor ist mal leise, fast subtil, viel öfter jedoch
skurril, manchmal gar anarchisch. Wenn sich der gesamte
Blödsinn, den das Quintett so ausheckt, dann noch mit
rotzfrecher Clownerie paart, ist die Mischung perfekt.
Den Rest besorgt die Musik. Und mit 30 Instrumenten
lässt sich eine ganze Menge Musik machen.
Butterfahrt 5: Das sind Philipp Stempel (Gesang,
Klarinette, Saxophon und Panflöte), Volker Naves
(Schlagzeug, Pauke, Melodica und Gesang), Robert Mayer
(Keyboards, Mundharmonika, Querflöte, Ukulele und
Gesang), Marcus Rehwinkel (Gitarre, Charango, Saxophon,
Ukulele und Gesang) und Markus Heijenga (Bass, Tuba,
Ukulele und Gesang).
|
Südkurier 21.01.2009
Nonstop aufs Zwerchfell
„Doof geht immer!“ und „mit
bekloppt kommste weiter“ stellt
Fliegenklatschenverkäufer Willi
Fröhlich fest und führt dabei so
prominente Zeitgenossen wie
Dieter Bohlen an. Auch
Reich-Ranicki geht ganz einfach:
„Sie müssen nur lispeln und
spucken!“
Foto:
Friedrich
Folktreff-Vorsitzende Gudrun Deinzer
hatte mit dem Engagement des Komikers
„Herr Fröhlich“ alias Arno Markgraf, der
vor gut 160 Besuchern im Foyer der
Bonndorfer Stadthalle sein Programm
„Keiner klatscht besser“ präsentierte,
einmal mehr einen Volltreffer gelandet.
In ihrer Begrüßung betonte sie, dass
eine solche Veranstaltung mit den
Helfern steht und fällt. Für ihre
besonderen Verdienste ehrte sie Mitglied
Bernd Zimmermann, zuständig für Auf- und
Abbau, und (in Abwesenheit)
Folktreff-Webmaster Andreas Schmitt.
Schon kurze Zeit
nach dem ersten Auftritt des
wortwitzigen Multitalents Herr Fröhlich
folgte eine Lachsalve der nächsten. Nur
die Gäste in der vordersten Reihe
hielten sich vielleicht etwas zurück,
nämlich gleich zu Beginn der
Veranstaltung hatte sich der Komödiant
seine „Opfer“ auserwählt und so fragte
er einen Zuschauer: „Haben Sie gute
Laune? – Dann lassen Sie es ihr Gesicht
wissen!“ Was folgte, war ein
energiegeladenes, geniales Feuerwerk aus
Poetik, Artistik und musikalischen
Darbietungen auf selbstkreierten
Instrumenten. So entlockte Herr Fröhlich
einem Notenständer mit Mundstück die
Eurovisionsmelodie, und auf einer zum
„transsexuellen Cello“ umfunktionierten
Mülltonne spielte er das
„selbstkompostierte“ Stück „Ode an die
Mülltonne (Freude)“ Auch eine Art
Alphorn aus Trichter und Rohrstücken,
oder eine „Gesäß-Violine“ zeugten von
der unglaublichen Kreativität des
hochdekorierten Künstlers. Bei seiner
Demonstration der „Po-Bratsche“ meinte
Herr Fröhlich: „Stellen Sie sich auf
diesem Instrument doch nur einmal die
Hämorrhoiden der Volksmusik vor!“ Ein
Laubsauger diente als Basis für das
Instrument, das als Elektroviagra für
alle Zukurzgekommenen umschrieben wurde
und auf dem der Komiker passenderweise
den Dylan Song „The answer is blowin' in
the wind“ vortrug. Herr Fröhlich ist
übrigens auch Erfinder der bisher
unbekannten Stadtgedichte, die,
dargeboten im Stil der beiden Komiker
Heinz Erhard und Otto, für großes
Gelächter sorgten. So kam es zum
Beispiel über die „Dienstlaken“ im
horizontalen Gewerbe zum heutigen Namen
der Stadt Dinslaken und Verona und Paris
sind für ihn die beiden „Hauptstädte der
Blödheit“. Eine weitere Erfindung Willi
Fröhlichs ist der
„Ein-Mann-Spielmannszug“ – „da sparste
30 Leute!“. Zur Musik aus Edvard Griegs
„Morgenstimmung“ trainiert er für
Olympia in seiner Paradedisziplin, der
Rhythmischen Sportgymnastik.
Durch das
Arbeitsamt bekommt Herr Fröhlich
schließlich einen Job als
Fliegenklatschenverkäufer bei der
Briloner Fliegenklatschenmanufaktur (BFM).
Nach einer Verkaufsschulung bei „
Mutti“, soll heißen bei einer
Motivationstrainerin, reist Willi
Fröhlich durch die Lande und versucht
auf seinen Klatschenparties die Leute in
Kaufstimmung zu bringen. „Macketing“, so
hat er gelernt, heißt „aus nichts etwas
machen.“ Im Verlauf der Show gesteht er
dem Publikum allerdings ein, dass er
noch nie eine einzige Fliegenklatsche
verkauft hat. Kein Wunder, preist er
doch Raritäten wie Esoterik-Klatschen
oder Recycling-Klatschen („Fangen Sie
die Fliegen drei Mal“) zu astronomischen
Preisen an.
Auch in der Liebe
ist Herr Fröhlich bisher erfolglos.
Vielleicht hört er zu stark auf seine
Mutti, die ihm rät: „Such dir eine, die
kochen kann, dass wenn die Liebe geht,
das gute Essen bleibt!“ Nach dieser
Power-Show gab es die Zugaben „God shave
the Queen“ gespielt auf diversen
Rasierapparaten und den gegurgelten
Sinatra-Klassiker „My way“, ehe Herr
Fröhlich von einem restlos begeisterten
Publikum verabschiedet wurde.
Annette Friedrich
|
Südkurier 20.01.2009
Eintrittskarten aufbewahren
Bonndorf
(af) Folktreff-Vorsitzende Gudrun
Deinzer erläuterte beim Auftakt der
diesjährigen Folktreff-Reihe eine
interessante Neuerung und empfiehlt den
Besuchern ihre Eintrittskarten
aufzubewahren. Aus den Eintrittskarten
aller zwölf Folktreff-Veranstaltungen in
diesem Jahr ergibt sich ein Puzzle. Ist
das Puzzle am Jahresende komplett, nimmt
man an einer Verlosung teil, bei der es
Eintrittskarten für
Folktreff-Veranstaltungen zu gewinnen
gibt. Wer mindestens fünf
Eintrittskarten vorweisen kann, hat
ebenfalls die Chance auf einen schönen
Gewinn. Hier gibt es in einer weiteren
Verlosung CDs, DVDs, Bücher und sonstige
Artikel der Folktreff-Künstler zu
gewinnen. Derzeit gibt es etwa 90
Folktreff-Mitglieder und für das 100.
Mitglied verspricht Vorsitzende Gudrun
Deinzer ein Jahr lang freie
Mitgliedschaft. Der Jahresbeitrag
beläuft sich derzeit für Einzelpersonen
auf 15 Euro, für Familien auf 25 Euro.
Mitglieder des Folktreffs zahlen für den
Besuch der Veranstaltungen zwei Euro
weniger Eintritt. Jugendliche, Schüler
und Studenten bezahlen acht Euro. Die
regulären Eintrittspreise schwanken
zwischen 10 und 12 Euro.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Südkurier 20.01.2009
Eintrittskarten aufbewahren
Bonndorf
(af) Folktreff-Vorsitzende Gudrun
Deinzer erläuterte beim Auftakt der
diesjährigen Folktreff-Reihe eine
interessante Neuerung und empfiehlt den
Besuchern ihre Eintrittskarten
aufzubewahren. Aus den Eintrittskarten
aller zwölf Folktreff-Veranstaltungen in
diesem Jahr ergibt sich ein Puzzle. Ist
das Puzzle am Jahresende komplett, nimmt
man an einer Verlosung teil, bei der es
Eintrittskarten für
Folktreff-Veranstaltungen zu gewinnen
gibt. Wer mindestens fünf
Eintrittskarten vorweisen kann, hat
ebenfalls die Chance auf einen schönen
Gewinn. Hier gibt es in einer weiteren
Verlosung CDs, DVDs, Bücher und sonstige
Artikel der Folktreff-Künstler zu
gewinnen. Derzeit gibt es etwa 90
Folktreff-Mitglieder und für das 100.
Mitglied verspricht Vorsitzende Gudrun
Deinzer ein Jahr lang freie
Mitgliedschaft. Der Jahresbeitrag
beläuft sich derzeit für Einzelpersonen
auf 15 Euro, für Familien auf 25 Euro.
Mitglieder des Folktreffs zahlen für den
Besuch der Veranstaltungen zwei Euro
weniger Eintritt. Jugendliche, Schüler
und Studenten bezahlen acht Euro. Die
regulären Eintrittspreise schwanken
zwischen 10 und 12 Euro.
|
|
Badische Zeitung 19.01.2009
Ein Blödelkünstler mit Niveau
"Herr Fröhlich" nennt sich
nicht nur so, er scheint auch ein solcher zu sein und bei der ersten
Folktreffveranstaltung des neuen Jahres gelang es dem multitalentierten
Blödelkünstler mühelos, die Zuschauer ebenso fröhlich zu stimmen und zu
begeistern.
BONNDORF.
"Herr Fröhlich" nennt sich nicht nur so, er scheint auch ein solcher zu sein
und bei der ersten Folktreffveranstaltung des neuen Jahres gelang es dem
sauer- oder auch rheinländischen multitalentierten Blödelkünstler mühelos,
die Zuschauer ebenso fröhlich zu stimmen und zu begeistern.
Arno Markgraf – wie der Mann im "richtigen
Leben" heißt – kaspert, turnt, zaubert, musiziert und zappelt
schwadronierend durch ein kurzweiliges Programm, das an Vielseitigkeit wohl
kaum zu übertreffen ist. Die Zuschauer, wieder mal gut und gerne mehr als
160 an der Zahl, lassen sich bereitwillig auf die Blödeleien ein, lassen
diese doch keineswegs Niveau vermissen. Die bestens abgestimmte Licht- und
Tontechnik trägt ein Übriges dazu bei, im Stadthallenfoyer fast so etwas wie
Zirkusatmosphäre aufkommen zu lassen, während Herr Fröhlich nahtlos
Akrobatik und Wortwitz, Musikeinlagen und Jonglagen, Clownerie und
Dichtkunst aneinander reiht und dabei nicht versäumt, die nervliche
Belastbarkeit einiger Zuschauer, vornehmlich in erster Reihe, auf die Probe
zu stellen. "Haben Sie gute Laune? Dann lassen Sie das doch auch Ihr Gesicht
wissen", ist dabei noch eine der harmlosen Aufforderungen, womit er die
Damen und Herren in seiner Reichweite konfrontiert. Auf Einzelschicksale
kann Herr Fröhlich keine Rücksicht nehmen und spätestens als er bündelweise
Salzletten mampft während er seine Show im wahrsten Sinn des Wortes
vollmundig fortsetzt, wünscht sich der eine oder die andere sehnlich einen
Sitzplatz in den hinteren Rängen. Eine inhaltliche Aussage braucht man bei
Herrn Fröhlich nicht zu suchen, denn die gibt es nicht. Er räumt unumwunden
ein, dass bei ihm in der Schule nur sehr kurze Zeit ein Verdacht auf
Hochbegabung bestand. Was es gibt ist jedoch eine ungeheure Kreativität in
Sachen Instrumentenbau und Verwendung derselben. Aus Gießkannen, Trichtern,
Rohrstücken, Mülltonnen, Tetrapacks oder sonstigem Schrott konstruiert der
Unterhaltungsprofi abenteuerliche Instrumente, präsentiert Weltneuheiten wie
Notenständerposaune oder Arschgeige, auf welcher er mühelos "What a
wonderful world" wiedergibt, und lehrt die Zuschauer nebenbei eindrücklich
neue Varianten der Tonleiter, die er sowohl sportlich wie auch musikalisch
treffsicher auf fünf Stufen erklimmt. Kreativität beweist Herr Fröhlich mit
seiner Ich-AG in der Erfindung des Ein-Mann-Spielmannszuges. Sogar die
klassisch poetische Schiene kann Herr Fröhlich bedienen – "Wenn ich beim
Bier geschäkert hab, bin ich dann ein Shakespeare?" –, den Schüttelreim
eindrucksvoll erklären und in allerbester Manier den Heinz Erhard
wiedergeben: "Wer Klinken putzt und ist doch heiter, ist Masochist oder
Blitzableiter."
Wie die Stadt Dinslaken (Dienst-laken) zu ihrem
Namen kam, leuchtet jedem ein und wie zufällig kriegen nebenbei auch einige
Promis unserer Tage ihr Fett ab: "Die Hauptstädte der Blödheit sind Paris
und Verona", oder "Reich-Ranitzki ist so einfach, da müssen Sie nur lispeln
und spucken!" Seine Nummer zwischen Rinderwahnsinn und Dieter Bohlen beweist
einmal mehr: "Mit bekloppt kommste weiter!" Laubgebläse geißelt Herr
Fröhlich als Kettensägenersatz für Herbstlaubphobiker oder Elektroviagra für
alle Zu-kurz-Gekommenen, um schon im nächsten Augenblick auf einer seiner
skurrilen Kreationen "The answer is blowing in the wind" zum Besten zu
geben. Auf zehn Rasierapparaten spielt Fröhlich die britische Hymne "God
shave the queen" und lässt doch bei all diesen Blödeleien einen roten Faden
nicht vermissen. Schließlich hat er mit seinem Programm "Keiner klatscht
besser" zur (Fliegen-) Klatschparty eingeladen, bei welcher von der
Massakerklatsche (irgendwann treffen Sie bestimmt) über die
Politikerklatsche (knickt bei jedem Lüftchen ein) bis zur Friedensnobelpreis
verdächtigen Pazifistenklatsche alles zu haben ist. In begeistertem Applaus
zeigte sich auch das Publikum klatschsicher und lässt das quirlige
Multitalent am Ende nur höchst ungern von der Bühne gehen.
|
|
|
Südkurier 15.01.2008
Morgen geht's los mit Herrn Fröhlich
Auch
eine Nummer: Mit selbst
gebastelten Instrumenten, hier
mit der Glasharfe, reißt Herr
Fröhlich sein Publikum förmlich
von den Stühlen.
Foto:
Privat
Mit skurrilem
Humor, Slapstick, poetischen Kapriolen
und intelligentem Unsinn auf höchstem
Niveau beginnt der Folktreff Bonndorf
sein Veranstaltungsjahr 2009. Morgen,
Freitag, 16. Januar, gastiert Arno
Markgraf im Foyer der Stadthalle. Beginn
ist um 20.30 Uhr. Arno Markgraf, alias
Herr Fröhlich begeistert sein Publikum
mit Kalauern à la Heinz Erhard,
scheinbar ungelenk wie ein Mr. Bean, mit
einer Mimik, die unendlich komisch und
auch mutig ist. Selbst hingerissen von
seinen phantasievollen selbstgebastelten
Instrumenten, hergestellt aus ganz
normalen Gegenständen, erworben in
Haushaltswarengeschäften und
Heimwerkermärkten, reißt er die
Zuschauer buchstäblich von den Stühlen.
Karten im Vorverkauf gibt es im
Bonndorfer Touristinformationszentrum.
Dort erhält man auch das Jahresprogramm
2009. Alle Veranstaltungen des Jahres
werden für einen umfassenden Überblick
bereits jetzt veröffentlicht. Das ist
auch nötig, denn zwei Veranstaltungen im
vorigen Jahr waren restlos ausverkauft.
Auch nach dem
Auftakt am Freitag bietet der Folktreff
zahlreiche Höhepunkte. Zehn
Veranstaltungen sind geplant. – Die
„Butterfahrt 5“ wird im März ihrem
bescheuerten Namen gerecht. Hier nehmen
fünf Vollblut-Musiker Klassiker auf die
Schippe, dass es nur so lacht. Schräg,
bös und gekonnt. „Don't stop me now“ als
französischer Chanson, Madonnas
„Material Girl“ als Bayerische
Volksmusik, „Stayin' alive“ wird zum
Heavy Metal Schocker. Das Publikum wird
auf ansteckend komische Weise
einbezogen.
Der wunderbaren
Gitarristin und Sängerin Christina Lux
gehört die Bühne des Folktreff im April.
Ihre intimen Songs gehen direkt unter
die Haut. Mit sinnlich dunkler Stimme
umhüllt Sie ihre Zuhörer, beschert ihnen
magische Momente voller Harmonie. Sie
„zelebriert die Einmaligkeit des Lebens“
urteilt ein Fachmagazin.
Den Freunden des
Country-Songs ist die Maivorstellung
gewidmet. „Bandana – Sound of Johnny
Cash“ nennt sich die Band aus dem Osten
Deutschlands. Meist in schwarz
gekleidet, eher ruhig und zurückhaltend
wirkt der Leadsänger, Andreas Matthes.
Wenn er jedoch loslegt reiben sich
selbst eingefleischte Fans von Johnny
Cash die Ohren, meint man doch den
Altmeister leibhaftig zu hören.
Ganz besonders freut sich die
Vorsitzende des Folktreff, Gudrun
Deinzer, Viva Voce noch einmal für
Bonndorf gewonnen zu haben, diesmal mit
ihrem Programm „Tapetenwechsel“, am 19.
Juni im Schlossgarten. Die fünf Jungs
aus dem Fränkischen machen einmalig
Musik nur mit dem Mund. Voxpop nennen
Sie das was sie tun. Fetzig, frech und
charmant verzaubern sie Frauen aller
Altersklassen und beeindrucken jeden
musikbegeisterten Mann. Viva Voce hat
dem Folktreff im April dieses Jahres das
erste „Ausverkauft“ in der Geschichte
des Vereines beschert. Mit deutlich über
200 Zuhörern war das Foyer brechend
voll. Die Begeisterung anschließend
sprach Bände.„Natürlich freut ein
solcher Erfolg jeden Veranstalter“,
meint Gudrun Deinzer, „aber es tut schon
weh, langjährige treue Fans unserer
Veranstaltungen heim schicken zu müssen.
Deshalb haben wir Viva Voce zum Open Air
im Schlossgarten eingeladen, sodass
jeder in den Genuss kommen kann, sie
live zu erleben. Sie treten hier auf zu
einem Eintrittspreis, zu dem sie
eigentlich nicht mehr zu haben sind“. (gud)
|
|
Schwarzwälder
Bote 30.12.2009
Folktreff Bonndorf,
Veranstaltungen 2009
Bonndorf (da). „Bunte Vielfalt – für
jeden etwas“, das beinhaltet das Jahresprogramm des „Folktreff Bonndorf“ für
das Jahr 2009. Der Folktreff Bonndorf geht auf das Jahr 1978 zurück, der
seither das kulturelle Leben der Kleinkunst fördert und einen umfassenden
Überblick über die Programmgestaltung gibt.Zweifelsohne bietet der
Folktreff auch im kommenden Jahr wieder Highlights. Insgesamt sind zehn
Veranstaltungen, über das Jahr verteilt, vorgesehen. In der Regel finden die
Veranstaltungen im Foyer der Stadthalle Bonndorf statt. Sie beginnen jeweils
um 20.30 Uhr. In den Sommermonaten sind zwei Open Air-Veranstaltungen
vorgesehen, die jeweils im Schlossgarten stattfinden. Das Schloss Bonndorf
mit seinem zauberhaften, historischen Ambiente ist im November Ort der
Veranstaltungen. Der Auftakt der Veranstaltungsreihe für die
Kleinkunst-Freunde macht am 16.Januar 2009 der bekannte Preisträger der
„Tuttlinger Krähe 2007“, Herr Fröhlich mit dem Programm „Keiner klatscht
besser“. Am 13.März 2009 ist das Foyer der Stadthalle für die fünf
Vollblut-Musiker „Butterfahrt 5“ reserviert. Sie nehmen Klassiker auf die
Schippe, wobei das Publikum auf ansteckend komische Weise einbezogen wird.
Der wunderbaren Gitarristin und Sängerin Christina Lux gehört die Bühne des
Folktreff am 3.April 2009. Ihre intimen Songs, mit ihrer dunklen Stimme
umhüllt, gehen den Zuhörern unter die Haut. Sie zelebriert die Einmaligkeit
des Lebens. Den Freunden des Country-Songs ist er Auftritt am 15.Mai 2009
vorbehalten. „Bandana – Sound of Johnny Cash“ nennt sich die Band. Sie ist
meist dunkel gekleidet, wirken eher ruhig und zurückhaltend. Sie lieben die
intime Clubatmosphäre auf kleineren Bühnen. Bei einem Open Air am 19.Juni
2009 im Schlossgarten steht „Tapetenwechsel“ der Gruppe „Viva Voce“ auf dem
Programm. Ihre Instrumente werden rein vokal „erzeugt“, die so echt wirken,
als kämen sie vom Band. Das zweite Open Air folgt am 25.Juli 2009. Die
Freiburger Rockformation „SunsoN“ präsentiert sich in einer energiegeladenen
Liveshow. Das Paulinerheim in Bonndorf ist am 18.September 2009 Schauplatz
des bekannten Kabarettist und Comedian Stephan Bauer, der auf der Suche nach
dem verlorenen Mann ist. „ExtraArt“ nennen sich die vielfach preisgekrönten
Artisten, die am 16.Oktober 2009 in der Stadthalle auftreten und das
Publikum mit ihrer Clownerie und Artistik verzaubern wollen. Im Bonndorfer
Schloss tritt am 20.November 2009 Tom Haydn auf und gibt hier „Pikanterien“
zum Besten. Ein außergewöhnlicher
Programmpunkt ist für den 11.Dezember 2009 im Foyer der Stadthalle
vorgesehen. Bea von Malchus spielt Nibelungen mit einem grandiosen Feuerwerk
aus atemberaubender Mimik, Stimmenvielfalt und rasanten Rollenwechseln.
|
|
|
|
|
Südkurier 13.01.2009
Unsinn auf hohem Niveau
Mit Arno
Markgraf und skurrilem Humor, Slapstick,
poetischen Kapriolen und intelligentem
Unsinn auf höchstem Niveau beginnt der
Folktreff sein Veranstaltungsjahr am
Freitag, 16. Januar, Beginn 20.30 Uhr,
im Foyer der Stadthalle. Wer ihn auf der
Bühne erlebt hat, zum Beispiel bei der
Moderation des Preisträgerabends der
Tuttlinger Krähe 2008, – „ich bin
innerlich noch nicht bereit, den Titel
abzugeben“ weiß, dass er – wiederum
Preisträger der besagten Tuttlinger
Krähe 2007 – für die Bühne geschaffen
ist. Arno Markgraf, alias Herr Fröhlich
begeistert mit Kalauern à la Heinz
Erhard, scheinbar ungelenk wie ein Mr.
Bean, mit einer Mimik, die unendlich
komisch und auch mutig ist.
|
|
Badische Zeitung 10.01.2008
"Keiner klatscht besser"
Ein schillerndes
Programm, das sämtliche Genres der Kleinkunst tangiert,
bietet der Folktreff im neuen Jahr. In neuer Optik
gewährt die Programmübersicht erstmals einen Überblick
über zehn Veranstaltungen, die allesamt wieder ein hohes
Niveau mit nicht minder hochkarätigem Unterhaltungswert
versprechen. Kabarett, Comedy, Artistik und Theater
wechseln sich ab mit a cappella, Chansons, Pop, Folk,
Rock und Countrymusic.
Zweimal hieß es beim
Folktreff im zurück liegenden Jahr "ausverkauft", und
auch die charmante Boygroup "Viva Voce" wollten weitaus
mehr Fans hören, als im Foyer Platz fanden. Beim Open
Air Konzert im Schlossgarten gastieren die erfolgreichen
Voxpop-Künstler am 19. Juni ein zweites Mal in Bonndorf,
so dass nun alle die Chance haben, sich von diesen frech
witzigen Jungs mit ihren brillanten Stimmen begeistern
zu lassen. Der 2007er Preisträger der "Tuttlinger
Krähe", einem der renommiertesten Kleinkunstpreise der
Republik, eröffnet am 16. Januar das Jahresprogramm und
auch hier dürfte es wieder eng werden im Foyer der
Stadthalle, denn "Herr Fröhlich" unterhält mit Kabarett,
Artistik, Clownerie sowie fantasievollen musikalischen
Überraschungen auf abstrusen Instrumenten mit seinem
Programm "Keiner klatscht besser".
In unverwechselbarem Stil nehmen "Butterfahrt 5" am 13.
März Welthits sämtlicher Kategorien aufs Korn, was
freilich umso besser gelingt, da diese fünf
Vollblutmusiker ihr Handwerk bestens verstehen. Eine der
besten Songpoetinnen Deutschlands, Christina Lux, wird
am 3. April mit ihrer sanft rauen, sinnlich dunklen
Stimme und faszinierendem Gitarrenspiel bei Folk, Jazz
und Soul, die direkt unter die Haut gehen, ihre
mitreißende Live-Performance unter Beweis stellen. Einem
lang gehegten Publikumswunsch nach Country-Music
entsprechend, lebt mit "Bandana" am 15. Mai der "Sound
of Johnny Cash" wieder auf. Kabarettfans kommen mit
Stephan Bauer am 18. September auf ihre Kosten und
können sich dabei einmal mehr davon überzeugen, um wie
viel unterhaltsamer und persönlicher es auf der
Livebühne gegenüber profanem Fernsehen ist, wenn der
TV-bekannte Unterhaltungsprofi "auf der Suche nach dem
verlorenen Mann" ist.
Dass "ExtraArt" ihr Gastspiel am 16. Oktober in der
Stadthalle geben, liegt in erster Linie an der Raumhöhe,
die diese beiden Artisten und Komiker für ihre
atemberaubenden Jonglagen und kraftstrotzenden
Artistikeinlagen benötigen, um das Publikum zum "Staunen
und Lachen" zu bringen.
Ein außergewöhnliches Theaterereignis auf hohem Niveau
erwartet die Kleinkunstfreunde schließlich am 11.
Dezember, wenn Bea von Malchus die "Nibelungen" spielt,
Rollenwechseln. Die Kritiker überschlagen sich mit
Superlativen über von Malchus’ schauspielerische
Leistung. Dabei sind es nicht zuletzt Witz und Humor,
die überzeugen.
Musikalische Akzente setzt der Folktreff freilich auch
wieder beim Schlossfest, wo am 25. Juli die Freiburger
Rockband "SunsoN" in einer energiegeladenen Liveshow
eine eigene Mischung aus brachialen Gitarrenriffs und
eingängigen Rockballaden präsentiert.
|
Südkurier
16.12.2008
Niemand bleibt von ihm verschont
Ein
knallvolles Haus bescherte Peter Vollmer
am Wochenende der Kleinkunstbühne
Folktreff in Bonndorf. Der Kabarettist
bot mit seinem Programm „Wenn Männer zu
sehr 40 werden“ die erfolgreichsten
Szenen aus seiner 16-jährigen
Solo-Karriere. Im Foyer der Stadthalle
begeisterte er nun schon zum dritten Mal
sein Publikum.
Dass die „Jungen“
seine 40er-Geburtstagsfeier als
„Gammelfleischparty“ verhöhnten, stört
ihn dabei kaum. Vollmer trauert nur ein
wenig der Zeit nach, in der alles so
spontan war. Wo jeder alles aß und
trank. Mit Blick auf die Vegetarier,
Veganer oder Lacto-Vegetarier meint er
schelmisch: „Ich esse immer noch alles,
denn ich bin Scheiß-Egalianer“.
Im Laufe des
Abends stellt sich heraus, dass Peter
Vollmer alles auf die Schippe nimmt, was
sich ihm in den Weg wirft. Die
Ernährung, die Gesundheit, den Sport und
immer wieder mit scharfen Seitenhieben
die Politiker. Er verschont nicht einmal
sich selbst. Das macht ihn so
liebenswert. Peter Vollmer glänzt nicht
nur durch zündenden Wortwitz, sondern
unterstreicht diesen wirkungsvoll mit
seiner hervorragenden Mimik und Gestik.
Durch sein schauspielerisches Talent
setzt er unausgesprochene Pointen. Frei
nach der Melodie „Was wollen wir
trinken“ wirft er musikalische Fragen
auf „Was kann man noch essen“ und kommt
übergangslos zum Thema Werbung „Was kann
man noch glauben und woran“.
Schonungslos werden die Tricks aus der
Werbung offen gelegt. Zum wieder
aktuellen Thema „Baader-Meinhof“ heißt
es „Sitzt du noch in Stammheim oder
wohnst du schon“. In seiner Wahlheimat
untersucht er den Kölner Karneval und
äußert sich über die Wasserqualität:
„Wenn sie in Köln Leitungswasser
trinken, müssen sie gleich einen
Calgontap hinterher werfen“. Unter
großem Gelächter beschreibt erste seine
erste ausgebeulte Jogginghose, wie er
beim Marathon kläglich versagt und
wettert gegen die Nordic Walker, die
angeblich immer im „Kampfverband“ und
als „Krampfadergeschwader“ auftreten.
Mit extrem „gepiercten“ Zeitgenossen hat
er ein Problem, weil man diese im
Sterbefall nicht beerdigen kann, sondern
verschrotten muss.
Mit würdevoller
Miene eröffnet Vollmer den Besuchern,
dass ein Mann in seinem Alter als
Liebhaber immer noch gefordert ist, und
zwar im „Trottel Triathlon“:
Ausdauerkuscheln, Langstreckenstreicheln
und Extremknutschen. Es folgt eine
konzentrierte Aufklärung über gedopte
Liebesspiele, Ärzte auf der Straße und
schräge Vorschläge, das Aufkommen an
Organspenden zu erhöhen. In Vollmers
Seniorenpartys sind die
Herzschrittmacher aufgemotzt und es
kommt keiner unter 85 rein.
Vollmer glaubt erkannt zu haben, dass
der Mann der Frau als Held erscheinen
soll. „Also schuf Gott die Spinne“,
frohlockt der Komiker. Es folgen
Heldentaten mit Spinne. Genauestens
untersucht der Kabarettist den Werdegang
eines Kindes, über den Leidensweg Schule
hinweg bis zu dem Punkt, an dem das Kind
merkt, dass Frauen andere
Benutzeroberflächen besitzen als Männer.
Und unterschiedliche Gene. Unter anderem
haben Frauen das „Einkaufen-Gen“, Männer
das „Fremd-Gen“. Peter Vollmer sollte
man nicht nur lesen, sondern ihn hören
und sehen. Elfi Nosbüsch
|
|
Badische Zeitung 15.
Dezember 2008
Peter Vollmer im
Folktreff
Wenn "Mann" als
Wackel-Dackel endet
Der Mann
ist auf der Bühne des Folktreff kein Unbekannter –
vielleicht war dies mit ein Grund, dass zur
Kabarettveranstaltung mehr als 200 Besucher kamen. Der
smarte Kölner ist ein Profi seines Fachs, der den Draht
zum Publikum schon in den ersten Minuten findet.
BONNDORF. Der Mann ist
auf der Bühne des Folktreff kein Unbekannter –
vielleicht war gerade dies mit ein Grund, dass die
Kabarettveranstaltung mit Peter Vollmer mehr als 200
Besucher hinter ihrem winterlich warmen Ofen
hervorlockte und zu Begeisterungsstürmen verleitete. Der
smarte Kölner ist ein Profi seines Fachs, der nicht nur
selbst für optimale Bühnenperformance steht, sondern
auch andere Kabarettisten coacht und den Draht zum
Publikum schon in den ersten Minuten findet.
Vollmers Botschaft ist
schlicht, und daher für jeden verständlich. Vermutlich
trifft er genau damit den Nerv seines Publikums, das
nach getaner Arbeit beim Besuch der Kleinkunstbühne
nicht immer intellektuelle Herausforderungen sucht,
sondern sich auch gerne mal einfach unterhalten lässt.
Peter Vollmer versteht sich darauf vortrefflich, packt
er doch Witz, Ironie, Zweideutigkeiten, aber auch
Makabres in skurrile Szenen, in denen sich irgendwann
jeder selbst wieder findet. Wenn er pointenreich darüber
sinniert, wie "Männer zu sehr 40 werden", tut er dies
schließlich vor Fachpublikum, denn mit diesem Thema
kennt sich nun mal wirklich jede und jeder im Saal aus.
Vollmer hat eine scheinbar unendliche Fülle von
Wortspielereien, Kalauern oder Zoten in petto, die er
charmant augenzwinkernd, mit überzeugender
Schauspielkunst in frappierender Mimik zum Besten gibt,
so dass nicht selten die besten Pointen diejenigen sind,
die gar nicht ausgesprochen werden.
Beim wortspielreichen Sinnieren über Vegetarier, Veganer
oder Lakto-Vegetarier gibt Vollmer unumwunden zu, dass
er – zumindest ernährungstechnisch betrachtet – zur
Gruppe der Scheißegalianer zählt. Kein Wunder, denn
allein aufgrund der Trinkwasserqualität ist es in Köln
ebenso unmöglich, gesund zu leben, wie im Puff keusch zu
bleiben. Immerhin sind die Inhaltsstoffe des Kölner
Traditionsgerichts mit fünf Totenköpfen gekennzeichnet,
so wie sich der echte Rheinländer auch schon mal gerne
im "Poweraging" am Tresen übt.
Mit der aktuellen Rolle des Mannes ist Vollmer gar nicht
zufrieden, beweist sich der Mann von heute statt mit
kernigem Sex doch vielmehr bei Ausdauerkuscheln,
Extremschmusen und Langstreckenstreicheln in der
Disziplin des Trotteltriathlon. Da kann nur noch ein
Testosteronpflaster die Performance steigern, um nicht
endgültig als Stubenhorst (Köhler) oder wohl erzogener
Wackel-Dackel zu enden. Wenn dann noch
Emanzipationsikone Alice Schwarzer behauptet, dass die
Bild-Zeitung für Wahrheit steht, muss Ayatollah Khomeini
der Begründer der Frauenbewegung und Johannes Heesters –
Galapagosschildkröte der Fernsehunterhaltung – ein
Duz-Freund von Darwin sein. Rostentferner statt Seife
empfiehlt Vollmer den Gepiercten, die eine Vorliebe
zeigen, sich perforieren zu lassen und, je nachdem,
welche Körperteile sie piercen, dem Begriff
Klingelbeutel eine neue Bedeutung geben.
Nordic-Walking straft er als optische
Umweltverschmutzung ab, bei der Pseudosportler in
Michelinmännchenformat mit ihren Schneckenstechern,
meist im Kampfverband, andere Zeitgenossen
verunsichern. Sei’s drum, da die Generation der heute
Vierzigjährigen später von den Krankenkassen sowieso
keine künstlichen Gelenke mehr finanziert bekommt, kann
das Gehen am Stock gar nicht früh genug geübt werden,
während die Alten von heute mit ihren getunten
Herzschrittmachern biblisches Alter erreichen.
Dass selbst die knut-artigsten Kinder irgendwann
ypsilantös werden sollte jeder bedenken, der sich mit
der Aussicht auf Erziehungsgeld seinen Lebensunterhalt
zusammen poppen will. Unbedingt sollte man
berücksichtigen, dass Frauen mit ihrer ansprechenden
Benutzeroberfläche vom Einkaufen-Gen, Männer jedoch vom
Fremd-Gen geprägt sind. Über den Bio-Tamagocchi
"Hermann" – klebrige Kult-Teigmasse der 80er Jahre –
spinnt Vollmer den Bogen zum Bioladen, in welchem
bevorzugt naturbelassene, unbehandelte, naturtrübe
Menschen mit sympathieabweisenden Textilien verkehren.
Zwischendurch gibt sich der blonde Smartie als
Latino-Hasch-Experte, aber auch als Sänger und Gitarrist
und bringt er das Publikum bei einem Medley bekannter
Stimmungslieder mit skurrilen Texten eins ums andere Mal
zum Toben, um am Ende zuzugeben, dass das Bonndorfer
Folktreff-Publikum in der Kleinkunstszene als
Schwarzwaldbrasilianer bekannt ist und er gleich ahnte,
hier in einen Hexenkessel zu geraten.
|
|
|
Badische Zeitung
11.12.2008
Ironman oder Pflegefall?
Männer ab 40: Über diese
Typen hat Peter Vollmer gern kabarettistisch hergezogen.
Sie beweisen sich plötzlich als Marathonläufer oder
todesmutige Rocker im Reihenhaus, die ein zweites Mal
heiraten. Sie denken ernsthaft über eine
Schönheitsoperation nach und rennen sich im
Fitness-Studio die Füße platt. Dafür wollen sie dann
natürlich auch noch bewundert werden. In seinem neuen
Best- of-Programm "Wenn Männer zu sehr 40 werden"
bilanziert er jetzt beim Folktreff Bonndorf seine erste
Lebenshälfte und erkennt mit Schrecken, dass er selbst
so ein Typ geworden ist: ein Punker mit Platzreife. Die
Selbsteinschätzung schwankt dabei zwischen "Ironman und
Pflegefall". Man darf jetzt alles – geht aber doch
lieber früh ins Bett. Und er muss erkennen: Die wahren
Freuden des Lebens lernt man erst dann zu schätzen, wenn
sie einem der Arzt verboten hat. Nach 15 Jahren
Solokabarett beweist Vollmer wieder viel Selbstironie
und Komik.
|
Südkurier 02.12.2008
Punker mit Platzreife
Was
passiert, „wenn Männer zu sehr 40
werden“, erfahren die Besucher im
Best-of-Programm von dem mehrfach
ausgezeichneten Kabarettisten Peter
Vollmer am Freitag, 12. Dezember, auf
der Folktreffbühne im Foyer der
Bonndorfer Stadthalle.
Sie werden bei
einer Weinprobe leidenschaftlicher als
beim Sex: Männer um die 40. Sie rennen
sich beim Marathon die Füße platt und
wollen dafür auch noch bewundert werden.
Sie pilgern ins Fitness-Studio oder
denken ernsthaft über eine
Schönheitsoperation nach; die
Todesmutigsten heiraten ein zweites Mal.
Über diese Typen ist Peter Vollmer gerne
kabarettistisch hergezogen. Jetzt stellt
er fest, dass er selbst so einer
geworden ist: Ein Punker mit Platzreife.
Ein Rocker im Reihenhaus. Immerhin: Er
steht dazu und offenbart seinem Publikum
das ganze Dilemma dieser Lebensphase.
Die Selbsteinschätzung schwankt zwischen
„Ironman“ und „Pflegefall“. Man darf
jetzt alles – geht aber doch lieber früh
ins Bett.
Vollmer zieht an diesem Abend eine
Bilanz seiner ersten Lebenshälfte: Wie
steht ein Mann heute da, wenn er seine
Prägung in den Wohngemeinschaften der
80er Jahre erfahren hat? Er musste ja
unbedingt für die Gleichberechtigung der
Frau eintreten – jetzt macht er den
Salat. Und er muss erkennen: Die wahren
Freuden des Lebens lernt man erst dann
zu schätzen, wenn sie einem der Arzt
verboten hat.
|
|
|
|
Charme im
kleinen
Schwarzen
Auch
so
kann
man
Geige
spielen
–
wie
Angelika
Bachmann
(stehend)
und
Iris
Siegfried
vom
Quartett
„Salut
Salon“
eindrucksvoll
in
Bonndorf
unter
Beweis
stellten.
Foto: Friedrich
Sie traten
im kleinen
Schwarzen
auf und
ließen das
Publikum
„hautnah“ an
ihrem
Auftritt
teilhaben.
„Salut
Salon“, ein
weibliches
Spitzen-Ensemble,
begeisterte
das Publikum
im voll
besetzten
Festsaal von
Schloss
Bonndorf mit
großer
Musikalität
und
einzigartigen
Kabarett-
und
Akrobatik-Einlagen.
„Salut
Salon“ wurde
im Jahr 2000
von den
Geigerinnen
Angelika
Bachmann und
Iris
Siegfried
aus Hamburg
gegründet.
In Bonndorf
spielte das
Quartett mit
der
Besetzung
Lara Jones
aus
Südafrika am
Klavier und
Anne-Christin
Schwarz aus
Thüringen am
Cello.
Allesamt
sind die
vier
studierte
und
promovierte,
mehrfach
ausgezeichnete
Musikerinnen.
Der
Folktreff
Bonndorf und
das
Kreis-Kulturamt
hatten das
Quartett
gemeinsam
eingeladen.
Gleich mit
dem ersten
Stück, einer
Mixtur aus
Passagen von
Michael
Jacksons
„Thriller“,
„Goldfinger“
und der
Titelmelodie
von „Das
Boot“ zogen
die vier
„Ladies in
Black“ das
Publikum in
ihren Bann.
„Mein Hut,
der hat drei
Ecken“ wurde
ebenso
eigenwillig
wie gekonnt
interpretiert
und so sind
hier neben
dem Gesang
des
Publikums
auch
Sequenzen
aus „Pink
Panther“ und
dem
„Säbeltanz“
zu hören.
Die vier
Musikerinnen
zeigten bei
ihrer
Vorstellung
ungemein
viel
Temperament
und Gefühl.
Man kann
geradezu
sehen, wie
viel Freude
ihnen das
Musizieren
macht und
dabei tun
sie dies mit
einer
unglaublichen
Perfektion
und Hingabe.
Stücke aus
eigener
Feder kommen
genauso zum
Einsatz, wie
ein „Chanson
für alle,
die
Französisch
verstehen“,
dazu auch
Lieder von
Kreisler und
Tucholsky.
Bei Mozarts
Klavierkonzert
gab „Oskar“,
eine
Pappmaché-Puppe,
sein
Piano-Debüt.
Das nächste
Stück vom
rumänischen
Komponisten
Diniku hieß
„Die
Lerche“,
hier wird
nicht auf
dem Klavier
gespielt,
sondern nur
an den
Saiten
gezupft und
die Geigen
liefern sich
einen
Wettstreit,
in dem sie
das
Vogelgezwitscher
imitieren.
Zwischendurch
fließen
Passagen aus
Miklis
Theodorakis
„Sirtaki“
mit ein.
Der optische
Höhepunkt
wird
erreicht
beim
achthändigen
Klavierspiel,
mit
wechselnden
Positionen –
auch auf dem
Klavier! Als
Zugabe
interpretieren
„Salut
Salon“ den
Klassiker
„Hit the
road Jack“
und bauen
hier ihre
Dankesworte
ein. Nach
einem
rassigen
Czardas wird
das Publikum
mit dem
gefühlvollen
A-cappella-Lied
„Now,
fellows
let's go
home“
verabschiedet“.
Die vier
Musikerinnen,
die übrigens
immer „im
kleinen
Schwarzen“
auftreten,
machten im
Anschluss an
das Konzert
auf ihr
Hilfsprojekt
in Chile
aufmerksam.
In
Kooperation
mit der
Kindernothilfe
unterstützen
„Salut
Salon“ eine
Musikschule
im
Elendsviertel
von
Achupallas.
Annette
Friedrich
|
|
Badische Zeitung 19.November
2008
Vier Damen begeistern ihr
Publikum
BONNDORF.
Kreiskulturchef Jürgen
Glocker hatte es nicht
leicht bei der jüngsten
Folktreffveranstaltung im
Bonndorfer Schloss: Zunächst
überreichte ihm Gudrun
Deinzer als Vorsitzende der
Kleinkunstinitiative die
"Rote Karte" – als Einladung
für einen Kleinkunstbesuch
im Foyer der Stadthalle. Für
den weiteren Verlauf des
Abends war Jürgen Glocker
Zielscheibe des geballten
Charmes von vier hübschen,
jungen Damen, die ihn
anschmachtend keine Sekunde
mehr aus den Augen ließen
und so manchen Schabernack
mit ihm trieben.
Er wird es ihnen jedoch
nicht übel genommen haben,
wurde er doch ebenso wie all
die weiteren Gäste im vollen
Saal des Bonndorfer
Schlosses mit einem
Kleinkunstprogramm der
Extraklasse belohnt. In
ihrer "Herzenssache"
präsentierten sich "Salut
Salon" nämlich als
exzellente Musikerinnen,
begnadete Sängerinnen,
herausragende
Schauspieltalente und
Komödiantinnen mit
frappierendem Minenspiel,
die mit einer perfekt
abgestimmten Programmfolge
höchsten Unterhaltungswert
zeitigten. In Wildwestmanier
startend war denn auch
gleich Glocker gefordert:
"Was hast du denn für heute
vorbereitet?" Das Publikum
ließ den Mann nicht im Stich
und besang gemeinsam aus
voller Brust den Hut mit
drei Ecken, aus dem die
kokettierenden Musikerinnen
ein variantenreiches Medley
sämtlicher Stilrichtungen
zauberten.
Spätestens als die
Hamburgerin Iris Siegfried
nach einem Text von Georg
Kreisler beklagte "Mein Mann
will mich verlassen" oder
nach der Frage "Was kann der
Mensch dafür, wenn sich sein
Herz verliebt?" wusste der
Besucher, wie es um den
Ernst dieses
außergewöhnlichen
Konzertabends bestellt war,
wandelte sich doch die große
Schwarze im kleinen
schwarzen blitzschnell von
der enttäuschten Gattin zur
hämischen Furie, ehe sie
schmachtend ihrem
geliebtesten Jürgen einen
musikalischen "Liebesbrief"
vortrug.
Brillante Virtuosität
und allerhöchste
Konzentration
Nichts als Blödsinn im Kopf
schien hingegen Geigerin
Angelika Bachmann zu haben,
blitzte ihr doch der Schalk
unentwegt aus den Augen,
wenn sie eins ums andere Mal
in den unmöglichsten
Situationen lachend
losprustete. Dass Salut
Salon im Kontext mit
Anne-Sophie Mutter genannt
werden, erstaunt keineswegs
angesichts Bachmanns
brillanter Virtuosität an
der Geige, die sie bei
Brahms Ungarischem Tanz
ebenso bewies wie in
allerhöchster Konzentration
beim leidenschaftlichen "Oblivion"
von Astor Piazzolla.
Die südafrikanische
Pianistin Lara Jones stellte
ihr außergewöhnliches Können
unter anderem bei Schumanns
Es-Dur-Klavierquartett in
den Vordergrund, das sie
gemeinsam mit Anne Christin
Schwarz ("das ist unser
Ossi") am Cello im gekonnten
Dialog höchst beeindruckend
interpretierte. Jede dieser
vier Ausnahmekünstlerinnen
zelebrierte gewissermaßen
die andere, um mit viel Spaß
die jeweiligen Instrumente
immer wieder komödiantisch
zusammen zu führen.
Dazwischen ergänzten freche
Chansons, etwa ein gurgelnd
abgerundetes, italienisches
Wein-Recycling-Lied oder das
viersprachige "C’est une
Chanson" das Spiel der Damen
an ihren Instrumenten.
Zwischendurch setzten sie
gekonnt "Oskar" am
Konzertflügel oder am Cello
in Szene, der selbst als
Puppe höchste Würde
ausstrahlte. Kurzum, hier
wurden sämtliche Grenzen
eines herkömmlichen
Konzertes überschritten, bei
dem auch schon mal ein
Geigenbogen Richtung
Publikum flog.
Schauspielerisch schossen
Salut Salon den Vogel im
wahrsten Sinn des Wortes bei
der rumänischen Komposition
"Die Lerche" ab, als vier
kugelrunde Augenpaare dem
dramatischen Absturz und
Wiederauferstehen dieses
imaginären Piepmatzes
folgten. Nachdem Iris
Siegfried mit gebotenem
Ernst "nach dem Warten auf
den musikalischen, nun den
optischen Höhepunkt des
Abends" ankündigte, blieb
nur noch Staunen darüber,
was zwei Frauen bei hohem
musikalischen Anspruch an
zwei Geigen akrobatisch
alles anstellen und wie
vierzig Finger in
atemberaubendem Tohuwabohu
auf dem Bösendorfer-Flügel
eine perfekte Melodie zum
Besten geben können, bis
Lara Jones am Ende
bäuchlings auf diesem edlen
Instrument landete.
Zu den sanften Klängen von
Brahms konnte sich ein
restlos begeistertes
Publikum etwas beruhigen,
ehe dieses audiovisuelle
Highlight im ehrwürdigen
Saal des Schlosses seinen
Abschluss fand.
|
Südkurier
08.11.2008
Virtuos mit einem Hauch Erotik
Sie
sind Musikerinnen mit Leib und
Seele, die vier Damen des
Quartetts Salon Salut. Nächste
Woche treten sie im
Kulturzentrum Schloss Bonndorf
auf.
Anspruchsvolle
Klassik, freche Chansons, mitreißendes
Entertainment präsentiert Salut Salon
bei der Veranstaltung des Folktreffs
Bonndorf in Zusammenarbeit mit dem
Landkreis am Samstag kommender Woche im
Schloss.
Im kleinen
Schwarzen, virtuos, auch akrobatisch,
immer mit einem Hauch Erotik im Gepäck
füllen die vier Musikerinnen mühelos
große Konzertsäle – hier, aber auch in
den USA, in Chile, Kanada, Italien,
Tschechien, Skandinavien, Luxemburg,
Österreich und der Schweiz.
Jüngst wurde Salut Salon vom
„internationalen Musik Festival
Shanghai“ neben Anne Sophie Mutter und
Pinkas Zukerman für eine Chinatournee
ausgewählt. Im Hamburger Thaliatheater
beispielsweise waren sie in diesem
Sommer sieben Mal hintereinander
ausverkauft – mit jeweils 1000 Plätzen.
|
Südkurier 30.10.2008
Salut Salon im
Schloss
Eine
außergewöhnliche Show aus Klassik,
Chanson und Entertainment verspricht das
Gastspiel des kessen Damenquartetts
Salut Salon am Samstag, 15. November, im
Schloss Bonndorf zu werden. Veranstaltet
wird dieser Abend vom Folktreff in
Zusammenarbeit mit dem Landkreis.
Das Quartett hat sich
in wenigen Jahren eine große
Fan-Gemeinde im In- und Ausland erobert.
Nach ersten öffentlichen Auftritten –
unter anderem im großen Saal der
Hamburger Laeiszhalle – machte sich „das
etwas andere Quartett“ bei
Konzertveranstaltern schnell einen
Namen. Auf ihrem Weg zum
Publikumsliebling wurden die Damen von
Künstlern wie dem weltbekannten Clown
Dimitri und dem
Thalia-Theater-Schauspieler Stefan Schad
begleitet.
Im
deutschsprachigen Raum sind die vier
inzwischen in allen renommierten
Spielstätten Garant für volle Häuser.
Das Hamburger Thalia Theater, zum
Beispiel (1000 Plätze, gerade zum
dritten Mal ausgezeichnet als beste
deutschsprachige Bühne) buchte die
Musikerinnen im Juli 2008 für sieben
Tage hintereinander, und alle
Vorstellungen waren restlos ausverkauft.
|
|
|
|
Elvis rockt im Folktreff
Mit
ihrem Programm „Wir können auch
Französisch!“ gastierte das Kölner
Iris-Trio im Folktreff Bonndorf.
Stimmgewaltig interpretierte Sängerin
Iris Lamouyette zahlreiche Chansons,
überwiegend aus den 20er und 30er Jahren
im typischen Charleston-Stil.
Auch Elvis
Presley alias Iris Lamouyette
gab ein kurzes Gastspiel beim
Folktreff. Bild: Friedrich
Foto:
Friedrich
Mit ihrem Programm
„Wir können auch Französisch!“ gastierte
das Kölner Iris-Trio im Folktreff
Bonndorf. Das Iris-Trio entführte das
Publikum im gut besetzten Foyer der
Bonndorfer Stadthalle in die Welt des
Chansons. Stimmgewaltig interpretierte
die in klassischem Gesang, Klavier und
Schauspiel ausgebildete Iris Lamouyette
zahlreiche Chansons, überwiegend aus den
20er und 30er Jahren im typischen
Charleston-Stil. Darunter Songs von Kurt
Weill, wie zum Beispiel „Youkali“, oder
die beiden bekannten Titel „Milord“ und
„La vie en rose“ von Edith Piaf.
Auch der im
Original von Jacques Brel gesungene
Titel „Ne me quitte pas“ oder „Chanson
banalité“ von Francis Poulenc seien
genannt als Hommage an die klangvolle
Sprache unserer westlichen Nachbarn.
Charmant und stimmgewaltig sowie unter
vollem Einsatz ihres schauspielerischen
Talentes vermochte Iris Lamouyette das
Publikum zu verzaubern. Egal ob in
französischer, englischer oder deutscher
Sprache, Iris Lamouyette interpretiert
die Lieder auf ihre ganz eigene Art. Als
französische Chansonette – obwohl sie
übrigens kein Französisch spricht –
kommt sie dabei genau so authentisch
rüber wie als Berlinerin, oder wenn sie
den King of Rock'n'Roll, Elvis Presley,
mit den Songs „Blue suede shoes“ und
„One night with you“ gibt. Letztere
Stücke natürlich dargeboten mit dem
unverwechselbaren Hüftschwung,
Glitzer-Outfit und Teil-Maske mit der
typischen Elvis-Tolle.
Bei ihren
Eigenkompositionen greift die Sängerin
auch selbst zum Akkordeon und bringt das
Publikum mit Textpassagen wie „Ich
brauch‘ ne Tüte Chips, sonst nix!“ zum
Lachen. Instrumentale Unterstützung an
Klavier und Akkordeon erhielt Lamouyette
von Jörg Fuhrländer, der, wenn er nicht
mit dem Iris-Trio auf Tour ist, in
mehreren Kölner Jazz-Ensembles spielt
und Begleiter beim Improvisationstheater
ist. Erst seit diesem Jahr mit von der
Partie ist Alexandra Krings, die das
ursprüngliche Duo am Bass verstärkt und
zum Trio machte.
Einige kleine
Patzer zum Ende der Veranstaltung
konnten der Begeisterung keinen Abbruch
tun und eine Zugabe war obligatorisch.
Hierfür wählte die Entertainerin noch
einmal zwei Klassiker mit dem
Piaf-Chanson „Non, je ne regrette rien“
und dem nicht minder populären
Fred-Astaire-Song „Puttin‘ on the Ritz“.
Die offizielle Premiere des Programms
„Wir können auch Französisch!“ findet
eigentlich erst am 5. Dezember statt,
somit hat das Bonndorfer Folktreff dem
Rest der Bevölkerung etwas voraus. Wer
noch mehr von der wandlungsfähigen Iris
Lamouyette sehen möchte, sollte am 30.
November nach Hüfingen gehen, wo sie
zusammen mit Sousanna Dawtjan mit dem
Kabarettprogramm „Die bösen Glamourösen
im Weihnachtsrausch“ auftritt.
Annette Friedrich
|
|
|
Badische Zeitung Mittwoch, 22. Oktober 2008
Wir können auch
Französisch?
Glanzloses Folktreff-Konzert
mit dem "Iris-Trio" / Der Funke wollte nicht überspringen
Von
unserem Mitarbeiter Gerhard Wiese
BONNDORF. Zusammen mit ihren
Begleitmusikern Alexandra Krings (Bass) und Jörg Fuhrländer
(Klavier und Akkordeon) bestritt Iris Lamouyette,
Chansonette aus Marburg, das jüngste Konzert des Bonndorfer
Folktreff, das sie unter das Motto "Wir können auch
Französisch" gestellt hatte. Wiederum war das Foyer der
Stadthalle fast voll besetzt, und wieder erwarteten die
Zuhörer einen weiteren Höhepunkt in dieser ambitionierten
Veranstaltungsreihe.
Doch so recht wollte der Funke nicht überspringen, als die
Sängerin zunächst ein etwas holpriges Lied über eine
Bahnfahrt vortrug, bei dem einer jungen Frau etwas abhanden
kam, bei dem es sich offenbar um ihre Jungfräulichkeit
handelte. Dass danach der Beifall freundlich, aber dezent
ausfiel, mag auch an der starken Übersteuerung aller
Mikrofone gelegen haben. Dieses Problem konnte allerdings
rechtzeitig zum zweiten Song behoben werden. Rechtzeitig,
denn schon hier wagte sich Iris Lamouyette an eines der ganz
großen Chansons, mit dem die französische Sängerin Edith
Piaf berühmt geworden war: "Padam padam padam" . Und gleich
darauf präsentierte sie das noch berühmtere "La vie en rose"
, eine poetische und musikalische Großtat in Sachen
Liebeslied, ein Chanson, das andere Sängerinnen, wissend um
die Gloriole, die Edith Piaf dem Lied verliehen hat, als
Höhepunkt ans Ende ihres Programms setzen, sofern sie sich
überhaupt daran wagen. Iris Lamouyette deklamierte es in
schlechtem Französisch mit unangebracht rollendem "R" und
bis zur Unverständlichkeit falsch artikulierten Silben. Und
sie sang es ohne jedes Gefühl für die musikalische Eleganz
und emotionale Tiefe dieses Lieds. Das wiederholte sich, um
es hier vorwegzunehmen, nach der Pause in noch gröberer
Weise mit Jaques Brels berühmtem "Ne me quitte pas" . Auch
bei diesem höchst emotionalen, zwischen stiller Verzweiflung
und heftigem Aufbegehren schwankenden Lied, das der
belgische Chansonnier im Angesicht seines nahenden Todes
geschrieben hatte, sang Iris Lamouyette beherzt drauflos,
was das Zeug hielt, gestenreich die Arme schlenkernd und mit
hochdramatischer, völlig unpassender Mimik.
Bei den vorher gegebenen Elvis-Presley-Songs wiederum
verwandelte sich der poetische Liebesliederabend
unvermittelt in einen Comedy-Auftritt mit schriller
Plastikperücke und übergroßer Sonnenbrille. Gänzlich auf der
Strecke blieb dabei allerdings der rockige Drive der Songs,
aus denen jede Schüler-Band mehr Power herausgeholt hätte
als diese drei Profimusiker. Erst recht bei den Songs von
Kurt Weill: Hier war die Sängerin schon stimmlich restlos
überfordert, wie auch bei den Chansons von Francis Poulenc,
einem Freund von Eric Satie und Arthur Honegger, den die
Sängerin als Komponist der Spätromantik vorstellte! Dazu
reihte sich Panne an Panne, so dass man über weite Strecken
den Verdacht hatte, hier würde das Publikum der "Provinz"
für eine öffentliche Probe missbraucht. Vergessene Texte,
verpatzte Einsätze, Uneinigkeit über die Programmabfolge
bestimmten den Ablauf ebenso wie schlecht oder gar nicht
vorbereitete Ansagen von der Art: "Das nächste Stück ist von
mir geschrieben und hat einen deutschen Text" (Ende der
Ansage). Da erinnert man sich wehmütig an glanzvolle
Konzerte auf dieser Bühne, wie etwa die von Little Venus,
Cécile Verny oder Sabine Fischmann. Doch da klang nach den
einzelnen Stücken der Beifall auch wirklich nach Beifall und
nicht nach hustenden Flöhen.
|
|
|
Chansons im Folktreff
Das
?Iris-Trio? gastiert am Freitag
im Folktreff. Bild: Hanna
Lippmann
Foto:
Hanna Lippmann
Mit ihrem Programm
„Wir können auch französisch“ gastiert
das „Iris-Trio“ am kommenden Freitag,
17. Oktober, im Folktreff Bonndorf. Das
Konzert beginnt um 20.30 Uhr im Foyer
der Stadthalle, Einlass ist bereits ab
19.30 Uhr. Karten gibt es bei der
Touristinformation Bonndorf. Das
„Iris-Trio“ nimmt das Publikum mit auf
eine Reise durch die Welt des Chansons.
Edith Piafs „La
vie en rose“ oder der „Chanson banalité“
von Francis Poulenc seien genannt als
Hommage an die wunderschöne Sprache
unserer Nachbarn. Aber auch
Eigen-Kompositionen, Stücke von
Dreigroschenoper-Komponisten, Kurt Weill
oder auch Liebeslieder von Elvis Presley
erweichen die Herzen der Zuhörer.
Letztere Songs werden übrigens
dargeboten mit dem unvermeidlichen
Hüftschwung – hier jedoch von der
weiblichen Diva, Sängerin Iris
Lamouyette.
Iris Lamouyette singt stimmgewaltig und
sensibel und präsentiert Chansons und
Songs mit viel schauspielerischem
Talent. Die virtuose Begleitung von Jörg
Fuhrländers Akkordeonklängen ist das
passende Pendant für diesen Abend.
Mitunter greifen Iris Lamouyette und
Jörg Fuhrländer beide zum Akkordeon und
arrangieren die Chansons mit einem
satten, nuancenreichen Sound. Für ein
brillantes Fundament sorgt groovender
Weise die Kontrabassistin Alexandra
Krings.
|
|
Badische Zeitung vom Freitag, 10. Oktober 2008
"Iris-Trio" im Folktreff
"Wir können auch
Französisch"
BONNDORF (BZ). Ab sofort sind
die Eintrittskarten für die nächste Veranstaltung des Folktreff Bonndorf bei
der Touristinformation in Bonndorf zu haben. Am 17. Oktober gastiert das
"Iris-Trio" im Foyer der Stadthalle. Einlass ist wie immer ab 19.30, Beginn
der Folktreff-Veranstaltung ist um 20.30 Uhr.
Das "Iris Trio" lädt ein zu einer Reise durch die Welt des
Chansons. "Wir können auch Französisch" , heißt das Programm. Edith Piafs
"La vie en rose" oder der "Chanson banalité" von Francis Poulenc seien
genannt als Hommage an die wunderschöne Sprache unserer Nachbarn. Aber auch
Eigenkompositionen, Stücke von Dreigroschenoper-Komponisten Kurt Weill, oder
auch Liebeslieder von Elvis Presley erweichen die Herzen der Zuhörer.
Letztere Songs werden übrigens dargeboten mit dem unvermeidlichen
Hüftschwung — hier jedoch von der weiblichen Diva, Iris Lamouyette.
Iris Lamouyette singt stimmgewaltig und sensibel und
präsentiert Chansons und Songs mit viel schauspielerischem Talent. Die
virtuose Begleitung von Jörg Fuhrländers Akkordeonklängen ist das passende
Pendant. Für ein brillantes Fundament sorgt groovender Weise die
Kontrabassistin Alexandra Krings. Die drei Vollblutmusiker verzaubern ihr
Publikum mit so viel Herz und Schmerz, als hätten sie die Geschichten der
intonierten Chansons und Lieder selbst erlebt.
|
|
Badische Zeitung vom Donnerstag, 25. September 2008
Zwischen Stammkneipe und
Kochstudio 
Der Kabarettist Jochen
Malmsheimer beim Folktreff in Bonndorf
Von unserem Mitarbeiter Gerhard
Wiese
BONNDORF. Ein Kabarettist,
der einen ganzen Abend übers Sprechen räsoniert? Wenn das
mal gut geht. Immerhin verfügt Jochen Malmsheimer über das
intellektuelle Rüstzeug: Gymnasium, Studium der Germanistik
und Geschichte, Buchhändlerlehre, Kabarettist. Wenn es um
Sprache geht, weiß er also, wovon er spricht. Und
versöhnlich, wie er ist, verspricht er auch: "Kabarett hin
oder her. Ab und zu muss man auch mal einen Witz machen."
Das Lachen aber wird für die folgenden zwei Stunden die
Hauptbeschäftigung des Publikums sein.
Kabarett über Sprache und Sprechen — da ist für das
gestandene Mannsbild Malsheimer das Opfer schnell
ausgemacht: der Mann. "Zusammenhängende Sätze gelingen dem
Mann nur im Baumarkt" , weiß er und macht seine
Geschlechtsgenossen zum Gegenstand des Spotts — die Damen im
Saal genießen es sichtlich. Wo es um den Mann geht, ist auch
die Stammkneipe nicht weit, jener Ort, wo der
Sprechdurchfall zu Hause ist und jeder Satz mit "Pass mal
auf" beginnt und mit "Kein Thema" endet.
Malmsheimer gelingt es mittels feinster Beobachtung und
gnadenloser Übertreibung das Kneipengespräch zu karikieren,
ein Gespräch "bei dem es völlig gleichgültig ist, ob man
daran teilnimmt oder nicht. So gleichgültig, wie wenn
draußen ein Wind geht und man beteiligt sich mit einem
eigenem Wind" . Und während Malmsheimers Objekte sich
vorwiegend "mental geschreddert" artikulieren, ist er selbst
mit einer grenzenlosen Eloquenz gesegnet, die ihn ohne Punkt
und Komma vom Hundertsten ins Tausendste bringt und dabei
doch die eigentliche Szenerie nie aus den Augen verliert.
Das ist im nächsten Sketch ein selbst gebasteltes Tonstudio,
in dem der Erzähler einen Privatsender betreibt, um es den
ringsum wuchernden Sendern mal zu zeigen: "Ab fünf Uhr wird
zurückgesendet." Hier startet nun eine Kochsendung. Gastkoch
Jean Pascal Schraube überzeugt durch gastronomische und
sprachliche Einfachheit: "Ich kann nur Kartoffeln." Was er
mit diesem beschränkten Können anstellt ("Vor dem Kochen
musst du das Wasser in einen Topf tun" ) und wie das
sprachlich umgesetzt wird, das ist unaussprechlich komisch
und spottet buchstäblich jeder Beschreibung. Neben seiner
sprachlichen Virtuosität verfügt Malmsheimer nämlich noch
über große schauspielerische Fähigkeiten, die es ihm
zusammen mit seiner sehr wandelbaren Stimme erlauben, selbst
den blödesten Kalauer zum kabarettistischen Ereignis zu
veredeln.
Das steigert sich nach der Pause ins Gigantische. Ein
halbwüchsiger Junge wird in der Diskothek von einem Mädchen
angesprochen. Es folgt nun (wir denken an die
Kommandozentrale eines Raumschiffs ähnlich "Enterprise" )
aus der Sicht aller seiner für das Sprechen notwendigen
Organe der komplizierte Versuch, dem Jungen einen
vernünftigen Satz zu entlocken. Das könnte schließlich fast
gelingen, wäre da nicht die Abteilung SAM (Sitte, Anstand
und Moral), welche sich der Mahnung der Mutter verpflichtet
weiß: "Geh nicht mit dem erstbesten Mädchen ins Bett." Im
Ergebnis ihrer Sabotageakte und nachdem die "Oberste
Verstandesleitung" nur noch einen Ausweg wusste, nämlich die
logischen Filter zu deaktivieren, stammelt der Junge
schließlich den Satz, der dem Abend zu seinem Titel verhalf:
"Ich bin kein Tag für eine Nacht." Und macht im Schlafzimmer
das Licht aus. Ende der Veranstaltung. |
"Mental geschreddert und
subfontanell aufgeschraubt"
|
Mit Jochen Malmsheimer hatte
der Folktreff zur Eröffnung eines
anspruchsvollen Herbst-Winterprogramms einen der
Stars der deutschen Kabarettszene auf der
Bonndorfer Kleinkunstbühne, erfreut sich der
Kabaretteur, wie er sich selbst nennt, doch
weithin telemedialer Bekanntheit. Entsprechend
voll besetzt waren denn auch die Zuschauerreihen
mit Kleinkunstfreunden aus Nah und Fern, die
sich diesen Spaßvogel, Mahner und Künder in
original nicht entgehen lassen wollten. Derweil
präsentiert sich der Fernseh-Malmsheimer im für
die Kleinkunstszene typisch nahen
Publikumskontakt als ein ganz Anderer und
zeitigt damit am Ende entsprechend
unterschiedliche Zuschauerreaktionen.
Souverän begeistert
Malmsheimer mittels phänomenaler Sprachkunst,
brillanter Wortwahl, skurrilen Wortkreationen,
herausragender Wandelbarkeit der Stimme und
verblüffend rasantem Themenwechsel. Demzufolge
attestieren viele Besucher dem sympathischen
Künstler einzigartige Kabarettkunst. Andere
wiederum zeigen sich irritiert darüber, dass
Malmsheimer teilweise ein Buch zu Hilfe nimmt,
gemeinhin als "Spickzettel" bekannt. Hat der das
nötig? Andererseits fällt es schwer zu glauben,
dass derart verwinkelte Sprachgebilde in solch
schnellem Tempo tatsächlich gelesen und
gleichzeitig pointiert vorgetragen werden
können. Nun, Malmsheimers Wurzeln liegen im
Geschriebenen. Seine Texte haben zuweilen
Prosa-, wenn nicht sogar lyrischen Charakter,
und die kommen als geschriebenes Wort nun mal
besser daher - meint Malmsheimer. Es bleibt also
dem Einzelnen, zu bewerten, ob das Buch in
Malmsheimers Hand eine gelungene Inszenierung
oder schlicht unterm Niveau ist. Er sollte dabei
bedenken, dass der Mann sieben (!) aktuelle
Programme spielt.
|
Malmsheimer ist kein
Kabarettist, der die Zustände in Gesellschaft
und Politik geißelt. Wenn doch, gelingt ihm dies
äußerst subtil. Er schildert vielmehr groteske
Situationen aus dem täglichen Leben. Etwa die
des pubertierenden, zahnspangengeschmückten
Sascha in großvolumiger Textilhülle, in dessen
Innern sich, kaum dass ein hübsches Mädchen ihn
in der Disco anspricht, verheerende biochemische
Katastrophen anbahnen. Seine Leitstelle
jedenfalls hat allergrößte Schwierigkeiten,
Sprechalarm für ein "boah eye" auszulösen,
Einwände der Sitte auszuschalten und Adrenalin
sowie Libidopioniere unter Kontrolle zu
behalten.Seinen
intellektuellen Anspruch bringt Malmsheimer auf
den Punkt: "Wieso soll ich wissen, was sich
denke, ehe ich höre, was sich sage?" und lässt
sich schon im nächsten Augenblick darüber aus,
dass Männer nur in Baumärkten zusammenhängende
Sätze sprechen können. Hier reden sie soviel wie
beim Weltwirtschaftsgipfel, aber es wird weitaus
mehr dabei gesagt.
"Mental geschreddert und
subfontanell aufgeschraubt" sucht er nach einem
Abend mit der Dachdeckerinnung Entspannung in
der Kneipe, erzeugt doch deren Außenbeleuchtung
erwiesenermaßen unmittelbaren, heftigsten Durst.
Und entdeckt dabei, dass der rheinländische
Kneipenbesucher zuweilen unter Logorrhoe
(Sprechdurchfall) leidet, jede Einwendung mit
"pass auf!" einleitet und für ihn am Ende alles
"kein Thema" ist.
|
Fernseh- und Rundfunkköche
bekommen beim Malmsheimer ihr Fett ab, derweil
er sich über die Nachteile des legendären
Zwiebelzerkleinerungsgerätes der 70er Jahre
auslässt und am Ende von Kochen mit Jochen "pommes
brulé im Spiegel einer Sauce Rotznaise"
präsentiert. Nahezu übergangslos schildert er
angesichts rektaler Ausgelassenheit seine
verzweifelte Situation in der keramischen
Abteilung des Flugzeugs, wo ihm seine
rudimentären Englischkenntnisse, räumliche Enge
und Unterdruck zum Verhängnis werden. Am Ende
hat er jedenfalls eine verblüffende Erklärung
für die weißen Streifen hinter Düsenjets parat.
Dass Karneval nichts anderes
als Fremdgehen zu schlechter Musik ist, die
Deutschen alljährlich ab dem Oktoberfest von
geistiger Inkontinenz befallen sind und der
Bayer das Essen am liebsten trinkt, spart
Malmsheimer nicht aus. Zuvor gibt's noch ein Lob
von ihm: "Aus Ihnen wird mal was!" - und liegt
damit nur insofern daneben, dass er in Bonndorf
vor einem klasse Publikum gastierte.
|
|
|
Der Titel seines Programms
ist typisch Jochen Malmsheimer: "Ich bin kein
Tag für eine Nacht." Heute Abend tritt der
Comedian und Kabarettist als Gast des Folktreffs
im Foyer der Stadthalle auf. Einen Vorgeschmack
auf den Abend liefert auch seine
Selbstbeschreibung: Jochen Malmsheimer wurde
unter diesem Namen an nur einem Tag im Juli 1961
in Essen geboren, als erstes in einer lockeren
Folge ähnlicher Kinder. Die Mutter war Lehrerin,
der Vater zweiunddreißig. Nach bereits sechs
Jahren erfolgte der erste Schulbesuch Oder: Das
Hochschulstudium der Germanistik und Geschichte
wird bereits im achten Semester erfolgreich
abgebrochen und durch eine Buchhändlerlehre
ersetzt.Jochen
Malmsheimer absolviert zusammen mit F. Goesen
etwa 800 kurzweilige Auftritte des
"Tresenlesen". Darüber berichtet er: zu Recht
Preise erhält, unter denen der Prix Pantheon
1997 und der Salzburger Stier 1998 nicht
herausragen, weil es die einzigen sind sein
segensreiches Wirken am 23. Juli 2000 gegen
22.47 Uhr in seitigem Vernehmen beendet. Seit 23
Uhr ist Malmsheimer nun solistisch im Einsatz.
So weit Jochen Malmsheimer über Jochen
Malmsheimer.
|
|
|
Folktreff startet ins
zweite Halbjahr
Es
ist wieder so weit. Der
Bonndorfer Folktreff
legt ein vielseitiges
Programm für die zweite
Jahreshälfte vor. Den
Auftakt macht der in
Essen geborene
Kabarettist Jochen
Malmsheimer bereits in
dieser Woche am Freitag,
19. September, im Foyer
der Stadthalle mit
seinem Programm "Ich bin
kein Tag für eine
Nacht". Malmsheimer, der
bereits aus der
ZDF-Kabarettreihe "Neues
aus der Anstalt" bekannt
ist, wird seinen
Zuschauern mit
wunderschönen
Sprachbildern vor Augen
führen, wie verrückt das
ganz normale Leben ist.
Im
nächsen Monat, am 17.
Oktober, folgt ebenfalls
im Foyer der Stadthalle
das "IrisTrio", das die
Zuschauer mit
französischen Chansons,
Schmachtfetzen von Elvis
Presley und Jazz à la
George Gershwin
verzaubern wird. Das
Trio besteht aus der
Sängerin Iris Lamouyette,
die von Kontrabassistin
Alexandra Krings und dem
Akkordeonspieler Jörg
Fuhrländer begleitet
wird. Die Sängerin
besticht durch ihre
unverkennbare, schräge
und außergewöhnliche
Stimme.
Am
15. November, ein
Samstag, tritt im
Schloss Bonndorf das
Damenquartett "Salut
Salon" auf. Zu dieser
Gruppe gehören die
beiden Geigerinnen
Angelika Bachmann und
Iris Siegfried, die
Cellistin Gesa Riedel
und die Pianistin
Christine Schütze. Das
illustre Quartett trat
bereits im Bundestag auf
und brachte sogar
Bundespräsident Horst
Köhler dazu,
mitzusingen. Das
Quartett bietet
anspruchsvolle Klassik,
freche Chansons und die
Musik aus den Salons der
zwanziger und dreißiger
Jahre und haucht den
angestaubten Stücken
durch die Kombination
mit Liedern wie "Biene
Maja", neues Leben ein.
Der Unterhaltungswert
wird durch akrobatische
Einlagen der Damen an
und mit ihren
Instrumenten noch
verstärkt.
So kann es vorkommen, dass sie zu dritt an einem Cello spielen wird oder achthändig an einem Klavier. Am 12. Dezember tritt Peter Vollmer im Foyer der Stadthalle auf und beendet mit seinem Auftritt die Aufführungen des Folktreffs in diesem Jahr. Er sinniert über Männer, "die zu sehr 40 werden: Bei einer Weinprobe im Bett, beweisen sie sich plötzlich als Marathonläufer, Triathleten oder Canyon-Rafter. Die Todesmutigsten heiraten ein zweites Mal". Der Kabarettist Peter Vollmer hat ein feines Gespür für die Befindlichkeiten seiner deutschen Mitmenschen und Leidensgenossen und führt unterhaltsam und mit viel Selbstironie durch sein Programm. Thomas Wiggert
|
|
Badische Zeitung vom Montag, 15. September 2008
Malmsheimer gastiert 
Kabarett im Folktreff
BONNDORF (BZ). Man kennt ihn
bundesweit als häufigen Gast der Kabarettsendung "Neues aus
der Anstalt" und wenn er in Düsseldorf, Köln, Mainz, Zürich
oder auch in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft
auftritt, tut der Kabarettist Jochen Malmsheimer das immer
mehrere Abende hintereinander. Jetzt kommt er nach Bonndorf.
"Ich bin kein Tag für eine Nacht" heißt es am Freitag, 19.
September, von 20.30 Uhr an auf der Folktreffbühne im Foyer
der Stadthalle.
In seinen Kabarettprogrammen hebt Malmsheimer lustvoll und
in immer wieder neuen Formen die Grenzen zwischen Unsinn und
Poesie auf. Und getreu dem Motto eines großen deutschen
Dichters ("Sag nicht alles, was du weißt, aber wisse immer,
was du sagst" ) ist das alles so gekonnt gemacht und
vorgetragen, dass man sich vor Lachen kaum halten kann.
"Ich bin kein Tag für eine Nacht, oder: Ein Abend mit Holz"
ist ein vor Sprachfreude strotzendes Kunstwerk über die
funkelnden Seiten der Verblödung und des Wahns. Die Pforten
der Wahrnehmung weit hinter sich lassend, wirft Jochen
Malmsheimer einen mal spöttischen, mal versöhnlichen Blick
auf einen ganzen Kosmos voller Grotesken, Abgründe und
Absonderlichkeiten. Aus therapeutischen Gründen, versteht
sich. Denn es sind vor allem die Fragen, auf die wir keine
Antworten haben, denen der Bochumer Kabarettist auf der Spur
ist.
In "wunderschönen Sätzen mit atemberaubenden Sprachbildern"
führt Malmsheimer vor Augen, wie irr das ganz normale Leben
ist. Er "jagt grammatische Granaten und
literaturtheoretische Satiresalven ins Publikum, dass die
Synapsen nur so klapsen" und lässt "Pointen wie Sektkorken
knallen" , heißt es in Berichten über seine Auftritte. Und
weiter: "Jochen Malmsheimer schlägt einem seine herrlich
abseitigen Fantasien derart rasant, geschliffen und souverän
um die Ohren, dass nach jedem einzelnen Satz ein donnernder
Applaus angemessen wäre."
|
|
|
Absurder Spaß
Er gilt als der König des
absurden Spaßes, lässt Pointen wie Sektkorken knallen. Jochen Malmsheimer
schlägt dem Publikum seine herrlich abseitigen Fantasien derart rasant,
geschliffen und souverän um die Ohren, dass nach jedem Satz donnernder
Applaus angemessen wäre. So urteilen Kritiker über dieses Ausnahmetalent.
Und so beschreibt er sich selber: Jochen Malmsheimer wurde unter diesem
Namen an nur einem Tag im Juli 1961 in Essen geboren, als erstes in einer
lockeren Folge ähnlicher Kinder. Die Mutter war Lehrerin, der Vater
zweiunddreißig. Am Freitag, 19. September, Beginn 20.30 Uhr, ist Jochen
Malmsheimer Gast des Folktreff im Foyer der Stadthalle. Der Kartenvorverkauf
beginnt bereits am kommenden Montag, 25. August, bei der Tourist-Information.
|
|
|
Leidenschaftliche Rockballaden
|
|
|
Bonndorf - Für das
diesjährige Schlossfest hat sich der Folktreff
Bonndorf etwas Besonderes ausgedacht.
Authentische Rockmusik aus der Region soll
gleichermaßen junge und jung gebliebene Fans von
den Stühlen reißen, als auch Nachwuchsmusiker
bekannter machen. Zwei Bands heizen am Samstag,
26. Juli, ab 20 Uhr ein.
Das Rezept ist einfach: Beim
Konzert am Stand der Pfadfinder im Schlosshof,
das wie immer gratis ist, tritt eine bekannte
Rockband aus der Region auf: Johnny on-the-spot.
Die Vorband Educe - ebenfalls aus der Region -,
gute Musiker, aber noch nicht so bekannt, heizt
zunächst ein.
Johnny on-the-spot spielt
ehrlichen, kernigen, schnörkellosen Rock'n'Roll.
Mal schnelle, mal stampfende, aber jederzeit
eingängige Songs, beeindruckende Bühnenpräsenz
und fühlbare Leidenschaft lassen die Herzen der
Fans des Rock'n'Roll höher schlagen. Die fünf
Schwarzwälder Jungs, inzwischen weit über die
badischen Grenzen bekannt, spielen in der
Zusammensetzung erst seit 2006. Und gleich im
ersten Jahr rockten sie sich beim
Landesentscheid des "Battle of the Bands" in
Stuttgart auf den 1. Platz. Bundesweit belegten
sie immerhin den 3. Platz und seither feiern sie
Erfolge in der Region, aber auch in Stuttgart,
Heidelberg, Saarbrücken und anderswo.
|
Auch die Jungs von Educe
kommen aus der Region, nämlich aus der Gegend um
Blumberg, auch sie rocken und dürfen getrost als
hoffnungsvolle Nachwuchsrockband betitelt
werden. Sie spielen nach eigener Beschreibung "straight
rock'n'roll songs" sowie "heavy stoner-rock
riffs" und dann wieder herzerweichende Balladen.
Viele Gitarrensoli unterstreichen ihre oft
selbstironischen Texte.
Educe und Johnny on-the-spot
spielen am Samstag, 26. Juli, ab 20 Uhr auf der
Bühne im Bonndorfer Schlosshof. Der Eintritt ist
jeweils frei.
|
|
|
|
|
|
Südkurier 18.06.2008 |
|
|
|
Zeitungsjungs lieben es international
|
|
|
Es gibt anscheinend nicht nur
Fußballfans, denn trotz Europameisterschaft und
Festen in der näheren Umgebung hatten etwa 200
Zuhörer den Weg zum Open-Air-Konzert des
Folk-Treff im lauschigen Schloss-Garten
gefunden. Bis kurz vor Beginn hatten sich die
Verantwortlichen überlegt, das Konzert der
kanadischen Band in das Foyer der Stadthalle zu
verlegen. Doch die Entscheidung pro
Schlossgarten war richtig, denn nirgendwo sonst
hätte so eine tolle Atmosphäre entstehen können.
Mit Hilfe der flexiblen Stadt-Arbeiter, denen
Vorsitzende Gudrun Deinzer bei ihrer Begrüßung
dankte, konnte das Konzert rechtzeitig beginnen.
Bereits seit sieben Jahren
gehen die vier Paperboys und ein Papergirl immer
wieder auf Deutschland-Tournee. Kein Wunder,
denn sie lieben das deutsche Essen und vor allem
das Bier. Der deutschen Haupstadt widmeten sie
mit "Goodbye Berlin" sogar einen eigenen Song.
Wer sich unter der
Beschreibung Celtic-Rock-Band nichts vorstellen
konnte, war gleich beim ersten Song, dem
Instrumental-Stück "String of Horses" begeistert
von der Mischung verschiedenster Stilrichtungen.
So fließt immer wieder spanische Folklore in die
keltisch anmutenden Songs ein. Irische Melodien
werden in Spanisch gesungen, oder Tangorhythmen
in irische Reels umgewandelt. Die spanischen
Einflüsse sind in der mexikanischen Abstammung
des Bandgründers und Leadsängers Tom Landa
begründet, der in Mexiko geboren wurde und dort
seine Kindheit in Mexiko verbrachte. Er spielt
bei den Paperboys die Rhythmusgitarre, oder die
Jarana, eine mexikanische Gitarre mit acht
Saiten, wie im gefühlvollen Coversong "Fragile",
im Original von Sting gesungen.
Neben dem Bob Dylan Klassiker
"All along the Watchtower" waren dies aber die
einzigen Songs, die nicht aus der eigenen Feder
stammten. Besonders die spanischen Songs, wie
"El Baile del Puma" (Tanz des Puma), oder "La
Primavera" (der Frühling) gingen durch die
ausdrucksstarke Stimme und das authentische
Gitarrenspiel Tom Landas besonders unter die
Haut. Aber nicht umsonst wurden die
Ausnahmemusiker schon mit vielen internationalen
Auszeichnungen bedacht.
Als Soloinstrumente dienen
bei den Paperboys nicht wie üblich Schlagzeug
oder Gitarre, sondern Geige, eine hölzerne
Querflöte und Irish Whistle. Flötist Geoffrey
Kelly, als Ü50 der Oldie der Band, erinnerte mit
seinen Kapriolen auf der Querflöte manchmal
stark an Ian Anderson von der Gruppe Jethro Tull,
wobei Kelly bei einem direkten Vergleich
wahrscheinlich besser abgeschnitten hätte. Die
einzige Frau bei den Paperboys, Ashley MacLeod,
wußte das Publikum gleichfalls mit ihrer
Virtuosität auf der Geige zu verzaubern. Doch
damit nicht genug, die junge Frau war in der
Lage enorm schnell zu geigen und parallel dazu
zu steppen. Egal ob Geoffrey Kelly oder Ashley
MacLeod, beide präsentierten ihre Soli immer im
perfekten Zusammenspiel mit Akkustik-Gitarrist
John Landa. Obwohl technisch so perfekt wie
seine Bandkollegen, hielt sich der Bassist Brad
Gillard eher im Hintergrund. Bei manchen Songs
stellte er großes Können am Banjo unter Beweis.
Für den richtigen Rhythmus sorgte Drummer Matt
Brain. Er ist derjenige, der den Songs den
speziellen Rhythmus und die passende Dynamik
verleiht. Die fünf Vollblut-Musiker heizten den
Zuhörern jedenfalls kräftig ein, was angesichts
der kühlen Temperaturen allerdings auch dringend
nötig war und spätestens nach der Pause hielt es
die Tänzer nicht mehr auf den Bänken.
Die meisten Songs stammen aus der fünften und
damit aktuellsten CD der Band, "The Road to Ellenside", welche 2005 im
englischen Lake-District-Gebiet aufgenommen wurde. Die Band gibt auf ihrer
laufenden Tournee nur drei Konzerte in Deutschland. Was für ein Glück, dass
die Paperboys ausgerechnet im beschaulichen Bonndorf verpflichtet werden
konnten. Schon im September touren die Paperboys wieder durch deutsche Lande
und wer sie in Bonndorf verpasst hat, bekommt vielleicht noch einmal die
Chance auf ein tolles Konzert einer wirklich einzigartigen Band. Annette
Friedrich |
|
|
|
|
|
|
Bonndorf
Konzert im
Schlossgarten
|
Bonndorf (hd) Nicht im
Schwimmbad wie in den vergangenen Jahren
veranstaltet der Folktreff am Samstag das
Open-Air-Konzert mit der kanadischen Erfolgsband
"The Paperboys". Aus technischen Gründen werden
die Musiker stattdessen im Schlossgarten alles
geben. Immerhin, die Folktreff-Vorsitzende
Gudrun Deinzer begeistert sich für den
Veranstaltungsort, verspricht dem Publikum: "Sie
erwartet ein sehr schönes Ambiente mit
historischem Flair und trotzdem mitten im
Grünen." Und sie merkt an, dass neben der sehr
eingängigen und doch so individuellen Musik der
Gruppe die Fiddlerin Ashley Macloed für ein
kleines Extrabonbon sorgen wird. "Sie überzeugt
ebenso durch virtuoses Fiddeln wie durch
furiosen Stepptanz, den sie in ganz
außergewöhnlichen Duellen' mit dem Schlagzeuger
austrägt", schwärmt Gudrun Deinzer.
Samstag, 14. Juni,
Schlossgarten Bonndorf, Beginn 20.30 Uhr,
Einlass aber 19.30 Uhr. Nur bei schlechtem
Wetter in der Stadthalle. Vorverkauf in der
Tourist-Information, Martinstraße 5, Telefon
7607.
|
|
|
|
Südkurier 07.06.2008 |
|
|
|
Die Nacht rückt näher
|
|
|
Zugegeben, noch ist
es etwas kühl, vor allem, wenn es Abend wird.
Aber nächste Woche wird es anders. Davon sind
alle überzeugt. Alle die sich auf das
Openair-Ereignis am kommenden Samstag, 14. Juni,
im Schwimmbad freuen. Der Folktreff präsentiert
bei diesem Konzert die kanadische Erfolgsband "The
Paperboys".
Erfolgsband ist nicht
hochgestapelt. Beispiele: Mit ihrem Song "Fall
down with you" haben sich die Paperboys
wochenlang ganz vorne in den kanadischen Charts
gehalten. Sie sind Preisträger des kanadischen
Grammys Juno, mehrfache Preisträger des West
Coast Music Award, mit ihrem Album "Dilapidated
Beauty" wurden sie für den Preis der Deutschen
Schallplattenkritik nominiert.
Ihr Name "Paperboys" -
Zeitungsjungen - erinnern sie an ihre Anfänge,
als sie als Zeitungsjungen ihre Probenräume und
Musikinstrumente finanzierten. Das englische
Folkroot Magazin schreibt über die Paperboys,
sie seien "one of the most exciting bands coming
out of the folk roots corner". Dabei ist ihr
Sound gar nicht so leicht einzuordnen. Es ist
eine Mischung aus Latin, Celtic, Soul, Bluegrass
und Americano Country. Oder: Latin-Celtic-Rock
mit einer guten Prise nordamerikanischen
Lebensgefühls, angereichert durch die
multikulturelle Umgebung der Heimatstadt
Vancouver und Einflüsse auf ihren Tourneen.
Hartmut Dulling
|
|
Südkurier 27.05.2008 |
|
|
|
Paperboys im Schwimmbad
|
|
|
Ab sofort sind die Karten für
das diesjährige Folktreff-Bonndorf-Open-Air im
Schwimmbad zu haben. Es spielt die kanadische
Band "The Paperboys" am Samstag, 14. Juni.
Erst im Februar hatte sich
die Mitgliederversammlung des Vereins dafür
ausgesprochen, nach den ersten beiden gelungenen
Konzerten solche Open-Airs regelmäßig, am
liebsten jährlich, zu veranstalten. Umso
glücklicher ist der Vorstand, mit den Paperboys
eine international beachtete Band gewonnen zu
haben.
Mit dem Song "Fall down
with you" sind die Musiker bis auf die Nummer
sieben der kanadischen Videocharts vorgestoßen
und hielten die Position ein paar Wochen inne.
Schon mehrfach war die Band für den Juno - den
kanadischen Grammy - nominiert und hat ihn auch
gewonnen, dazu zweimal den "West Coast Music
Award". Mit dem Album "Dilapidated Beauty" haben
sie eine Nominierung für den Preis der Deutschen
Schallplattenkritik erhalten.
Das englische
Folkroot-Magazin schreibt: "...one of the most
exciting bands coming out of the folk roots
corner". Dabei ist der Sound der Musiker nicht
so leicht einzuordnen. Es ist eine Mischung aus
Latin, Celtic, Soul, Bluegrass, Americano
Country. Oder vielleicht etwas leichter
verständlich Latin-Celtic-Rock mit einer guten
Prise nordamerikanischen Lebensgefühls. "Latin"
geht auf das Konto des Gründers und Lead-Sängers
der Paperboys, Tom Landa. Er ist Sohn eines
Mexikaners und einer Kanadierin und ist in
Mexiko aufgewachsen. "Celtic" rührt aus der
Herkunft anderer Bandmitglieder, deren Vorfahren
schottische und irische Einwanderer waren.
Neben ihren Touren durch
Kanada und die USA, wo beispielsweise die
Seattle Weekly sie als "guaranteed club filler"
bezeichnete, ist in den letzten Jahren ein
großer Schwerpunkt Europa geworden.
The Paperboys, was nichts
anderes als Zeitungsjungen heißt, haben ihren
Namen übrigens von der Tätigkeit, mit der sie in
ihren Anfängen Probenräume und Musikinstrumente
finanziert haben.
Die Paperboys haben
inzwischen ihre Fans in Irland, Schottland,
England, Belgien, Frankreich, Österreich, der
Schweiz und auch in Deutschland. Wenn sie im
Juni nach Bonndorf kommen, waren sie vorher on
Tour in Irland, England, den USA und kommen
quasi direkt von dorther für gerade mal drei
Auftritte nach Deutschland.
Die Paperboys sind in
Bonndorf am 14 Juni zum Open-Air im Schwimmbad,
bei schlechtem Wetter in der Stadthalle Bonndorf
ab 20.30 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Kartenvorverkauf in der Tourist-Information
Bonndorf, Martinstraße 5, Telefon 07703/7607.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
nach oben |
home
|
|
|
Impressum
| |
|
letzte Änderung
21.12.2011 |